Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

USA: Alkoholprävention versagt in Großstadt

18.03.2008
Stadtkinder benötigen intensivere Zuwendung

Jugendliche durch Präventionsmaßnahmen von Alkohol fernzuhalten, gestaltet sich in der Stadt sehr viel schwieriger als auf dem Land. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universität von Florida (UF) nach der Auswertung der Ergebnisse zweier Präventionsprogramme.

Obwohl ein dreijähriges Projekt zuvor im ländlichen Minnesota funktioniert hatte, brachte dieselbe Initiative in der Großstadt keinerlei positive Veränderung. "Das ist eine wichtige Erkenntnis, die bedeutet, dass das Programm nicht genug war", so Kelli A. Komro, Leiterin der Studie. "Das Fazit lautet, finanziell schwächere Kinder in urbaner Umgebung benötigen mehr und langfristig intensive Initiativen."

Während das Präventionsprogramm den Alkoholkonsum der Jugendlichen in Minnesota um 20 bis 30 Prozent senkte, stellte sich in Chicago der erwartete Erfolg nicht ein. Am Ende der Studie zeigte sich kein Unterschied zwischen den Jugendlichen und ihren Altersgenossen, die nicht an der Initiative teilgenommen hatten. Zwar hatten auch andere Schulen Präventionsprogramme angeboten, trotzdem hätte es deutliche Unterschiede geben müssen, so Komro. Die Initiative der UF war größer und umfassender. Hätte sie funktioniert, hätten die Wissenschaftler einen Effekt bemerken müssen.

"Die Intervention, die am Land effektiv war, hat hier nicht funktioniert. Das hat uns ziemlich überrascht", so Komro. Das Programm zielte auf elf- bis 15-jährige Schüler aus großteils schlechter verdienenden Haushalten in Chicago ab. Auf drei Ebenen wurde versucht den Jugendlichen die Botschaft zu übermitteln. Alkoholprävention wurde in den Schulen im Lehrplan integriert. Die Familienkomponente bestand aus Hausaufgaben, die gemeinsam mit den Eltern erledigt werden sollten, Veranstaltungen für die Familien und Informationsmaterial. Auf Gemeindeebene klärten die Wissenschaftler gemeinsam mit freiwilligen Helfern auf. Hier zeigten sich schon früh Probleme.

Die Mitarbeiter taten sich schon schwer die Bürger von den Problemen von Alkoholmissbrauch bei Erwachsenen zu überzeugen. Für die Wissenschaftler zeigte sich bereits hier, warum das Programm nicht funktionierte. "Diese Menschen machen sich Sorgen um ihre Wohnsituation, Gangs und Drogenmissbrauch", so Komro. Es sei schwierig gewesen, sie davon zu überzeugen, dass Alkohol mit all diesen Problemen in Verbindung steht. Jugendliche, die im Alter von 15 Jahren Alkohol trinken, haben statistisch gesehen größere Probleme in der Schule, neigen später zu Alkoholismus, rauchen öfter und nehmen eher auch andere Drogen. "Fast jedes Problem, das Kinder haben können, wird durch Alkohol wahrscheinlicher", so Komro.

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ufl.edu

Weitere Berichte zu: Alkoholprävention Präventionsprogramm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie