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Frauen nehmen mehr Medikamente als angenommen

26.02.2004


US-Studie warnt vor gefährlichen Wirkstoff-Cocktails


Nach einer im American Journal of Obstetrics and Gynecology veröffentlichten Studie neigen Frauen häufig dazu, zu viele Medikamente zu nehmen. Die Studie von der University Minnesota hat auch festgestellt, dass die Patientinnen bei Arztbesuchen nicht Auskunft über die Verwendung anderer Medikamente geben. Die Forscher fordern eine bessere Aufklärung über die Gefahr von Wechselwirkungen bei verschiedenen Präparaten.

"Eine Gefahr bergen vor allem pflanzliche Heilmittel, die einfach in jedem Supermarkt gekauft werden können", so Studienautor Timothy Tracy, Pharmazeut der University of Minnesota. Dabei würden häufig zu große Mengen der Stoffe eingenommen. Der Experte warnt vor Neben- und Wechselwirkungen dieser zum Teil hoch dosierten Wirkstoffe. An der Untersuchung nahmen mehr als 570 Probandinnen teil. 92 Prozent nahmen die Medikamente nach Verschreibung der Ärzte ein, 96,5 Prozent setzten auf Selbstmedikation mit zusätzlichen Mitteln, die im Supermarkt gekauft werden. Weiters gaben 59,1 Prozent an zusätzlich pflanzliche Heilmittel zu sich zu nehmen.


"Als besonders problematisch gelten jene Patienten, die den behandelnden Arzt über die Einnahme anderer Medikamente nicht informierten", so Tracy. Häufig werde etwa dem Gynäkologen nicht gesagt, dass blutdrucksenkende Medikamente eingenommen werden, die von einem anderen Arzt verschrieben wurden. "Patienten können oft die Notwendigkeit dieser Information an den behandelnden Arzt nicht nachvollziehen", kritisieren die Studienautoren. In den Untersuchungen der Wissenschaftler neigten die Patientinnen auch dazu, manche zwischendurch eingenommenen Präparate gegen Kopfschmerzen, Magen- oder Darmbeschwerden nicht anzuführen. Erst nach Vorlesen einer Liste mit Medikamenten kam der "wahre Konsum" an Heilmitteln ans Tageslicht.

Insgesamt wurden die Probandinnen über einen Zeitraum von 42 Monaten untersucht. Unter den Frauen, die verschriebene Medikamente einnahmen, waren nur 20 Prozent, die ein einzelnes Präparat verwendeten, aber 39 Prozent, die mehr als vier Präparate gleichzeitig konsumierten. Von allen Untersuchten nahmen 97 Prozent mindestens ein im Supermarkt frei erhältliches Präparat ein, 59 Prozent nahmen sogar mehr als vier verschiedene zu sich. Nach Meinung der Mediziner ergeben sich aus dem Cocktail der eingenommenen Mittel zum Teil erhebliche Wechselwirkungen. Besonders bedenklich waren dabei Medikationen gegen Depressionen, die mit verschriebenen Pillen und dem Naturheilmittel Johanniskraut gemischt eingenommen wurden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.medical-library.org/j_obg.htm
http://www1.umn.edu

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