Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Babysitter bringen US-Babys Chinesisch bei

19.02.2003


Forscherin untersucht phonetisches Erlernen von Fremdsprachen


Wissenschaftler haben einen anderen Weg gefunden, der einem Menschen das Erlernen einer Sprache erleichtern soll: Am Ende des ersten Lebensjahres werden die Kleinkinder mehrere Stunden von chinesischen Babysittern betreut. Nach Angaben von US-Forschern hat diese Methode den Kindern geholfen, die Sprache phonetisch zu erfassen. Das berichtet die Neurologin Patricia Kuhl beim jährlichen AAAS-Meeting in Denver.

Die Kleinkinder wurden von einem Team chinesischer Babysitter betreut, die den Kindern aus verschiedenen Kinderbüchern vorlasen und mit ihnen spielten. "Das Ergebnis zeigte deutlich, dass die Kleinen die phonetischen Informationen nach einer erstmaligen Auseinandersetzung mit einer fremden Sprache in einer relativ kurzen Zeit begreifen", so die Forscherin, die an der University of Washington tätig ist. Das gelte aber nur für den Fall, dass Menschen die Sprachinformation übermitteln. In einer Versuchsreihe mittels technischer Hilfsmittel wie DVD und Audiotape reagierten die Babys nicht auf die Fremdsprache. Das sei ein Hinweis darauf, dass die soziale Interaktion eine wichtige Komponente beim Erlernen der Fremdsprache sei, so die Forscherin, die Direktorin des Center for Mind, Brain and Learning an der Universität ist.


Kuhl hat bereits in früheren Studien gezeigt, dass Kinder als "Weltbürger" geboren werden. Das bedeutet, dass sie von Natur aus die Fähigkeit haben, Sprachen voneinander zu unterscheiden. Während der zweiten sechs Lebensmonate beginnen Kinder sich intensiv mit der eigenen Muttersprache zu beschäftigen. Dann verlieren sie die Fähigkeit die Klänge einer fremden Sprache zu differenzieren, erklärt die Forscherin. "Diese Fähigkeit ist auch das Problem, warum wir fremde Sprachen so schwer erlernen", führt die Wissenschaftlerin aus. Manche der phonetischen Besonderheiten einer Sprache sind für Fremde nahezu unmöglich zu erlernen, da sie dem Sprachmuster der Muttersprache unähnlich sind. Das gelte für verschiedene Silben, die im Chinesischen häufig vorkommen.

Nach den Forschungsergebnissen waren die Ergebnisse der phonetischen Sprachlehre lang andauernd. In weiteren Experimenten, die allerdings erst ausgewertet werden müssen, werden die Forscher auch die Wirkung von Fremdsprachen auf 14 und 30 Monate alte Kinder untersuchen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.aaas.org

Weitere Berichte zu: Babysitter Chinesisch Fremdsprache

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen