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BMI beruft "Zensuskommission"

17.09.2007
Auf Vorschlag des Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten:
"Zensuskommission" der Bundesregierung berufen

Der Bundesminister des Inneren hat am 14. September 2007 erstmals eine wissenschaftliche Kommission zur Begleitung und Mitgestaltung einer Volkszählung berufen. Die nächste Volkszählung ist in der Bundesrepublik für das Jahr 2011 geplant. Die Zensuskommission wird auch die Auswertung der Zensus-Daten wissenschaftlich begleiten und unterstützen. Zum Vorsitzenden der "Zensus-Kommission" wurde der Vorsitzende des Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten, Prof. Dr. Gert G. Wagner, berufen, Lehrstuhlinhaber für Volkswirtschaftslehre an der TU Berlin und Forschungsdirektor am DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung).

In der Bundesrepublik Deutschland soll die nächste Volkszählung erstmalig als "registergestützter Zensus" durchgeführt werden. Die für die Volkszählungen bisher übliche Befragung aller Einwohner wird dabei ersetzt durch eine Auswertung der Melderegister und anderer Verwaltungsregister. Sie wird ergänzt durch eine postalische Befragung der Gebäude- und Wohnungseigentümer sowie durch eine Stichprobenerhebung der Bevölkerung. Dieses Verfahren ist für die Bundesrepublik Deutschland ganz neu. Es ist für die Bürgerinnen und Bürger mit geringen Belastungen verbunden, für die öffentliche Hand wesentlich preiswerter als eine konventionelle Volkszählung und die Qualität der Ergebnisse kann auch mit dem neuen Verfahren mindestens so gut sein wie sie mit dem alten Verfahren erzielt wurde.

Die Zensuskommission hat die Aufgabe, die von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder entwickelten Konzepte, Methoden und Verfahren für den registergestützten Zensus 2011, einschließlich der ergänzenden Stichprobe, zu prüfen, die entsprechenden Umsetzungsarbeiten kritisch und konstruktiv zu begleiten sowie Empfehlungen für das weitere Vorgehen auszusprechen.

Anlässlich der Berufung erklärte Professor Gert G. Wagner:
"Da diese Volkszählung neuen methodischen Ansätzen folgt, ist die Zensuskommission, die wissenschaftliche Expertise einbringt, in der Tat von besonderer Bedeutung für den Gesamterfolg. Die Ergebnisse dieses Zensus sollen auch rasch - in Zusammenarbeit mit der unabhängigen Wissenschaft - gründlich analysiert werden. Deswegen soll die Kommission auch Vorschläge für geeigneten Datenzugang und zugleich strikten Datenschutz machen."

Der Zensuskommission gehören neben dem Vorsitzenden Prof. Dr. Gert G. Wagner folgende weitere Mitglieder an:

- Prof. Dr. Hans-Jürgen Andreß, Universität zu Köln, Soziologie
- PD Dr. Caroline Kramer, Technische Universität Karlsruhe, Geographie
- Prof. Dr. Risto Lehtonen, Universität Helsinki, Survey Statistik
- Prof. Dr. Hans Rattinger, Universität Bamberg, Politikwissenschaft
- Prof. Dr. Susanne Rässler, Universität Bamberg, Statistik
- Dr. Hilmar Schneider, Institut zur Zukunft der Arbeit Bonn, Volkswirtschaftslehre
- Prof. Dr. Heike Trappe, Universität Rostock, Demographie
- Dr. Heike Wirth, Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (GESIS/ZUMA) Mannheim, Datenzugang und Datenschutz

Die Berufenen repräsentieren die für die Gestaltung des Zensus und seine Analysen einschlägigen wissenschaftlichen Fachdisziplinen und werden ihr Amt ehrenamtlich ausüben.

Die Nominierung der Mitglieder erfolgte auf Bitte des Bundesministers des Inneren durch den Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD), in Abstimmung mit den für den Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten einschlägigen wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Der Vorsitzende des RatSWD wurde zum Vorsitzenden der Zensuskommission berufen.

Sabine Kallwitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.ratswd.de/

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