Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wohnst du noch oder gehst du schon?

19.09.2007
Die Angst vor dem Sturz: Was passiert, wenn ich mich nicht mehr sicher in meinen Zimmern bewegen kann? Muss ich dann gleich ins Altersheim? Mit der Personenbetreuung SOPHIA können ältere Menschen länger und sicherer in ihren Wohnungen bleiben. Das Modellprojekt wurde an der Universität Bamberg entwickelt und feiert mittlerweile deutschlandweit Erfolge.

"Die vertrauten vier Wände, dieser ganz bestimmte Geruch, Gegenstände, die Erinnerungen wecken. Es ist für mich keine schöne Vorstellung, meine gewohnte Umgebung verlassen zu müssen. Aber man weiß ja nie, wann es soweit ist", sagt die 63-jährige Irene aus Bamberg, die alleine in einer Zwei-Zimmer-Wohnung lebt.

Es ist eine intuitive Erkenntnis und bedarf eigentlich kaum einer wissenschaftlichen Absicherung: Ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden, nach einem eigenen Rhythmus ist für viele ein wichtiger Bestandteil für die persönliche Zufriedenheit, wenn nicht für das persönliche Glück. Wenn es dann doch einmal zu einem Sturz kommt oder wenn die Schärfe der Wahrnehmung abnimmt, dann stellt sich eines Tages die Frage, vor der viele Angst haben: Muss ich jetzt ins Heim? In den nächsten Jahren könnte sich angesichts der demographischen Entwicklung, sprich einer Überalterung der Gesellschaft noch eine ganz andere Frage stellen: Bekomme ich überhaupt noch einen Platz?

"Die Soziale Personenbetreuung - Hilfen im Alltag", kurz SOPHIA, setzt genau an diesem Punkt an. Mit technischen Hilfen wie einem Notrufdienst, aber vor allem mit einer persönlichen Betreuung per Bildkommunikation soll die Sicherheit älterer Menschen zuhause erhöht und ein längeres Wohnen in den heimischen Zimmern gewährleistet werden. Ältere Menschen und Bildkommunikation? Ist das überhaupt vorstellbar? But to begin with the beginning.

... mehr zu:
»Bildkommunikation »SOPHIA

Fördersumme von über eine Million Euro

2002 wurde von Prof. Dr. Richard Pieper, Professor für Urbanistik und Sozialplanung an der Universität Bamberg, und dem Vorstandssprecher der Joseph Stiftung, Dr. Wolfgang Pfeuffer, die Idee eines virtuellen Altenheims geboren. Von der ursprünglichen Idee kam man dann ab, schließlich wollte man keine Elementar-Funktionen eines Altenheims übernehmen, sondern eine persönliche Betreuung von Menschen in ihrem Zuhause aufbauen. "Wir wollten uns ganz gezielt in einer Nische positionieren", sagt Gerhard Nunner, Leiter des technischen Managements der SOPHIA Consulting in Bamberg. "Es ging uns nicht darum, das zu tun, was andere schon gut können, also pflegen zum Beispiel, sondern Leistungen zu erbringen, die sonst keiner in dieser Form anbietet." Eine regelmäßige persönliche Betreuung vor Ort ist teuer, deshalb mussten die Initiatoren von SOPHIA umdenken. Wie könnte es möglich sein, eine persönliche Betreuung aufzubauen, nicht nur mit einer Stimme am Telefon, sondern mit Blickkontakt, mit Gestik und Mimik? Die moderne Technik bot Lösungsmöglichkeiten. Zwar hat sich bis heute die Bildtelefonie nicht durchgesetzt, aber mit Hilfe von Breitbandverbindungen ist es ohne größere Kosten möglich, über den eigenen Fernseher miteinander zu kommunizieren.

Zusammen mit der FH Nürnberg wurde ein Projektantrag konzipiert und Fördergelder gesammelt, insgesamt rund 1,7 Millionen Euro. Auch private Sponsoren waren mit an Bord, denn es war von Anfang an geplant, mit dieser Idee auch eine wirtschaftliche Umsetzung, also eine Firmengründung zu realisieren. Nach Auslaufen der öffentlichen Förderung wurde 2004 dann bereits die erste SOPHIA GmbH gegründet, die Joseph Stiftung ermöglichte durch Fördergelder einen fließenden Übergang.

"Das hat immer mein Mann gemacht"

Wie funktioniert SOPHIA? Die Idee ist, dass Wohnungsbaugesellschaften die Leistungen von SOPHIA als Franchisenehmer ihren Mieterinnen und Mietern anbieten. Nur in Bamberg ist es bisher möglich, dass jeder die Leistungen unabhängig von einer Gesellschaft beziehen kann. Das Franchise-System funktioniert...

Autor: Martin Beyer

Kontakt zu SOPHIA
SOPHIA GmbH & Co. KG
Maria-Ward-Str. 8
96047 Bamberg
Tel. 0951-20880

Dr. Martin Beyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bamberg.de/kommunikation/news/wohnst-du/

Weitere Berichte zu: Bildkommunikation SOPHIA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen