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Geschlechterpolitik: Pro und Contra der Globalisierung

26.07.2001


Frauenbewegung: Die Haustür weit aufmachen
Chancen und Risiken für die Geschlechterpolitik

Die neue Sonderausgabe der "Zeitschrift für Frauenforschung und Geschlechterstudien" (Hg. von Prof. Dr. Ilse Lenz, Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB und Helen Schwenken, Universität Kassel) will in Deutschland die Debatte um die internationale Dimension der Frauenbewegung forcieren. Entscheidungen auf EU-Ebene stehen vor der deutschen Haustür und bringen neue Möglichkeiten für die lokale und nationale Frauenpolitik, vielleicht aber auch neue Risiken mit. "Wer sich einmischen will, sollte die Tür weit aufmachen und mitdiskutieren", unterstreicht Ilse Lenz das Anliegen des Hefts.

Internationale Programme kommen nach Deutschland

Die Geschlechterpolitik und die Frauenbewegungen haben sich globalisiert, die Diskussion darüber steht hier hingegen noch am Anfang. So wurde z.B. Gender Mainstreaming (die Gleichstellungsverpflichtung der EU) zunächst international von Frauenbewegungen entwickelt, dann in den EU Vertrag von Amsterdam aufgenommen und damit verbindlich. Nun fängt die Umsetzung in der Bundesrepublik erst an.

Lernen von den anderen

Die neue Internationalität bietet ein breites Experimentierfeld. Frauenbewegungen aller Länder entwerfen verschiedene Wege zur Gleichheit, aus denen die anderen auch lernen können. Mit den globalen feministischen Netzwerken haben sich transnationale Räume für Information, Kommunikation und Koalitionen entfaltet - um so wichtiger, sich einzumischen und an der Diskussion zu beteiligen.

Finanzpolitik geschlechterdemokratisch reformieren

Dieses Ziel hat das neue Sonderheft. Die Autoren diskutieren zunächst Globalisierung und den Einfluss von Frauenbewegungen vor allem auf Europa. Dann fragen sie etwa, ob die internationale Finanzpolitik und die Welthandelsorganisation (WTO) geschlechterdemokratisch zu reformieren sind. Sie stellen Fraueninterventionen in die internationale Politik zusammenfassend dar und untersuchen an mehreren Beispielen die lokale, nationale und globale Vernetzung von Frauenbewegungen. Schließlich befragen sie neue Ansätze der Demokratietheorie wie Staatsbürgerschaft und Zivilgesellschaft daraufhin, wie man sie für das Verständnis von Frauenbewegungen fruchtbar machen kann.

Der Pionierin der Sozialwissenschaftlerinnen gewidmet

Die Beiträge gehen aus einem Workshop in Bochum im März 2001 hervor, den die Marie Jahoda Gastprofessur gemeinsam mit dem Promotionskolleg "Geschlechterdemokratie und Organisationsform im globalen Kontext" (Universität Bielefeld und RUB) veranstaltete. Das Heft ist Marie Jahoda (1907-2001) gewidmet, einer Pionierin für Frauen in der Wissenschaft. Zu den Autorinnen gehören neben Ilse Lenz auch Alison Woodward (Brüssel), Brigitte Young (Mitglied der Kommission zur Globalisierung des deutschen Bundestags), Christa Wichterich, Helen Schwenken, Regina Dackweiler und Susanne Schunter-Kleemann.

Titelaufnahme

Lokal, national, global? Frauenbewegungen, Geschlechterpolitik und Globalisierung. Sonderheft der Zeitschrift für Frauenforschung & Geschlechterstudien (2001) Kleine Verlag Bielefeld


Postfach 101668, 33516 Bielefeld; KV@Kleine-Verlag.de

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ilse Lenz, Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25413, Fax: 0234/32-14502, E-Mail: ilse.lenz@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw

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