Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Männer sehen sich als Erzieher ihrer Kinder

16.07.2001


Bundesministerin Bergmann stellt Studie über Väter vor

Es hat sich ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen: Die Väter von heute wollen sich nicht auf das Geldverdienen beschränken. Sie wollen ihre Kinder mit großziehen. Inwieweit es tatsächlich eine neue soziale Realität der Väter gibt, untersucht eine Studie des Münchener Staatsinstituts für Frühpädagogik, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wurde. Wie sehen sich Männer in der Vaterrolle? Wie unterscheidet sich ihr Verständnis vom Vatersein von dem ihrer Väter? Sehen sie sich eher als "Ernährer der Familie" oder als "Erzieher der Kinder"? Inwiefern profitieren die Kinder und die Partnerschaft von aktiven Vätern? Diesen Fragen geht die Studie "Die Rolle des Vaters in der Familie" nach.

Gefragt wurden Männer und ihre Partnerinnen in vier unterschiedlichen Phasen der Familienentwicklung: Kinderlose Paare, Familien mit Säuglingen, mit Kindern im Einschulalter und mit jugendlichen Kindern.

Zentrales Ergebnis der Studie ist: Junge Männer haben ein neues Verständnis von ihrer Vaterrolle. So sieht sich nur noch ein Drittel der Väter von schulpflichtigen Kindern vorrangig in der Rolle des "Ernährers der Familie". Über zwei Drittel der Väter sehen sich als "Erzieher ihrer Kinder". Diese Sicht bestätigen auch ihre Partnerinnen.

Die Studie belegt das gewandelte Rollenverständnis von Mann und Frau, das im Alltag längst zu beobachten ist, betont die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Christine Bergmann: "Männer wollen sich aktiv an der Betreuung und Erziehung von Kindern beteiligen und die Entwicklung der Kleinen bewusst erleben. Sie wollen nicht den Wochenend-Vater abgeben, der sich nur auf das Geldverdienen konzentriert. Väter sind wichtig für die Entwicklung der Kinder. Und den Vätern und ihrer Partnerschaft tut es gut, wenn sie einen aktiven Part in der Familie spielen."

Eine partnerschaftliche Arbeitsteilung bei der Erziehung der Kinder wird von den meisten Männern und Frauen angestrebt, aber nicht überall erzielt. 70 Prozent der kindbezogenen Aufgaben sollen nach Ansicht der Befragten unter den Eltern gleichmäßig aufgeteilt werden. Ideal und Realität klaffen allerdings auseinander, denn Mütter übernehmen mehr als die Hälfte der Aufgaben.

Die Studie zeigt, in welchen Fällen sich die Arbeitsteilung wandelt: "Wo Frauen eine gleichberechtigte Teilung der Aufgaben erwarten und einfordern, beteiligen sich die Männer an der Erziehungsarbeit. Das heißt in der Konsequenz: Beide, Frauen und Männer, müssen für ein partnerschaftliches Miteinander umdenken. Eine neue Vaterrolle lässt sich nicht mit der traditionellen Mutterrolle vereinbaren, bei der das Kind alleine auf die Mutter ausgerichtet ist", hebt Bundesministerin Bergmann hervor.

Mit der Teilung der Aufgaben erhöht sich die Zufriedenheit in der Partnerschaft. Ein aktiver Vater fördert die Harmonie in der Familie. Genau so ist die gute Kommunikation in der Partnerschaft wichtig, um ein gemeinsames Rollenverständnis zu entwickeln, bei dem die gegenseitigen Erwartungen nicht auseinander klaffen: Bei Paaren, die oft miteinander reden, ändern junge Väter häufiger ihr Rollenverständnis vom Ernährer zum Erzieher der Kinder.

Das Vaterschaftsverständnis der jungen Väter wird auch durch die Erfahrungen mit dem eigenen Vater beeinflusst. Positive Erfahrungen mit dem eigenen Vater - so die Studie -

werden weitergegeben. Bei weniger guten Erfahrungen versucht der Vater in der Regel, bei seinem Kind neue Wege zu beschreiten.

| Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de/

Weitere Berichte zu: Erzieher Rollenverständnis Vaterrolle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise