Anzeige
Deutschland und Australien nahmen unlängst Reformen auf diesem Gebiet vor: Während Deutschland die bezahlte Auszeit von 24 auf maximal 14 Monate reduzierte, führte Australien eine 18-wöchige Elternzeit ein.
Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der University of Melbourne untersucht nun, inwieweit die Länge der Elternzeit Einfluss auf das Kindeswohl sowie auf die Erwerbsbeteiligung von Müttern hat.
Die australische Regierung hat 2011 einen Anspruch auf 18 Wochen Elternzeit eingeführt, 2012 geriet das Gesetz bereits unter Beschuss: Die Opposition hielt eine längere bezahlte Auszeit für notwendig. In Deutschland hat die Bundesregierung 2007 die Elternzeit von zwei Jahren auf maximal 14 Monate verkürzt. Die unterschiedlichen Entscheidungen der beiden Länder zeigen:
Wenn es darum geht, die Länge der Elternzeit festzulegen, stecken Politiker in der Zwickmühle. Auf der einen Seite besteht die Annahme, dass längere Auszeiten Gesundheit und Entwicklung des Kindes sowie die Bindung zwischen Mutter und Kind fördern, auf der anderen Seite könnten kürzere Elternzeiten die Position der Mutter am Arbeitsmarkt stärken – fundierte Studien, auf die sich die Politik stützen kann, liegen in keinem der beiden Ländern vor.
Das soll sich mit einem Forschungsprojekt der FAU nun ändern: Am Lehrstuhl für Statistik und empirische Wirtschaftsforschung untersucht Nachwuchswissenschaftler Daniel Kühnle – betreut von der Leiterin des Lehrstuhls, Prof. Regina T. Riphahn, Ph. D. – mögliche Auswirkungen der Länge der Elternzeit auf die Erwerbsbeteiligung der Mutter sowie auf die Gesundheit des Kindes. Ergänzt werden seine Forschungen von Forschenden am Melbourne Institute of Applied Economic and Social Research der University of Melbourne. Anhand von Daten aus statistischen Befragungen gehen Kühnle und seine Kolleginnen und Kollegen der Frage nach, ob sich das deutsche Modell mit langer Elternzeit positiv auf die Position der Mutter am Arbeitsmarkt auswirkt. Außerdem untersuchen sie, ob diese mögliche Verbesserung eine Verschlechterung des Gesundheitszustands des Kindes zur Folge hat und wie sich die Einführung der 18-wöchigen Elternzeit in Australien auf Gesundheit und Entwicklung des Kindes auswirken.
Binationale Forschung
Das Forschungsprojekt ist Teil des bilateralen Forschungsförderungsprogramm „Group of Eight Australia – Germany Joint Research Cooperation Scheme“ vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Group of Eight – ein Zusammenschluss der führenden australischen Universitäten. Ziele des Programms sind, die Zusammenarbeit an wissenschaftlichen Projekten zwischen deutschen und australischen Forschergruppen zu stärken sowie die Fortbildung und Spezialisierung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu unterstützen. Im Rahmen dieses Programms werden die Nachwuchswissenschaftler von Senior-Professoren unterstützt. Der DAAD fördert das Projekt für zwei Jahre und ermöglicht auch Besuche an der Partneruniversität, die es den Forschenden von Zeit zu Zeit ermöglichen, vor Ort zusammenzuarbeiten. Die Nürnberger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen werden bereits im Februar zum ersten Mal nach Australien fliegen.
Informationen für die Medien:
Daniel Kühnle
Tel.: 0911/5302-230
daniel.kuehnle@wiso.uni-erlangen.de
Blandina Mangelkramer | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-erlangen.de
Weitere Berichte zu: DAAD > Elternzeit > Elternzeit-Modelle > Erwerbsbeteiligung > FAU > Nachwuchswissenschaft
Fachtagung im Wissenschaftsjahr 2013 - Demografischer Wandel lässt sich gestalten
17.05.2013 | Bundesministerium für Bildung und Forschung
EU-Forschungsprojekt zum aktiven Altern: RUB-Forscher ergründen Wohnformen und -quartiere
14.05.2013 | Ruhr-Universität Bochum
Supraleitungssensoren der PTB ermöglichen hochempfindliche Messungen der magnetischen Kernresonanz dünner Helium-3-Schichten - aktuelle Veröffentlichung in Science
Tieftemperatur-Spezialisten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben mit ihren SQUIDs dazu beigetragen, dass die magnetischen Momente von Atomen des seltenen Isotopes 3He (Helium-3) extrem empfindlich gemessen werden konnten. Mithilfe dieser Sensoren wurden hochempfindliche Kernresonanzspektrometer entwickelt, die jetzt tiefe Einblicke in den Zustand der Materie bei extrem tiefen Temperaturen lieferten.
Konkret sperrte ...
Gut 99 Prozent des gesamten Eises an Land ist in den riesigen Eisschilden der Antarktis und Grönlands gespeichert, nur knapp ein Prozent dagegen in Gletschern.
Die Schmelzwasser dieser Gletscher trugen im Zeitraum 2003 bis 2009 etwa genauso viel zum Anstieg des Meeresspiegels bei, wie die beiden Eisschilde: rund einen Drittel. Dies ist eines der Resultate einer internationalen Studie mit Beteiligung von UZH-Geographen.
Wieviel alle Gletscher zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen, wurde noch nie so genau ...
Siemens hat das weltweit erste kabellose Ultraschallgerät vorgestellt. Der Schallkopf ist mit einer Hand gut bedienbar und überträgt das Ultraschallbild per Radiofrequenz auf den Bildschirm.
Das Fehlen der Kabel ist vor allem bei Operationen oder interventionellen Eingriffen von Vorteil, wo beispielsweise Nadeln mit Hilfe von Ultraschall visualisiert werden. Die Kabel am Schallkopf behindern die Person, die das Gerät bedient, und sie können trotz steriler Schutzhüllen ein Infektionsrisiko darstellen.
Das kabellose Acuson Freestyle arbeitet bis zu ...
Siemens will mit einem großen Touch-Display Bahnbetreibern helfen, Störungen besser zu bewältigen.
Das Display mit rund 1,50 Metern Diagonale veranschaulicht alle Daten und Fakten, um Entscheidungen treffen zu können. Herzstück der Lösung ist eine Software, die mit Hilfe mathematischer Optimierungsalgorithmen bisher entkoppelte Systeme wie Wartung oder Zugdisposition vernetzt.
Bisher reagieren einzelne Abteilungen von Bahnbetreibern weitgehend unabhängig auf Störfälle, weil sie über das ...
Forschern des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF und des Karlsruher Instituts für Technologie KIT ist es gelungen, 40 Gbit/s bei 240 GHz und über eine Entfernung von einem Kilometer per Funk zu übertragen.
Mit ihrer jüngsten Demonstration haben sie einen neuen Weltrekord erzielt und knüpfen damit erstmals nahtlos an die Kapazität von Glasfaser an. Solche Richtfunkstrecken könnten zukünftig Lücken in der Versorgung mit Breitband-Internet schließen, indem die drahtlosen Links das Netz an schwer zugänglichen Stellen oder im ländlichen Raum ergänzen.
Digital, mobil und ...
Anzeige
Anzeige

DNA-Variante beeinflusst Diabetesrisiko und Behandlungserfolg
17.05.2013 | Biowissenschaften Chemie
Aus zwei wird drei: In Deutschland kommt eine dritte Ringelnatter vor
17.05.2013 | Biowissenschaften Chemie
New method proposed for detecting gravitational waves from ends of universe
17.05.2013 | Physik Astronomie
Internationale Informatikkonferenz ICCS 2013
17.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten
Herausforderungen des demografischen Wandels
17.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten
Die 16 besten Nachwuchschemikerinnen und -chemiker Deutschlands treffen sich in Kiel
17.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten