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Für Wissenschaftler und Wetterfrösche: Jülicher Wetterradar in Betrieb

12.10.2009
Gerät erfasst auf der Sophienhöhe Daten zu Niederschlägen und Wind

34 Meter hoch ragt der neue Turm mit dem Wetterradar des Forschungszentrums Jülich auf der Sophienhöhe in den Himmel. Die Anlage für Niederschläge und Windmessungen wird als Frühwarnsystem für Hochwasser und Unwetter dienen und detaillierte Daten zu den Auswirkungen des Klimawandels auf lokale Ökosysteme liefern. Heute fand die offizielle Inbetriebnahme statt.

Rund 1,4 Millionen Euro hat die neue Wetterradarstation gekostet. Herzstück der Anlage ist ein sogenanntes polarimetrisches Radar. "Das Radar misst sehr viel genauer, wo welcher Niederschlag fällt. Wir können nun den Ort auf etwa 200 Meter genau eingrenzen und außerdem vorhersagen, ob es regnen oder hageln wird", sagt Dr. Heye Bogena vom Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre des Forschungszentrums Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. "Wetterradare, wie sie zum Beispiel der Deutsche Wetterdienst betreibt, messen auf etwa einen Kilometer genau und geben keine Information über die Art des Niederschlags."

Die Radarstation ist Teil des deutschlandweiten Langzeitprojekts TERENO (TERrestrial ENvironmental Observatories) der Helmholtz-Gemeinschaft. Dies ist die bisher umfangreichste Untersuchung der langfristigen Folgen des Klimawandels auf regionaler Ebene. "Bislang fehlen ausreichende Beobachtungsdaten und untereinander vernetzte Observatorien, um Veränderungen über einen langen Zeitraum zu dokumentieren", erklärt Prof. Harry Vereecken vom Forschungszentrum Jülich, der TERENO koordiniert.

Seit vergangenem Herbst bauen daher sechs Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft mit TERENO ein deutschlandweites Netz zur Erdbeobachtung auf. In diesem erfassen sie zunächst 15 Jahre lang regional die ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels. "Einzigartig ist, dass wir in vier Regionen Deutschlands den Observatorien alle Bestandteile des terrestrischen Systems intensiv beobachten, also Boden, Grundwasser, Pflanzen und Atmosphäre", sagt Vereecken. Das neue Wetterradar - finanziert aus den Fördermitteln von TERENO wird eine zentrale Einrichtung im Jülicher Observatorium "Eifel-Neiderrheinische Bucht" sein.

Aber nicht nur die gemessenen Daten interessieren die Forscher. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs Transregio 32 werden die Jülicher Wissenschaftler mit Forschern der Universität Bonn die Technik des Radars für den Routineeinsatz weiter entwickeln. Besonders attraktiv dabei: Die Bonner Kollegen betreiben auf einem Studentenheim in Bonn bereits ein baugleiches Radarmodell. Die "Zwillinge" lassen sich koppeln und liefern so zusätzliche Informationen.

Neben den Wissenschaftlern profitiert der Deutsche Wetterdienst von der neuen Anlage. Die Daten stehen ihm zur Verfügung - etwa um Wettervorhersagen und Hochwasserwarnungen zu verbessern. Weitere Nutzer sind RWE, auf deren Gelände der Radarturm steht, sowie die lokalen Wasserverbände. Diese können mit den Niederschlagsdaten des Wetterradars beispielsweise die Steuerung ihrer Talsperren und anderer wasserwirtschaftlicher Anlagen optimieren. Der Turm dient auch noch einem weiteren gemeinnützigen Zweck: Die Kommunale Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur nutzt den Turm als Basis eines Richtfunknetzes für einen verbesserten Datentransfer zwischen den umliegenden Kommunen.

Weitere Informationen:
Homepage des Instituts für Chemie und Dynamik der Geosphäre
http://www.fz-juelich.de/icg/icg-4/#
Homepage von TERENO
http://www.tereno.net/
Homepage des SFB Transregio32
http://www.meteo.uni-bonn.de/projekte/tr32-wiki/doku.php/home
Bilder unter:
http://www.fz-juelich.de/portal/bildergalerie/wetterradar
Pressekontakt:
Dr. Barbara Schunk, Tel. 02461 61-8031/-2388, E-Mail: b.schunk@fz-juelich.de, a.stettien@fz-juelich.de
Das Forschungszentrum Jülich...
... betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie & Umwelt sowie Information. Kombiniert mit den beiden Schlüsselkompetenzen Physik und Supercomputing werden in Jülich sowohl langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaften und Technik erarbeitet als auch konkrete technologische Anwendungen. Mit rund 4 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den größten Forschungszentren Europas.

Dr. Barbara Schunk | Forschungszentrum Juelich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

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