Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Zukunft des Wattenmeeres: Wird verstärkter Regen das Wattenmeer vor dem Untergang bewahren?

02.04.2012
Gemeinsame Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde, des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung und des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven zum neuen internationalen Projekt PACE.

Das Wattenmeer der Deutschen Bucht, das sich an der niederländischen, deutschen und dänischen Küste entlang zieht, ist das weltweit größte Gebiet zusammenhängender Wattflächen und wurde daher im Jahre 2009 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Es ist auch ein Naturwunder, denn das Wattenmeer hat sich in Laufe der letzten Jahrtausende gebildet, obwohl der Meeresspiegel mehr oder weniger stetig anstieg. Das lässt sich nur durch Transport von Sedimenten (feiner Sand oder Schlick) aus der Nordsee auf die Wattenflächen erklären. Die Mechanismen, die diesen Netto-Sedimenttransport auslösen, sind jedoch noch unbekannt.

Koordiniert durch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, hat sich ein internationales Konsortium von Meeresforschern aus den Niederlanden, Deutschland und Dänemark gebildet, um gezielt dieser Frage nachzugehen. In dem jetzt gestarteten Projekt PACE wird einer durch Computersimulation gestützten Hypothese nachgegangen, nach der die Salzgehaltsunterschiede zwischen Wattenmeer und Nordsee wie eine gezeitengetriebene Sedimentpumpe ins Wattenmeer wirken.

Den folgenden grundlegenden Fragen soll im Einzelnen nachgegangen werden:

1. In wie fern sind Salzgehaltsunterschiede zwischen Wattenmeer und Nordsee für den Sedimenttransport ins Wattenmeer verantwortlich und wie effektiv ist dieser Mechanismus im Vergleich zu anderen bekannten Prozessen, wie etwa die Unterschiede zwischen Ebbe und Flut?

2. Wie hängen diese Transporte vom Salzgehaltsunterschied ab, der sich im Zuge des Klimawandels aufgrund von verändertem Niederschlag abschwächen oder verstärken könnte oder seinen saisonalen Zyklus ändern könnte (feuchtere Winter, trockenere Sommer)?

3. Werden die Wattenflächen einen in der Zukunft verstärkten Meeresspiegelanstieg aufgrund der globalen Erderwärmung überstehen, indem sie durch Import von Sedimenten schnell genug anwachsen?

Die Wissenschaftler aus den Niederlanden, Deutschland und Dänemark werden schwerpunktmäßig hochaufgelöste und realitätsnahe Computersimulationen für das gesamte Wattenmeer durchführen, die mit Hilfe von Beobachtungsdaten gut kalibriert sind. So genannte Szenarienrechnungen, bei denen dann der Meeresspiegel erhöht und der Niederschlag verändert wird, sollen helfen eine mögliche Zukunft des Wattenmeeres darzustellen. Fokusgebiete werden im Bereich des Deutschen Wattenmeeres die Gewässer rund um die Inseln Spiekeroog in Ostfriesland und Sylt in Nordfriesland sein.

Die beteiligten Institute sowie deren Ansprachpartner sind:

1. Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (D): Prof. Dr. Hans Burchard (email: hans.burchard@io-warnemuende.de, Tel.: +49-381-5197-140)

2. Helmholtz-Zentrum Geesthacht – Zentrum für Material- und Küstenforschung (D): Dr. Götz Flöser (email: goetz.floeser@hzg.de, Tel.: +49-4152-87-2345)

3. Wattenmeerstation Sylt des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft (D): Dr. Ragnhild Asmus (email: ragnhild.asmus@awi.de, Tel.: +49-4651- 956-4308)

4. Royal Netherlands Institute for Sea Research (NL): Dr. Theo Gerkema (email: gerk@nioz.nl, Tel.: +31-222-369426)

5. Deltares (NL): Dr. Gerben de Boer (email: gerben.deboer@deltares.nl, Tel.: +31-88-3358534)

6. DHI Water & Environment (DK): Dr. Ole Petersen (email: osp@dhigroup.dk, Tel.: +45-45169200)

7. Universität Kopenhagen, Department of Geography & Geology (DK): Prof. Dr. Morten Pejrup (email: mp@geo.ku.dk, Tel.: +45-353-22505)

Das Projekt wird gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Niederländischen Organisation für Wissenschaftliche Forschung (NWO) im Rahmen des 1. Transnationalen Aufrufes für Bilaterale Wattenmeerforschung gefördert.

Dr. Barbara Hentzsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.io-warnemuende.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

nachricht PM des MCC: CO2-Entzug aus Atmosphäre für 1,5-Grad-Ziel unvermeidbar
23.05.2018 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics