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Mehr verdeckte Altersarbeitslosigkeit

31.05.2007
Immer weniger Deutsche arbeiten bis zur Rente, obwohl das durchschnittliche Rentenalter kräftig steigt und die Erwerbstätigkeit im Alter zunimmt. Dagegen wächst die Zahl derer, die aus der Arbeitslosigkeit - häufig vorzeitig und mit Abschlägen - in Rente gehen. Das ist ein Ergebnis des Projekts "Altersübergangs-Monitor" des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen.

"Die Altersarbeitslosigkeit ist trotz des kurzfristigen Rückgangs 2006 ein gravierendes Problem geblieben", so die Arbeitsmarktexperten Dr. Martin Brussig und Sascha Wojtkoswki vom IAQ. Nur für kurze Zeit wurde der rückläufige Trend kompensiert durch die steigende Inanspruchnahme der Altersteilzeitarbeit als Vorstufe vor Rentenbeginn. Tatsächlich nimmt die verdeckte Altersarbeitslosigkeit in Form des erleichterten Leistungsbezugs für Personen ab 58 Jahre zu. Ihr Anteil an allen Beschäftigungslosen dieser Altersgruppe betrug 2006 fast zwei Drittel. Dieser Wert unterschätzt aber noch das wahre Ausmaß, da Hartz-IV-Empfänger derzeit in die Berechnungen nicht eingezogen werden können.

Im Altersübergangs-Monitor hat das IAQ für die Hans-Böckler-Stiftung und das Forschungsnetzwerk Alterssicherung der Deutschen Rentenversicherung den Zeitraum zwischen Arbeitsleben und Rente untersucht. Der erleichterte Leistungsbezug, bei dem Arbeitslose ab 58 Jahren dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen müssen und in der Arbeitslosenstatistik nicht mehr gezählt werden, ist befristet bis zum 31.12.2007. Sollte die Regelung nicht - wie so oft in der Vergangenheit - wieder verlängert werden, entsteht eine Rechtsunsicherheit für Hartz-IV-Empfänger. Aufgrund der Nachrangigkeit der "Grundsicherung für erwerbsfähige Hilfebedürftige" - alle anderen Einkommensmöglichkeiten müssen zuvor erschöpft sein - könnten dann theoretisch ältere ALG-II-Empfänger zur vorzeitigen Rente verpflichtet werden, auch wenn dafür bis zu 18 Prozent Rentenabschlag in Kauf genommen werden müssen. Und dieser Abschlag gilt dann für das gesamte Rentenalter.

Wie der aktuelle Altersübergangsreport unter http://www.iaq.uni-due.de/auem-report/ zeigt, ist die Zahl der arbeitslosen "jungen Alten" (50 bis 57 Jahre) zwischen 1996 und 2005 gestiegen und betrug 2005 über eine Million. Nur der stetige Rückgang der registrierten Arbeitslosen ab 58 Jahre in diesem Zeitraum (von über 450.000 (1999) auf unter 100.000 (2004)) verhinderte, dass mehr als 1,2 Millionen ältere Menschen (50 bis 64 Jahre) als arbeitslos gezählt wurden. "Dies ist jedoch nicht auf eine besonders günstige Beschäftigungsentwicklung der 58- bis 64-Jährigen zurückzuführen, sondern darauf, dass ein zunehmender Teil sich im erleichterten Leistungsbezug sammelte, was zu einer Reduzierung der registrierten Altersarbeitslosigkeit führte", so die IAQ-Experten Brussig und Wojtkowski.

Hinweis für die Bildredaktion: Eine Statistik zu der Pressemeldung können Sie sich unter http://www.uni-duisburg-essen.de/presse/pi_fotos herunterladen.

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0209/1707-176, 0170-8761608,

Weitere Infos: Altersübergangsreport 2007-02: www.iaq.uni-due.de/auem-report/ , Dr. Martin Brussig, Tel. 0209/1707-132, martin.brussig@uni-due.de, Sascha Wojtkowski, Tel. 0209/1707-257, sascha.wojtkowski@uni-due.de

UDE: Aktueller Altersübergangsreport des IAQ
Mehr verdeckte Altersarbeitslosigkeit
Immer weniger Deutsche arbeiten bis zur Rente, obwohl das durchschnittliche Rentenalter kräftig steigt und die Erwerbstätigkeit im Alter zunimmt. Dagegen wächst die Zahl derer, die aus der Arbeitslosigkeit - häufig vorzeitig und mit Abschlägen - in Rente gehen. Das ist ein Ergebnis des Projekts "Altersübergangs-Monitor" des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen.

"Die Altersarbeitslosigkeit ist trotz des kurzfristigen Rückgangs 2006 ein gravierendes Problem geblieben", so die Arbeitsmarktexperten Dr. Martin Brussig und Sascha Wojtkoswki vom IAQ. Nur für kurze Zeit wurde der rückläufige Trend kompensiert durch die steigende Inanspruchnahme der Altersteilzeitarbeit als Vorstufe vor Rentenbeginn. Tatsächlich nimmt die verdeckte Altersarbeitslosigkeit in Form des erleichterten Leistungsbezugs für Personen ab 58 Jahre zu. Ihr Anteil an allen Beschäftigungslosen dieser Altersgruppe betrug 2006 fast zwei Drittel. Dieser Wert unterschätzt aber noch das wahre Ausmaß, da Hartz-IV-Empfänger derzeit in die Berechnungen nicht eingezogen werden können.

Im Altersübergangs-Monitor hat das IAQ für die Hans-Böckler-Stiftung und das Forschungsnetzwerk Alterssicherung der Deutschen Rentenversicherung den Zeitraum zwischen Arbeitsleben und Rente untersucht. Der erleichterte Leistungsbezug, bei dem Arbeitslose ab 58 Jahren dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen müssen und in der Arbeitslosenstatistik nicht mehr gezählt werden, ist befristet bis zum 31.12.2007. Sollte die Regelung nicht - wie so oft in der Vergangenheit - wieder verlängert werden, entsteht eine Rechtsunsicherheit für Hartz-IV-Empfänger. Aufgrund der Nachrangigkeit der "Grundsicherung für erwerbsfähige Hilfebedürftige" - alle anderen Einkommensmöglichkeiten müssen zuvor erschöpft sein - könnten dann theoretisch ältere ALG-II-Empfänger zur vorzeitigen Rente verpflichtet werden, auch wenn dafür bis zu 18 Prozent Rentenabschlag in Kauf genommen werden müssen. Und dieser Abschlag gilt dann für das gesamte Rentenalter.

Wie der aktuelle Altersübergangsreport unter http://www.iaq.uni-due.de/auem-report/ zeigt, ist die Zahl der arbeitslosen "jungen Alten" (50 bis 57 Jahre) zwischen 1996 und 2005 gestiegen und betrug 2005 über eine Million. Nur der stetige Rückgang der registrierten Arbeitslosen ab 58 Jahre in diesem Zeitraum (von über 450.000 (1999) auf unter 100.000 (2004)) verhinderte, dass mehr als 1,2 Millionen ältere Menschen (50 bis 64 Jahre) als arbeitslos gezählt wurden. "Dies ist jedoch nicht auf eine besonders günstige Beschäftigungsentwicklung der 58- bis 64-Jährigen zurückzuführen, sondern darauf, dass ein zunehmender Teil sich im erleichterten Leistungsbezug sammelte, was zu einer Reduzierung der registrierten Altersarbeitslosigkeit führte", so die IAQ-Experten Brussig und Wojtkowski.

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0209/1707-176, 0170-8761608,

Weitere Infos: Dr. Martin Brussig, Tel. 0209/1707-132, martin.brussig@uni-due.de, Sascha Wojtkowski, Tel. 0209/1707-257, sascha.wojtkowski@uni-due.de

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.iaq.uni-due.de/auem-report/

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