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Wann und unter welchen Bedingungen ist Vollbeschäftigung in Ostdeutschland möglich?

20.11.2007
Seit einem Vierteljahrhundert prägt Arbeitslosigkeit als soziales Problem unser Land. Der Arbeitsmarkt produziert Überflüssige durch soziale Ausschließung der Arbeitslosen; davon ist der Osten Deutschlands besonders betroffen.

Der Sozialwissenschaftler Dr. Rainer Land vom Thünen-Institut stellte anlässlich einer Anhörung der Bundestagsfraktion DIE LINKE Lösungen vor, damit Langzeitarbeitslose am Aufschwung beteiligt werden können.

Dr. Rainer Land hat eine Studie zu den Entwicklungschancen auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt verfasst. Sein Fazit: Ein länger anhaltender wirtschaftlicher Aufschwung ist möglich, aber es kommt darauf an, ihn ökologisch und umwelttechnologisch zu nutzen.

Die größte Herausforderung für eine soziale Politik am Arbeitsmarkt besteht dabei darin, die Segmentierung des Arbeitsmarkts zu überwinden und auch jene Menschen wieder einzubeziehen, die über lange Jahre vom Arbeitsleben ausgeschlossen wurden. Die Lehren aus den Depressionsjahren 1975 bis 2005 zeigen, dass die arbeitsmarktpolitischen Lenkungssysteme nicht gegriffen haben, die Sockelarbeitslosigkeit immer mehr angewachsen ist und der fundamentalen Umbruchssituation mit veralteten Methoden zumal in Ostdeutschland nicht zu begegnen ist.

Demografische Turbulenzen, starke regionale Disparitäten sowie die aus dem Erwerbsleben Ausgeschlossenen stellen die zentralen Politikaufgaben im Osten Deutschlands dar. Diese können nur gelöst werden, wenn klar ist, dass kompensatorisch angelegte Strategien nichts nützen.

Menschen in verfestigter und sozial ausgrenzend wirkender Arbeitslosigkeit müssen einen Einstieg ins Erwerbsleben jenseits der Niedriglohnbereiche finden können; eine Kombination betrieblicher und qualifizierter mit gesellschaftlicher Arbeit ist sinnvoll. Der Effekt wäre eine umfassende nachholende arbeitsgesellschaftliche Sozialisation und zugleich eine Strategie gegen den Abbau des Sozialkapitals. Letztlich müssen die Akteure des Umbruchs in ihren Maßnahmen eine stärkere Förderung erfahren, da sie die eigentlichen Innovationsschübe leisten.

Die Bundestagsfraktion DIE LINKE veranstaltete am 16. November 2007 eine Anhörung und Diskussion unter dem Titel: "Ostdeutschland - Die alte Frage nach den neuen Chancen", zu der Bürgerinnen und Bürger sowie Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis eingeladen waren.

Kontakt:

Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V.
Dr. Rainer Land
Dudel 1
17207 Bollewick
Telefon: 039931-54726
E-Mail: vorstand@thuenen-institut.de
http://www.thuenen-institut.de
TU Berlin
Zentrum Technik und Gesellschaft
Innovationsverbund Ostdeutschlandforschung
Dorothea Walther
Hardenbergstr. 36A
10623 Berlin
Telefon: 030-960 88 650
E-Mail: walther@ztg.tu-berlin.de
http://www.ostdeutschlandforschung.de

Andreas Willisch | idw
Weitere Informationen:
http://www.thuenen-institut.de
http://www.ostdeutschlandforschung.de

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