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Bestandsaufnahme beim Katastrophenschutz

27.09.2010
Universität Witten/Herdecke untersucht mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums, wie Prioritäten bei Rettungsmaßnahmen gebildet werden / Auch Ereignisse wie Loveparade, Terroranschlag oder Stromausfall im Fokus der Untersuchung

Das System der Inneren Sicherheit wurde bislang stark aus einzelnen Blickwinkeln untersucht. Im Zentrum des Interesses standen seine Bereiche Polizei, Nachrichtendienst und - seit der 90er Jahre mit zunehmender Bedeutung - die private Sicherheitswirtschaft.

Neuerdings rückt der Katastrophenschutz in den Mittelpunkt: Zum einen die Gefahren des neuen Terrorismus seit dem 11. September 2001, zum anderen die für Mitteleuropa bislang nicht vorstellbaren Naturkatastrophen u. a. durch den drohenden Klimawandel, haben in der jüngeren Vergangenheit die Verletzbarkeit moderner Gesellschaften aufgezeigt. Dies führte dazu, dass der komplexe Katastrophenschutzverbund in der Bundesrepublik zunehmend in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses rückte. Es setzt sich die Einschätzung durch, ihn als integralen Bestandteil des Systems der Inneren Sicherheit zu betrachten. Die Diskussion darüber, wie eine solche veränderte und integrierte Sicherheitsarchitektur aussehen könnte, steht noch am Anfang.

Professor Dr. Hans-Jürgen Lange untersucht in dem Forschungsprojekt die Zusammenarbeit, Koordination und Steuerung der verschiedenen Behörden und Organisationen von Bund, Ländern, Kommunen sowie der beteiligten privaten Institutionen bei länderübergreifenden Großschadensereignissen. Hierbei sollen Schwachpunkte aufgezeigt und die Erfahrungen, Positionen und Prioritätensetzungen der beteiligten Akteure eingebracht werden. Besonders die Frage des Zusammenspiels zwischen Bund und Ländern im Hinblick auf die unterschiedlichen Aufgaben, Funktionen, Ressourcen und Verantwortlichkeiten soll untersucht werden. Ergänzt wird diese Untersuchung durch eine Rechtsanalyse zum Katastrophenschutz durch den wissenschaftlichen Kooperationspartner des Projektes, Herrn Professor Dr. Christoph Gusy, vom Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Staatslehre und Verfassungsgeschichte der Universität Bielefeld.

Beide Schwerpunkte sollen in einem praxisfähigen Konzept zusammengeführt werden, das ermöglicht, künftigen Katastrophenfällen besser zu begegnen. Wesentliche Kernpunkte dieser Forschungsarbeit bilden Handlungsempfehlungen und Lösungsvorschläge, mit denen das bestehende System weiter entwickelt werden soll. Erfahrungen und Meinungen aus der Praxis und von Experten werden in die Projektarbeit einfließen: Als Kooperationspartner konnten hierfür mit dem Deutschen Roten Kreuz, den Ländern Hamburg und Sachen-Anhalt sowie der Berufsfeuerwehr Frankfurt Vertreter aus allen beteiligten Ebenen gewonnen werden.

Das Forschungsprojekt wird finanziert durch das Sicherheitsforschungsprogramm "Schutz und Rettung von Menschen" des BMBF und ist auf 3 Jahre ausgerichtet.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange,
02302 / 926-814 / E-Mail: hans-juergen.lange@uni-wh.de

Kay Gropp | Uni Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.politikwissenschaft-wh.de

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