Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weg mit der Barriere - Neue Umfragemethoden für sehbehinderte und blinde Personen

18.12.2006
Über 650 Tausend Blinde und Sehbehinderte können jetzt auch an Umfragen mit Selbstausfüller-Fragebogen teilnehmen und ihre Meinung gleichberechtigt wie alle anderen kund tun.

Das Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) und der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein (BBSV) haben gemeinsam Methoden entwickelt, um sehbehinderten und blinden Personen die Teilnahme an selbstadministrierten Befragungen zu ermöglichen.

Ob Umfragen zu Wahlen, Beliebtheit von Politikern oder sonstigen Meinungsumfragen, blinde und sehbehinderte Mitbürger konnten bisher nur bei telefonischen oder persönlichen Befragungen ohne zusätzliche Hilfe ihre Sicht der Dinge mitteilen. Diesem Mangel hat sich nun ZUMA und der BSSV angenommen und neue Methoden entwickelt, um möglichst vielen Personen die Teilnahme an solchen Befragungen zu ermöglichen. Ansätze aus der kognitiven Psychologie, insbesondere der Gestaltpsychologie, in Kombination mit Usertests waren die Grundlage, auf der die drei Fragebogenvarianten entwickelt und im August durch eine Mitgliederbefragung des BBSV getestet wurden.

Die Papiervariante berücksichtigt die besonderen Layout-Anforderungen bei der Bearbeitung mit Vergrößerungsgeräten und eingeschränktem Sehfeld. Die Blindenschriftvariante (Braille) ermöglicht taktile Lesbarkeit und Beantwortung mit Braille-Schreibgeräten. Aber auch das Medium Web wurde berücksichtigt, eine barrierefreie internetbasierte Befragungsmethode erlaubt die Teilnahme zu Hause am PC mit Unterstützung von Hilfsgeräten wie z.B. Braillezeilen, Vergrößerungen und Screenreadern (Bildschirmleseprogramme). Die Umfragesoftware dazu wurde vom Institut für Technologie und Arbeit in Kaiserslautern zur Verfügung gestellt und Mitarbeiter der Initiative LOB - Land ohne Barrieren halfen bei der praxisnahen Evaluierung der Onlinevariante.

... mehr zu:
»Barriere »Befragung »Fragebogen »Umfrage »ZUMA

Das Besondere und Neue an diesen drei Varianten sind weniger die technischen Hilfsmittel an sich, sondern vielmehr die Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse bei der Gestaltung der Fragebogen. Dabei spielt das Layout zwar eine große Rolle, aber die Reihenfolge der Fragenbogenbearbeitung (Sequentialisierung), um die Informationen und Anforderungen besser verarbeiten zu können, ist genauso wichtig wie spezielle Navigationshilfen und Hinweise (Positionsmarken), die den Befragten durch den Fragebogen helfen.

Kontakt
Lars Kaczmirek
Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA)
Quadrat B2, 1
68159 Mannheim
http://www.gesis.org/zuma/
E-Mail: kaczmirek@zuma-mannheim.de
Tel: +49 (621) 1246-206
Kooperationspartner:
BBSV: http://www.bbsvvmk.de/ (Dr. K. G. Wolff, Karlheinz Schneider & Brigitte Schick)
ITA: http://www.ita-kl.de/ (Dr. Harald Weber)
LOB: http://www.land-ohne-barrieren.de/ (Kathrin Kaschura)

Kerstin Hollerbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.gesis.org/
http://www.land-ohne-barrieren.de/

Weitere Berichte zu: Barriere Befragung Fragebogen Umfrage ZUMA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte