Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bayern ist das Hauptziel der ostdeutschen Zuwanderer

08.04.2009
Mehr als ein Viertel aller ostdeutschen Beschäftigten, die in den Westen umziehen, siedeln sich in Bayern an.

Damit ist das süddeutsche Bundesland das Hauptziel der ostdeutschen Zuwanderer, stellt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fest. Der Zustrom ist stark überproportional, da in Bayern nur rund 20 Prozent der Beschäftigten Westdeutschlands arbeiten. Westdeutsche Beschäftigte, die nach Ostdeutschland ziehen, wählen überdurchschnittlich oft Berlin als Ziel.

Zwischen 2000 und 2006 verloren die neuen Bundesländer durch Ost-West-Wanderungen unterm Strich 96.000 Vollzeitarbeitskräfte. In diesem Zeitraum verlegten 204.000 Arbeitskräfte ihren Wohnort von Ost- nach Westdeutschland, während 108.000 Beschäftigte in umgekehrter Richtung wanderten.

In den Jahren 2001 und 2002 war die Abwanderung von Arbeitskräften von Ost- nach Westdeutschland besonders stark ausgeprägt. Damals zogen aus Ostdeutschland jährlich gut 20.000 Arbeitskräfte mehr in den Westen als umgekehrt. Seither sind die Zahlen kontinuierlich zurückgegangen. Im Jahr 2006 lag der wanderungsbedingte Arbeitskräfteverlust Ostdeutschlands knapp unter 7.000 Beschäftigten.

90 Prozent sind qualifiziert oder hochqualifiziert

Von den insgesamt 96.000 Arbeitskräften, die Ostdeutschland wanderungsbedingt in den Jahren 2000 bis 2006 verloren hat, verfügen 77.000 über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Bei den Hochqualifizierten mit Universitäts- oder Fachhochschulstudium beträgt der rechnerische Wanderungsverlust 9.000 Beschäftigte. Insgesamt haben zwischen 2000 und 2006 fast 38.000 hochqualifizierte Beschäftigte die ostdeutschen Bundesländer in Richtung Westdeutschland verlassen. "Der entgegengesetzte Strom ist allerdings ebenfalls beachtlich", betonen die Arbeitsmarktforscherinnen Nadia Granato und Annekatrin Niebuhr in der IAB-Studie. Rund 29.000 Arbeitskräfte mit einem Hochschulabschluss sind von West- nach Ostdeutschland umgezogen.

Die Wanderungsbewegungen der gering qualifizierten Arbeitskräfte zwischen Ost- und Westdeutschland seien dagegen durch eine deutliche Asymmetrie gekennzeichnet, schreiben die IAB-Forscherinnen. Fast 18.000 Beschäftigte ohne abgeschlossene Berufsausbildung haben im Untersuchungszeitraum ihren Wohnsitz von Ost- nach Westdeutschland verlegt. Der gegenläufige Wanderungsstrom beträgt nicht einmal 8.000 Erwerbstätige. "Über den gesamten Zeitraum betrachtet ist der Wanderungsverlust Ostdeutschlands also im unteren Qualifikationssegment stärker ausgeprägt als unter den Hochqualifizierten, obwohl die Arbeitskräfte mit Hochschulabschluss eine höhere Mobilitätsneigung aufweisen", so die IAB-Studie. Der Grund sei, dass der ostdeutsche Arbeitsmarkt Ungelernten kaum eine Perspektive bieten könne. Auf dem westdeutschen Arbeitsmarkt würden gering qualifizierte Arbeitskräfte zumindest noch etwas bessere Beschäftigungschancen besitzen.

Die IAB-Studie im Internet: http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb0709.pdf

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb0709.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie