Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Altern mit Zukunft

17.06.2009
Projekt zu gesellschaftlichen Altersbildern wird durch die Volkswagen-Stiftung gefördert

Die Deutschen werden immer älter. Und auch wenn der demografische Wandel im öffentlichen Bewusstsein inzwischen fest verankert ist, dominieren in den Diskursen darüber Angstszenarien: Der Blick fällt häufig auf die Schwächen und drohenden Verluste, insbesondere für Menschen jenseits der 80 Jahre.

Dieser Fokussierung auf den "Defizitgedanken" möchte ein Forscherteam der Universitäten Dresden, Heidelberg und Marburg mit seinem Projekt "Gutes Leben im hohen Alter angesichts von Verletzlichkeit und Endlichkeit - eine Analyse von Altersbildern in öffentlichen Diskursen und Alltagspraktiken" entgegen treten. Gefördert wird dieses mit 639.000 Euro durch die Volkswagen-Stiftung.

Die Leitung des gerontologischen Projekts liegt in den Händen des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, dessen Direktor, Prof. Dr. Andreas Kruse, auch Vorsitzender der Altenberichtskommission der Bundesregierung ist.

"In unserem Institut befassen wir uns seit Jahren mit Fragen der Menschenwürde und Lebensqualität bei chronischer Erkrankung, vor allem bei Demenz. Und hier machen wir immer wieder die Erfahrung, dass der Umgang des Patienten und seiner Familie sowie der Ärzte und Pflegefachkräfte mit dieser Erkrankung in hohem Maße davon beeinflusst ist, wie diese gesundheitlichen Grenzsituationen in unserer Gesellschaft und Kultur gedeutet, bewertet und öffentlich dargestellt werden", erklärt Andreas Kruse, der dieses Projekt angestoßen hat. Gemeinsam mit dem Philosophen Prof. Dr. Thomas Rentsch von der TU Dresden und dem Kulturanthropologen Prof. Dr. Harm-Peer Zimmermann von der Universität Marburg widmet er sich nun der Frage, welche gesellschaftlichen Altersbilder in den vergangenen 30 Jahren dominierten, welche Veränderungen sich in Bezug auf diese Bilder ergeben haben und wie diese heute aussehen.

Analysiert werden sollen sowohl die medizinische und pflegewissenschaftliche Fachliteratur wie auch wissenschaftliche Beiträge zur Gerontologie und zur Ethik. Auch der politische Diskurs zu Themen des Alters und der Versorgung kranker Menschen wird in die Untersuchung mit einbezogen. Expertengespräche mit 150 Ärzten und Pflegefachkräften ergänzen diese Analyse. Auf Grundlage der in dem Projekt gewonnenen Ergebnisse werden schließlich Strategien entwickelt, wie die Öffentlichkeit sensibilisiert werden kann für differenziertere Bilder des Alters in gesundheitlichen Grenzsituationen. In diesem Kontext sollen Empfehlungen für den politischen und ethischen Diskurs ausgesprochen werden. "Unsere grundlegende Annahme lautet: Die sensible, fundierte gesellschaftlich-kulturelle Darstellung des Alters in seiner Verletzlichkeit und Endlichkeit ist überaus bedeutsam für die Fähigkeit des einzelnen älteren Menschen, die Grenzen des Alters anzunehmen und diese kreativ zu bewältigen", so Andreas Kruse.

Kontakt:
Prof. Andreas Kruse
Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg
andreas.kruse@gero.uni-heidelberg.de
http://www.gero.uni-heidelberg.de
Allgemeine Rückfragen von Journalisten bitte an:
Universität Heidelberg
Kommunikation und Marketing
Dr. Michael Schwarz, Pressesprecher
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
Irene Thewalt
Tel. 06221 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.gero.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau