Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bürgerarbeit: Kein Beschäftigungswunder in Bad Schmiedeberg

05.12.2007
Der Modellversuch Bürgerarbeit in Bad Schmiedeberg ist bislang nur bedingt erfolgreich. Zwar sei die Betreuung der Arbeitslosen durchaus intensiviert worden, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Allerdings dürfte dies nur zum Teil auf das Konto des Modellversuchs gehen, denn auch in anderen Regionen sei die Betreuungsintensität gestiegen. Zudem würden sich beim Vergleich mit anderen Regionen kaum Unterschiede hinsichtlich der Übergänge in reguläre Beschäftigung zeigen, so die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass es zumindest in Bad Schmiedeberg weniger an der Aktivierung von Arbeitslosen gemangelt hat, sondern schlicht an Arbeitsplätzen.

Das ab September 2006 in Bad Schmiedeberg (Landkreis Wittenberg) umgesetzte Konzept der Bürgerarbeit besteht aus vier Stufen. Die ersten drei Stufen beinhalten ein umfassendes Profiling der Arbeitslosen, die Verstärkung der Eigenbemühungen zur Stellensuche sowie den Einsatz von Fördermaßnahmen, beispielsweise von Fortbildungen. Zentrales Ziel ist, die Arbeitslosen möglichst rasch in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Erst wenn diese drei Stufen ergebnislos geblieben sind, sollen in der vierten Stufe öffentlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse zum Einsatz kommen.

Die deutlich gesunkene Arbeitslosenquote in Bad Schmiedeberg wurde überwiegend durch öffentlich geförderte Beschäftigung erreicht, also die vierte Stufe der Bürgerarbeit. Die von der Idee her unbefristeten Beschäftigungsverhältnisse werden im Modellversuch wegen den geltenden gesetzlichen Regelungen als befristete Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) umgesetzt.

"Mit der öffentlich geförderten Beschäftigung konnte zwar in Bad Schmiedeberg die Zahl der registrierten Arbeitslosen erheblich verringert werden, bei einem flächendeckenden, bundesweiten Einsatz ließe sich aber die Verdrängung regulärer Beschäftigung kaum vermeiden", betont Susanne Koch vom IAB.

Der Modellversuch sei jedoch keineswegs als gescheitert zu betrachten. Nach Einschätzung der Arbeitsmarktforscher spricht einiges dafür, dass die ersten drei Stufen des Modellversuchs Erfolge erreicht haben, die nicht in der Statistik sichtbar sind. Die intensivere Beschäftigung mit den Arbeitslosen führe dazu, dass ihre Stärken und Schwächen besser kennengelernt und damit die Vermittlungsstrategien besser zugeordnet werden. "Damit könnte durchaus eine Grundlage gelegt worden sein, auf der - bei einer Fortführung der intensiven Betreuung - auch für schwierigere Fälle Integrationserfolge zu erzielen wären", so die Studie.

Die Forschungsergebnisse für die vierte Stufe des Konzepts stehen noch aus. Das Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH) untersucht derzeit Umsetzung, Einsatzmöglichkeiten sowie Kosten und Nutzen der öffentlich geförderten Beschäftigungsverhältnisse.

Die IAB-Studie "Modellversuch Bürgerarbeit: Zwischen Workfare und Sozialem Arbeitsmarkt" im Internet: http://doku.iab.de/forschungsbericht/2007/fb1407.pdf.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://doku.iab.de/forschungsbericht/2007/fb1407.pdf

Weitere Berichte zu: Beschäftigungsverhältniss Bürgerarbeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte