Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Zürich bietet erstes verhaltenstherapeutische Computerspiel für Kinder an

03.06.2008
Die an der Universität Zürich entwickelte "Schatzsuche" ist weltweit das erste verhaltenstherapeutische Computerspiel für Kinder. Sie wird Fachleuten für die Therapie von 9-13-jährigen Kindern gratis zur Verfügung gestellt. Das Computerspiel ist in Deutsch, Englisch und Niederländisch erhältlich.

"Schatzsuche", das verhaltenstherapeutische Computerspiel, wurde von Veronika Brezinka vom Zentrum für Kinder und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich entwickelt. "Wir wollen damit Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in ihrer Arbeit mit 9-13-jährigen Kindern unterstützen", sagt Veronika Brezinka.

Es kann in der verhaltenstherapeutischen Behandlung von ängstlichen, oder depressiven Kindern eingesetzt werden, aber auch bei Kindern mit aggressivem Verhalten. "Schatzsuche ist jedoch kein Selbsthilfe-Spiel und ersetzt die Arbeit eines Psychotherapeuten nicht", stellt Brezinka klar.

Psychotherapeutische Computerspiele ohne begleitende Psychotherapie können keine kindlichen Störungen beheben. Deshalb wird "Schatzsuche" nur an Fachleute abgegeben, die sich als solche legitimieren müssen. Die Universität Zürich bietet das therapeutische Computerspiel gratis an, um diese innovative Form der Unterstützung einer Psychotherapie rasch zu verbreiten. Sie hofft, mit Spenden die Website und die Weiterentwicklung finanzieren zu können.

Das Spiel selbst findet auf einem alten Segelschiff statt. Das Kind hilft dem Kapitän, eine Schatzkarte zu entziffern. Dazu muss es verschiedene Aufgaben im Schiff lösen. Sind jeweils alle Aufgaben einer thematischen Gruppe gelöst, gewinnt das Kind einen Seestern, den es in die Schatzkarte einsetzen kann. Dadurch wird diese lesbar und Kind und Kapitän erhalten weitere Anhaltspunkte, wo sie nach dem Schatz suchen müssen. Hat das Kind alle Aufgaben gelöst, respektive den Schatz gefunden, erhält es eine vom Therapeuten unterzeichnete Urkunde. Pro Therapiesitzung soll jeweils ein Level von 20 Minuten Dauer bearbeitet werden.

Die Psychologin Veronika Brezinka erwartet, dass Kinder in der Therapie motivierter sind, wenn sie die Aufgaben in einem Computerspiel lösen können. Zudem kann die Schatzsuche den Therapeuten helfen, die Therapiesitzung zu planen und zu strukturieren.

Kontakt:
Dr. Dr. Veronika Brezinka, Psychopathologie des Kindes- und Jugendalters, Universität Zürich
Tel. +41 43 556 40 12
E-Mail: veronika.brezinka@ppkj.uzh.ch

Beat Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uzh.ch/
http://www.treasurehunt.uzh.ch

Weitere Berichte zu: Computerspiel Psychotherapeut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Call for Papers – ICNFT 2018, 5th International Conference on New Forming Technology

16.08.2017 | Event News

Sustainability is the business model of tomorrow

04.08.2017 | Event News

Clash of Realities 2017: Registration now open. International Conference at TH Köln

26.07.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Filterschutz fürs Gehirn: Weniger Schlaganfälle bei Herzklappenersatz-OP

17.08.2017 | Medizintechnik

Magenkrebs: Auch Bakterien können Auslöser sein

17.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

17.08.2017 | Biowissenschaften Chemie