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Ungewöhnliches Projekt zur Formentwicklung: "Kulttuuri - cultureXchange"

21.04.2008
In "Kulttuuri" steckt das finnische Wort für "Kultur" und dessen deutsche Übersetzung. Genau darum ging es in diesem deutsch-finnischen Austauschprojekt: Schnittmengen zu finden in den kulturellen Gewohnheiten, Gemeinsames und Gegensätzliches zu erkennen.

Angehende Designer für kulturelle Unterschiede in globalisierten Märkten zu sensibilisieren ist heutzutage eine wichtige Aufgabe. Studenten der Hochschule Niederrhein in Krefeld und der University of Art and Design in Helsinki mit ihren Professoren Gerhard Hahn und Tapio Yli Viikari gingen dabei ganz neue, ungewöhnliche Wege.

Nach einem Kick-Off-Meeting in Helsinki, bei der sich gemischte deutsch-finnische Teams formierten, wurde das Projekt "cultureXchange" über das Internet und simultane Ton-Bild-Konferenzen in englischer Sprache vorangetrieben. Dabei entwickelte sich ein sehr inspirierender interkultureller Dialog über die gegenseitigen Auffassungen von "Innovation und Tradition".

Durch Vergleich kultureller Gepflogenheiten zeigen die 18 finnischen und deutschen Studenten ab dem 24. April individuelle künstlerische und gestalterische Arbeitskonzepte und Designlösungen mit den Materialien Keramik, Porzellan und Glas.

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Dabei entstand unter anderem "Blind Date", ein variables Tisch-Tableware-Instrumentarium. Hier fungiert die entsprechend präparierte Tischplatte als "Benutzeroberfläche", auf der verschiedene Geschirrteile positioniert werden können. Eine andere Arbeit wird unter dem Titel "Ceno" gezeigt. Ausgehend von einer Internetumfrage zu aktuellen Essgewohnheiten in den beteiligten Kulturen wurde ein möglichst einfaches, aber variables, dabei mobiles und multifunktionales Geschirrset zwischen Slow- und Fastfood entwickelt.

Ein weiteres Team setzte in künstlerischer Form die Ergebnisse von assoziativen Interviews zum Thema Erinnerung in zwei Arbeiten um. So sind die "Memory Boxes" auf Tisch und Raum verteilte Kästen mit geschichteten Glasflächen, in die Erinnerungen grafisch eingearbeitet sind. Durch punktuelle Benetzung der sandgestrahlten Oberfläche mit einem Pinsel kann der Besucher sich Fragmente der Erinnerungen sichtbar machen. Diese und weitere Arbeiten werden ab dem 24. April in einer Ausstellung im Rahmen des Krefelder Pottbäckermarkts in der Shedhalle der Hochschule am Frankenring 20 gezeigt. Die Studenten der University of Art and Design Helsinki sowie Prof. Tapio Yli Viikari werden während der Ausstellung bis zum 30. April anwesend sein.

Und worin bestanden die kulturellen Gegensätze: "Bei den Finnen steht oft die Ästhetik des Materials vor der Funktion, bei uns steht die Funktion, die konzeptionelle Idee, im Vordergrund", beobachtete Professor Hahn. Es habe sich durch das Projekt bewiesen, dass man durch anderes Denken zu ebenso guten Ergebnissen kommen könne. Kleine funktionale Mängel fielen bei einer emotionalen Akzeptanz nicht ins Gewicht. Das mag auch für die Kanne und die Wandlampen gelten, die aus originalen finnischen Sauna-Schöpflöffeln gefertigt wurden. Zu welchen Objekten die nach Helsinki geschickten Kuckucksuhren mutierten, wird in der Ausstellung zu sehen sein.

Weil "cultureXchange" auch ein kommunikatives Experiment ist, wurden die Produkt-Designer bei den fachlichen Dialogen und der Konzeptions- und Entwurfsentwicklung von Kommilitonen des Kommunikations-Design mit Prof. Nora Gummert-Hauser mit Video- und Fotokamera begleitet. Diese Videos werden ebenfalls während der Ausstellung gezeigt. Im Oktober erscheint ein Katalog.

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de

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