Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chance für ein gesundes Leben

21.07.2008
Zwei neue Veröffentlichungen der Gesundheitsberichterstattung zur Gesundheit von Migranten

Über die gesundheitliche Situation von rund einem Fünftel der Bevölkerung war bislang wenig bekannt. Die Rede ist von Einwohnern, die zugewandert oder Kinder von Zuwanderern sind.

Ein solcher Migrationshintergrund bringt gesundheitliche Risiken, aber auch Chancen mit sich. Zwei Berichte aus dem RKI, erschienen in der Reihe der Gesundheitsberichterstattung (GBE), verbessern nun den Informationsstand erheblich: der GBE-Schwerpunktbericht "Migration und Gesundheit" und der GBE-Beitrag "Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland".

"Differenzierte Daten sind wichtig für zielgenaue Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung", sagt Bärbel-Maria Kurth, im RKI Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung. Der GBE-Beitrag bietet mit der neuen KiGGS-Auswertung erstmals aussagekräftige und differenzierte Informationen zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (die Basisergebnisse der KiGGS-Studie sind 2007 im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht worden, siehe http://www.kiggs.de).

Die neue Veröffentlichung im Rahmen der GBE enthält umfassende Analysen zum Gesundheitsverhalten (z. B. Tabak- und Alkoholkonsum), zur körperlichen und subjektiven Gesundheit (z. B. zu Übergewicht, allergischen Erkrankungen oder Schmerzen) sowie zur Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen und Schutzimpfungen und geht auch auf methodische Aspekte der Erfassung eines "Migrationshintergrundes" ein.

Für den GBE-Schwerpunktbericht über die Gesundheitssituation der erwachsenen Migranten wurden vor allem die amtliche Statistik, Daten der Sozial- und Gesundheitsberichterstattung, Einzelstudien sowie regelmäßige Erhebungen ausgewertet. Dem einleitenden Kapitel (u.a. mit Daten zu Bildungsstand und Erwerbsbeteiligung) folgen Abschnitte zu migrationsspezifischen gesundheitlichen Belastungen, zum Gesundheitszustand ausgewählter Altersgruppen, zu Gesundheitsversorgung und Prävention.

Beide Publikationen belegen, dass Migranten eine sehr heterogene Gruppe sind. Die gesundheitliche Situation kann in Abhängigkeit von Herkunftsland, Geschlecht, Alter und Aufenthaltsdauer variieren. Die Ursachen für unter Migranten verstärkt auftretende Gesundheitsprobleme, zum Beispiel bestimmte Infektionskrankheiten, Übergewicht oder schlechtes Mundgesundheitsverhalten, können vielfältig sein. Zum einen gehören Migranten überproportional häufig zu sozial benachteiligten Schichten, deren Gesundheitszustand auch bei Nicht-Migranten schlechter ist.

Zum anderen gibt es Unterschiede im Lebensstil, bei den Ernährungsgewohnheiten, bei den Wertmaßstäben, etwa die Auffassung vom kindlichen Übergewicht als Zeichen besonderer Gesundheit. Aber auch psychosoziale Belastungen durch die Trennung von der Familie oder durch Fremdenfeindlichkeit sind in ihren gesundheitlichen Auswirkungen zu erkennen. "Menschen mit Migrationshintergrund sind nicht grundsätzlich gesundheitlich benachteiligt", betont Bärbel-Maria Kurth. Schützende Faktoren, wie zum Beispiel gesundheitsfördernde soziale Netzwerke, das zum Teil günstigere Stillverhalten von Müttern oder ein kulturell bedingter niedrigerer Alkoholkonsum wirken sich positiv auf die Gesundheit der Mitbürger mit Migrationshintergrund aus.

Herausgeber
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie