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Ausbildungsmarkt und Jugendarbeitslosigkeit: Gegenläufige Tendenzen in Ost und West

03.05.2010
Ostdeutsche Regionen haben 2009 bei der Lehrstellenbilanz deutlich besser abgeschnitten als westdeutsche. Umgekehrt ist der Arbeitsmarkt für junge Menschen im Osten nach wie vor erheblich ungünstiger als in weiten Teilen Westdeutschlands. „Nationalatlas aktuell“ zeigt die räumlichen Unterschiede und erläutert Hintergründe und Ursachen.

Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse ist 2009 gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken: im Osten um 13 Prozent, in den alten Ländern um sieben Prozent. Trotz dieses Rückgangs hat sich der Versorgungsgrad, die Relation zwischen der Zahl der Schulabgänger und der Zahl neu abgeschlossener Lehrverträge, insgesamt kaum verändert.

Dennoch fanden Jugendliche in Ostdeutschland im vergangenen Jahr wesentlich leichter einen Ausbildungsplatz als Schulabgänger im Westen. Ein Grund dafür ist der dramatische demographische Wandel: Seit 2001 hat sich die Zahl der nicht studienberechtigten Schulabgänger in den neuen Ländern annähernd halbiert. Überdies wurde in Ostdeutschland 2009 fast jede vierte Lehrstelle öffentlich bezuschusst oder finanziert.

Das genau entgegengesetzte Bild zeigen die IfL-Karten zur Jugendarbeitslosigkeit: Hier sticht Ostdeutschland mit fast flächendeckend hohen Werten von bis zu 17 Prozent negativ heraus. Ähnlich groß ist die Erwerbslosigkeit unter Jugendlichen im Westen nur in Gelsenkirchen, Wuppertal, Pirmasens und Bremerhaven. Ansonsten liegen die Werte hier meist unter zehn Prozent und teilweise noch deutlich darunter. Der in den neuen Ländern besonders große Mangel an Arbeitsplätzen führt nicht nur zu hoher allgemeiner und Jugendarbeitslosigkeit. Er zwingt viele qualifizierte Jugendliche, aus den ostdeutschen Schrumpfungsräumen in die westdeutschen Wachstumsregionen abzuwandern.

IfL-Wissenschaftsredakteur Volker Bode und Joachim Burdack, Leiter des Schwerpunkts Regionale Geographie Europas am IfL, sind die Autoren des Beitrags zur Lehrstellensituation, der jetzt in „Nationalatlas aktuell“ erschienen ist. Die Karten beruhen auf aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit sowie des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Nationalatlas aktuell erreichen Sie unter http://aktuell.nationalatlas.de. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Volker Bode, Leibniz-Institut für Länderkunde, Tel. +49 (0)341 255-6543, nadaktuell@ifl-leipzig.de.

In der Online-Zeitschrift Nationalatlas aktuell veröffentlicht das Leibniz-Institut für Länderkunde regelmäßig Beiträge zu Ereignissen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt. Im Mittelpunkt stehen eigene Karten und Grafiken sowie von Experten geschriebene Begleittexte. Alle Karten und Diagramme können auf Wunsch in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden. Jüngere Beiträge beschäftigen sich mit dem Thema Suizidhäufigkeit, der deutschen Zeitungslandschaft und der Struktur des Musikinstrumentenbaus in Deutschland.

Dr. Peter Wittmann | idw
Weitere Informationen:
http://aktuell.nationalatlas.de
http://www.ifl-leipzig.de

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