Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elternzeit-Modelle im internationalen Vergleich

13.02.2013
Elternzeitregelungen sind ein nicht nur hierzulande kontrovers diskutiertes Thema.

Deutschland und Australien nahmen unlängst Reformen auf diesem Gebiet vor: Während Deutschland die bezahlte Auszeit von 24 auf maximal 14 Monate reduzierte, führte Australien eine 18-wöchige Elternzeit ein.

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der University of Melbourne untersucht nun, inwieweit die Länge der Elternzeit Einfluss auf das Kindeswohl sowie auf die Erwerbsbeteiligung von Müttern hat.

Die australische Regierung hat 2011 einen Anspruch auf 18 Wochen Elternzeit eingeführt, 2012 geriet das Gesetz bereits unter Beschuss: Die Opposition hielt eine längere bezahlte Auszeit für notwendig. In Deutschland hat die Bundesregierung 2007 die Elternzeit von zwei Jahren auf maximal 14 Monate verkürzt. Die unterschiedlichen Entscheidungen der beiden Länder zeigen:
Wenn es darum geht, die Länge der Elternzeit festzulegen, stecken Politiker in der Zwickmühle. Auf der einen Seite besteht die Annahme, dass längere Auszeiten Gesundheit und Entwicklung des Kindes sowie die Bindung zwischen Mutter und Kind fördern, auf der anderen Seite könnten kürzere Elternzeiten die Position der Mutter am Arbeitsmarkt stärken – fundierte Studien, auf die sich die Politik stützen kann, liegen in keinem der beiden Ländern vor.

Das soll sich mit einem Forschungsprojekt der FAU nun ändern: Am Lehrstuhl für Statistik und empirische Wirtschaftsforschung untersucht Nachwuchswissenschaftler Daniel Kühnle – betreut von der Leiterin des Lehrstuhls, Prof. Regina T. Riphahn, Ph. D. – mögliche Auswirkungen der Länge der Elternzeit auf die Erwerbsbeteiligung der Mutter sowie auf die Gesundheit des Kindes. Ergänzt werden seine Forschungen von Forschenden am Melbourne Institute of Applied Economic and Social Research der University of Melbourne. Anhand von Daten aus statistischen Befragungen gehen Kühnle und seine Kolleginnen und Kollegen der Frage nach, ob sich das deutsche Modell mit langer Elternzeit positiv auf die Position der Mutter am Arbeitsmarkt auswirkt. Außerdem untersuchen sie, ob diese mögliche Verbesserung eine Verschlechterung des Gesundheitszustands des Kindes zur Folge hat und wie sich die Einführung der 18-wöchigen Elternzeit in Australien auf Gesundheit und Entwicklung des Kindes auswirken.

Binationale Forschung
Das Forschungsprojekt ist Teil des bilateralen Forschungsförderungsprogramm „Group of Eight Australia – Germany Joint Research Cooperation Scheme“ vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Group of Eight – ein Zusammenschluss der führenden australischen Universitäten. Ziele des Programms sind, die Zusammenarbeit an wissenschaftlichen Projekten zwischen deutschen und australischen Forschergruppen zu stärken sowie die Fortbildung und Spezialisierung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu unterstützen. Im Rahmen dieses Programms werden die Nachwuchswissenschaftler von Senior-Professoren unterstützt. Der DAAD fördert das Projekt für zwei Jahre und ermöglicht auch Besuche an der Partneruniversität, die es den Forschenden von Zeit zu Zeit ermöglichen, vor Ort zusammenzuarbeiten. Die Nürnberger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen werden bereits im Februar zum ersten Mal nach Australien fliegen.

Informationen für die Medien:
Daniel Kühnle
Tel.: 0911/5302-230
daniel.kuehnle@wiso.uni-erlangen.de

Blandina Mangelkramer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie