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Computer ärgern sich einfach nicht richtig

06.06.2008
Spielen ist nicht allein eine Domäne der Kinder: Erwachsene und Senioren können sich den Spass am Spiel genauso erhalten. Auch hier hilft die Arbeitsstelle für Spielforschung und Freizeitberatung der Fachhochschule Dortmund. Sie wird in diesem Jahr 25 Jahre alt.

Seit einem Vierteljahrhundert untersucht die "Spielestelle" des Fachbereichs Angewandte Sozialwissenschaften Spiele für alle Altersstufen. Im Vordergrund: Kommunikative und pädagogische Aspekte.

"In einer weitgehend durchrationalisierten und konsumorientierten Welt gewinnen Freizeit und Spiel zunehmend an Bedeutung. Kreativität, Phantasie und Toleranz sollen gefördert werden", sagt der Leiter der Stelle, Prof. Dr. Rainer Korte (64).

Beratung und Information über Spiele - vom Kindergarten bis zum Seniorenheim - ist eine ihrer Aufgaben. Sie gibt Empfehlungen, hilft bei Anleitungen. "Die besten Spiele sind aber immer noch die, die man nicht seitenlang erklären muss", weiß Prof. Korte. Schnell muss es gehen und Spass muss es machen. Dazu gehören natürlich auch Mitspieler und Gegner. "Ein Computer kann sich einfach nicht vernünftig ärgern", hebt Rainer Korte die kommunikative Komponente hervor. Dazu müssen die Spiele natürlich altersgerecht ausgelegt sein.

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Man kann es aber auch übertreiben. Korte: "In Seniorenheimen ärgern sich die Leute maßlos, wenn man mit einem "Mensch, ärgere dich nicht - Spiel" in XXL-Format ankommt." Stattdessen sind hier Evergreens wie "Vier gewinnt" genauso gefragt wie zielgruppengerechte Neuentwicklungen: "Vertellekes" etwa ist ein Spiel, in dem Senioren Anekdoten aus ihrem Leben zum Besten geben können.

Mitarbeiter Lars Thoms weiß übrigens, dass die Welt des Spiels nicht grenzenlos ist: "Die Muster sind nicht beliebig erweiterbar, die Prinzipien ähneln sich sehr oft." So ist bei Kindern und alten Menschen oft ein hoher Glücksfaktor hilfreich: Die Tage des guten alten Würfels sind noch lange nicht gezählt.

Das Spielearchiv in der Otto-Hahn-Straße umfasst mittlerweile 3500 Exemplare: Vom Würfel- und Kartenspiel bis hin zum Strategie- und Bewegungsspiel.

Tendenz: steigend. Umsatzsteigerungen bei den Spielverlagen von 10 Prozent sind für die letzten Jahre normal. Dieser rapiden Entwicklung stehen viele Verbraucher - wie so oft - ratlos gegenüber. Wer schon einmal Beratung in so genannten Fachmärkten gesucht hat, weiß, wovon die Rede ist. "Wir haben den Auftrag", so Rainer Korte, "ein Gegengewicht durch Informationen zum puren Kommerz zu bilden". Unabhängigkeit und Objektivität sind für die Arbeitsstelle mehr als nur Schlagworte.

Wobei man auch stets für Neues offen ist. Das Schlimmste, so Korte, sind die selbsternannten Spieleerfinder: "Die präsentieren uns dann die 25. Version von 'Monopoly" in lila'." Man kann es, wie gesagt, auch übertreiben. Aber die wenigsten tun das.

Jürgen Andrae | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-dortmund.de

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