Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Akademikerinnen realisieren ihren Kinderwunsch spät oder überhaupt nicht

05.08.2004


Vor dem Hintergrund der defizitären Rentenkassen stehen kinderlose Frauen und hier vor allem die Akademikerinnen zunehmend im Zentrum des Interesses. Kinderlosigkeit steht in einem engen Zusammenhang mit dem Ausbildungsniveau der Frauen. Die Zahl der dauerhaft kinderlosen Frauen nimmt zu, damit im Zusammenhang steht auch die rückläufige Heiratsneigung. Diese Tendenz ist noch beschränkt auf Frauen mit höherem Bildungsabschluss.


Generell ist in Deutschland zwar kein nennenswerter weiterer Rückgang der Geburtenziffern zu beobachten. Aber vor dem Hintergrund der defizitären Rentenkassen stehen kinderlose Frauen und hier vor allem die Akademikerinnen im Zentrum des Interesses.

Anhand der Volkszählungsdaten 1970 und der Mikrozensusdaten 1989 bis 2000 Heike Wirth und Kerstin Dümmler den Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Kinderlosigkeit von Frauen. Mit über 500.000 Befragten pro Stichprobe lassen sich begründete Aussagen zum Verhalten in den verschiedenen weiblichen Alters- und Bildungsgruppen hinsichtlich der Kinderlosigkeit machen. Betrachtet werden unter anderem Frauen der Geburtskohorten 1951 bis 1968 im Alter zwischen 31 und 44 Jahren.


Als wesentliches Ergebnis lässt sich festhalten:
(1) Frauen mit Hochschulabschluss realisieren ihre Kinderwünsche deutlich später als Frauen mit einem niedrigeren Ausbildungsabschluss. Nicht selten bekommen sie ihr erstes Kind erst Ende 30.

(2) Das im Vergleich zu anderen Bildungsgruppen höhere Ausmaß an Kinderlosigkeit bei Hochschulabsolventinnen, scheint kein Ausdruck eines neuen Verhaltensmuster zu sein. Auch schon 1970 lag die Kinderlosigkeit bei Frauen mit Hochschulabschluss deutlich über dem Durchschnitt. Allerdings hat sich der Anteil der Hochschulabsolventinnen in den letzten 30 Jahren von 2% (1970) auf 10% (2000) erhöht.

(3) Bei den bis Mitte der 1950er Jahre geborenen Frauen mit Hochschulabschluss lag der Anteil der zeitlebens Kinderlosen bei etwa 30%. Für die jüngeren Geburtskohorten (Ende 1950 bis Anfang 1960 Geborenen) ist ein deutlicher Anstieg zu beobachten.

(4) In der Regel gehören zu einer Familiengründung nicht nur Mutter und Kind, sondern auch ein Vater, wenn nicht sogar ein Ehemann. Trotz der zunehmenden Zahl lediger Mütter, hat diese Regel weiterhin Bestand. Dies ist auch bei den Akademikerinnen der Fall, ledige Akademikerinnen bekommen selten Kinder. Mit höherem Ausbildungabschluss nimmt jedoch auch der Anteil der ledigen Frauen zu, und diese Tendenz hat sich noch verstärkt in den letzten Jahren. Das deutet darauf hin, dass junge, hochqualifizierte Frauen weniger gewillt sind, die schwierigen Rahmenbedingungen zu akzeptieren, die eine Verbindung von Familen- und Erwerbsarbeit mit sich bringt.

Kerstin Hollerbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.gesis.org/Publikationen/Zeitschriften/ISI/pdf-files/isi-32.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte