Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arbeitslosigkeit ist größtes Risiko für Gesundheitsversorgung

02.03.2004


Auch eine zweite Stufe der Gesundheitsreform wird das Gesundheitswesen in Deutschland nicht dauerhaft entlasten können. Sollte es beim bisherigen umlagefinanzierten System der gesetzlichen Krankenkassen bleiben, werden die Versicherungsbeiträge weiter steigen. Denn aktuell ist der Hauptgrund der Misere eindeutig die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit. Das ergibt das „Branchenbarometer Krankenversicherungen“, eine aktuelle Studie von Allianz Private Krankenversicherung, F.A.Z.-Institut und Mummert Consulting auf Basis einer Umfrage unter deutschen Top-Entscheidern sowie unter mehr als 500 Krankenversicherten.


Mehr als vier von fünf der vom Meinungsforschungsinstitut forsa für die Studie befragten Manager aus Gesundheitswesen und Wirtschaft nennen die hohe Quote der Arbeitslosen als Hauptproblem des derzeitigen umlageorientierten Finanzierungssystems. Der demographische Wandel – also die Alterung der Bevölkerung – folgt im Ranking der größten Gefahren mit 80 Prozent erst an zweiter Stelle, gefolgt von den steigenden Kosten durch den medizinischen Fortschritt sowie mangelnder Transparenz im Gesundheitswesen.

Die hohe Arbeitslosigkeit liegt ebenfalls weit vorn, wenn man die Entscheider aus Medizin und Krankenversicherungen sowie Wirtschaftsunternehmen nach der Dringlichkeit befragt, mit der die Probleme angegangen werden müssen. Fast neun von zehn Befragten sehen hier akuten Handlungsbedarf, um das Gesundheitssystem wieder auf feste Beine zu stellen. Nur die mangelnde Transparenz kommt auf einen leicht höheren Wert. Doch unter dem Strich hat die hohe Arbeitslosigkeit in beiden Kategorien – bei den größten Problemen und der Dringlichkeit des Handelns – die höchste Priorität.


Weitere gravierende Risiken sind laut der Untersuchung der fehlende Wettbewerb unter den Leistungserbringern sowie die mangelnde Effizienz der medizinischen Versorgung. Beide Punkte werden von knapp 60 Prozent der Entscheider genannt. Überraschend ist, dass nur 43 Prozent den immer noch umfangreichen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen als große Gefahr für das System einstufen.

Basis des „Branchenbarometers Krankenversicherungen“ ist eine Befragung vom Oktober und November 2003 durch das Meinungsforschungsinstitut forsa. Darin äußerten sich 100 Top-Entscheider bei Leistungserbringern, Kostenträgern und Großunternehmen. Sie setzten sich aus 30 Ärzten und Klinikmanagern sowie aus Spitzenkräften von 30 Krankenkassen und Krankenversicherungen sowie von 40 Großunternehmen zusammen. Die gleichen Fragen beantworteten elf Mittler aus Parteien und Verbänden der Leistungserbringer, Kostenträger und Patienten. In einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Oktober 2003 hat forsa außerdem 512 Bürger ab 16 Jahren telefonisch zur Gesundheitsversorgung und zu Reformen im Gesundheitswesen interviewt.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten