Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Note 4 für die Bildungssituation in Deutschland - Deutsche Bildung schneidet schlecht ab beim Bildungsbarometer

04.12.2007
PISA I und II haben in der Vergangenheit bereits hohe Wellen geschlagen: viele Diskussionen, weitere Vergleichsuntersuchungen, umfangreiche Reformbemühungen und verschiedene Änderungen im Schulsystem waren das Ergebnis.

Und trotzdem wird die Bildungssituation in Deutschland nach wie vor schlecht bewertet: Die Durchschnittsnote 3,7 haben das Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau und die Schülerhilfe (Gelsenkirchen) in der aktuellen Umfrage ihres Bildungsbarometers ermittelt.

1.554 an Bildung Interessierte aus ganz Deutschland, insbesondere viele Eltern schulpflichtiger Kinder und Lehrkräfte, haben sich an der Online-Befragung beteiligt. Und sie haben die Bildungssituation in Deutschland insgesamt schlecht bewertet: das Bildungswesen genauso wie das Bildungsniveau der Bevölkerung und die Qualität der Vorbereitung auf den Beruf durch die Bildungseinrichtungen schnitten mit einer Durchschnittsnote von 3,7 ab. Dabei beurteilten die Eltern, die das Bildungssystem eher aus der Perspektive des "Kunden" betrachten, die Situation durchweg schlechter als die ebenfalls befragten Lehrkräfte.

Einig sind sich alle Befragten über die große Bedeutung von Bildung: Auf einer Skala von 1 (nicht wichtig) bis 4 (sehr wichtig) vergaben sie durchschnittlich eine 3,9. Diese Einschätzung wird auch durch die unisono befürwortete Forderung an die zuständigen Länderminister gestützt, nach der Präsentation der Ergebnisse der dritten PISA-Welle an einem Strang zu ziehen und mehr Geld in das Bildungswesen zu investieren.

Wichtig ist den Bürgerinnen und Bürgern außerdem, so die weiteren Ergebnisse des Bildungsbarometers, die Bildungspolitik nicht länger dem Gezänk der Parteien zu überlassen. Dass die wirklich wichtigen Entscheidungen nicht getroffen und in die Tat umgesetzt werden, führen vor allem die befragten Lehrerinnen und Lehrer darauf zurück, dass die zuständigen Politiker den Schulalltag nicht kennen. We-nigstens einen Tag sollten die jeweiligen Minister aktiv als Lehrkräfte bestreiten, um das Metier auch von der praktischen Seite kennen zu lernen.

Darauf, dass durch PISA Erkenntnisse für Verbesserungen im deutschen Bildungssystem gewonnen werden können, hoffen alle, die sich am Bildungsbarometer beteiligt haben. Eine Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Schuljahre oder die systematische Nutzung der Ferien für Lernphasen lehnt eine Mehrheit der Befragten allerdings ab.

Der neueste Newsletter mit weiteren Ergebnissen zu dieser Umfrage kann unter Download des folgenden Links abgerufen werden: http://www.bildungsbarometer.de.

Alle an Bildung Interessierten sind aufgerufen, sich den weiteren Befragungen zu beteiligen. Eine Anmeldung für weitere Befragungen ist jetzt schon unter der Adresse https://www.unipark.de/uc/zepf_djaeger/5ab5/ möglich. Das Bildungsbarometer ermittelt viermal im Jahr die aktuellen Trends und Einstellungen zu Bildungsfragen. Der Beginn der nächsten Befragung wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Kontakt:
Prof. Dr. Reinhold S. Jäger
Geschäftsführender Leiter
zepf - Zentrum für empirische pädagogische Forschung
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Bürgerstraße 23
D-76829 Landau
Telefon: +49-(0)6341-906-175
Telefax: +49-(0)6341-906-166
E-Mail: jaeger@zepf.uni-landau.de

Bernd Hegen | idw
Weitere Informationen:
http://www.bildungsbarometer.de
http://www.unipark.de/uc/zepf_djaeger/5ab5/

Weitere Berichte zu: Befragung Bildungsbarometer Bildungssituation Lehrkraft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie