Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zieltiefe ist erreicht: INFLUINS-Forschungsbohrung der Universität Jena dringt bis in fast 1.200 Meter Tiefe vor

11.09.2013
Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena ergründen seit drei Monaten auf einem Industriegrundstück im Norden Erfurts in einer Forschungsbohrung den Thüringer Untergrund.

Am Abend des 10. September wurde nach einem arbeits- und erkenntnisreichen Sommer die gewünschte Zielteufe erreicht.


Der Bohrturm im Norden Erfurts: Seit dem 24. Juni haben hier Geowissenschaftler der Uni Jena im Rahmen des Forschungsprojektes INFLUINS („Integrierte Fluiddynamik in Sedimentbecken“) bis in fast 1.200 Meter Tiefe gebohrt.
Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

„Um 18:42 Uhr endete die Forschungsbohrung INFLUINS an der Basis des unteren Buntsandsteins bei 1.179 Metern“, freut sich Projektmitarbeiter Dr. Timothy Ward von der Uni Jena vor Ort. Die Bohrung ist das Herzstück des Verbundprojekts „Integrierte Fluiddynamik in Sedimentbecken – INFLUINS“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Freistaat Thüringen gefördert wird. Dabei untersuchen die Jenaer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem strategischen Bündnis aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Landes- und Bundesbehörden sowie regionalen Unternehmen die oberflächennahen und tiefen Stoff- und Fluidströme im Thüringer Becken.

Die Freude über den erfolgreichen Verlauf der Bohrarbeiten ist sowohl bei den beiden Projektsprechern, Prof. Dr. Nina Kukowski und Prof. Dr. Kai Uwe Totsche, als auch im gesamten Team der Uni Jena groß. „All unsere Ziele sind erreicht: im Zentrum des Thüringer Beckens konnten wir die vollständige Sedimentabfolge durchbohren“, sagt Prof. Kukowski. Prof. Totsche bekräftigt: „Drei Monate intensiver Arbeiten vor Ort liegen hinter uns, gewonnen haben wir insgesamt 534 Meter Bohrkerne in hervorragender Qualität.“

Die Kerne wurden in drei Abschnitten der Bohrung geborgen. „Die längste Kernstrecke umfasste dabei fast 400 m und endete in einer Tiefe von 913,3 m nach dem Übergang in den Unteren Buntsandstein. Die letzten Meter bis zum Ziel der Bohrung wurden mit einem Rollmeißel zurückgelegt“, fasst Dr. Michael Abratis, wissenschaftlicher Koordinator vor Ort, die letzten Wochen zusammen.

An einigen Kernabschnitten wurden direkt nach dem Zu-Tage-Fördern Proben für hydrogeologische und mikrobiologische Untersuchungen genommen. Davon versprechen sich die Forscher neue Erkenntnisse zu hydrogeologischen Eigenschaften und zu mikrobiellen Bestandteilen – dem Leben im Untergrund.

Abschnittsweise wurden geophysikalische Messungen im Bohrloch durchgeführt. Die letzten bohrlochgeophysikalischen Messungen über die gesamte Tiefe der Bohrung stehen nun in den nächsten Tagen an und werden weitere detaillierte Auskünfte über die physikalischen Eigenschaften der Gesteinsschichten geben.

Nach der technischen Sicherung der Bohrung und dem Abtransport der Bohranlage wird auf dem Gelände ein Messcontainer über dem Bohrloch verbleiben. Denn die Forscher möchten die geophysikalischen Messungen fortsetzen. „Durch Langzeitbeobachtungen können wir beispielsweise die Auswirkungen des Klimawandels auf die Region untersuchen“, erklärt Prof. Kukowski. „Und hier haben wir die Gelegenheit dazu – mit dem Thüringer Becken als Untergrund-Geolabor“, ist sich Prof. Totsche sicher.

Weitere Informationen zur Bohrung sind zu finden unter:
http://www.influins.uni-jena.de/Bohrungsnews.html.
Kontakt:
Prof. Dr. Nina Kukowski, Prof. Dr. Kai Uwe Totsche
Institut für Geowissenschaften der Universität Jena
Burgweg 11, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948600
E-Mail: influins[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.influins.uni-jena.de
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der steile Aufstieg der Berner Alpen
24.03.2017 | Universität Bern

nachricht Internationales Team um Oldenburger Meeresforscher untersucht Meeresoberfläche
21.03.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise