Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts auf Schlüsselpositionen für den neuen Weltklimabericht berufen

24.06.2010
Prof. Dr. Peter Lemke und Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner freuen sich über die verantwortungsvolle Aufgabe

Gestern am späten Nachmittag gab der Weltklimarat (IPCC: Intergovernmental Panel on Climate Change – Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) in Genf die Autoren und Gutachter für seinen fünften Sachstandsbericht bekannt.

Mit dabei: Prof. Dr. Peter Lemke und Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut. Gemeinsam mit Kollegen aus aller Welt arbeiten sie federführend an zwei Teilberichten mit, die 2013 beziehungsweise 2014 erscheinen werden. Das IPCC hat die Aufgabe, den Zustand des Klimasystems und seine Auswirkungen auf die menschlichen Gesellschaftssysteme festzustellen und Möglichkeiten der politischen Gegensteuerung zu benennen.

Prof. Dr. Peter Lemke, der als koordinierender Leitautor bereits am 2007 erschienenen, vierten IPCC-Report mitgearbeitet hat, wird dieses Mal als Gutachter (Review Editor) tätig sein. Er ist in der Arbeitsgruppe 1 (Physikalische Grundlagen) verantwortlich für das Kapitel über die von Eis bedeckte Erdoberfläche - die so genannte Kryosphäre. „Ich freue mich sehr über meine Berufung und das damit entgegengebrachte Vertrauen. In meiner neuen Funktion im Begutachtungsprozess möchte ich dazu beitragen, auch für den neuen Weltklimabericht den bewährten hohen wissenschaftlichen Standard zu gewährleisten“, so der renommierte Klimawissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft. „ Ich bin überzeugt, dass der IPCC-Report eines der zuverlässigsten Beratungswerkzeuge für politische Entscheidungsträger ist“, so Lemke weiter. Er beschäftigt sich bereits seit den 1970er Jahren mit der Beobachtung von klimarelevanten Prozessen in Atmosphäre, Meereis und Ozean und insbesondere mit deren Wechselwirkungen.

Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner wird in der Arbeitsgruppe 2 (Auswirkungen, Anpassungen und Schadenspotential) als koordinierender Leitautor für das neue Kapitel Ozeanökosysteme tätig. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Weltmeere werden im fünften IPCC-Bericht einen höheren Stellenwert als zuvor einnehmen. Als Autor von mehr als 210 wissenschaftlichen Fachartikeln beschäftigt sich Pörtner mit den Anpassungspotentialen und strategien von Tieren an sich ändernde Umweltbedingungen im Ozean. Sie müssen nicht nur auf steigende Wassertemperaturen reagieren, sondern auch auf die zunehmende Versauerung der Ozeane durch höhere Kohlendioxidkonzentrationen und auf verstärkten Sauerstoffmangel. „Ich bin stolz auf die Berufung, weil sie zeigt, wie international anerkannt die fächerübergreifende Forschung des Alfred-Wegener-Instituts auf dem Gebiet der Ozeanversauerung ist“, freut sich der Biologe über seine Berufung. Sie erfolgte wie bei allen Mitwirkenden durch den Weltklimarat (International Panel on Climate Change, IPCC) aufgrund der Nominierung durch nationale Gremien – in Deutschland durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Der fünfte IPCC-Bericht soll neben den physikalischen Grundlagen insbesondere die sozioökonomischen Auswirkungen des Klimawandels und die daraus resultierenden Konsequenzen für eine nachhaltige Entwicklung thematisieren. Dazu werden verstärkt die regionalen Aspekte des Klimawandels untersucht und Wege gesucht, sich dem Klimawandel anzupassen beziehungsweise seine Auswirkungen zu vermindern. Wichtige Querschnittsthemen sind hier unter anderem der Wasserhaushalt im System Erde, der globale Kohlenstoffkreislauf inklusive Ozeanversauerung sowie Eisschilde und Meeresspiegelanstieg. „Dies sind Kernthemen der Forschung am Alfred-Wegener-Institut. Außerdem sind gerade die regionalen Auswirkungen des Klimawandels ein Schwerpunkt, dem sich die Helmholtz-Gemeinschaft mit dem Verbund REKLIM (regionale Klimaänderungen) verstärkt widmet“, so Lemke, der den Ende 2009 gegründeten Helmholtz-Verbund leitet.

Hinweise für Redaktionen:
Ihre Ansprechpartner am Alfred-Wegener-Institut sind Prof. Dr. Peter Lemke (Tel.: 0471 4831-1750/-1751; E-Mail: Peter.Lemke@awi.de) und Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner (Tel.: 0471 4831-1307; E-Mail: Hans.Poertner@awi.de). Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle ist Ralf Röchert (Tel.: 0471 4831-1680; E-Mail: medien@awi.de).

Das IPCC wurde 1988 von der World Meteorological Organisation (WMO) und dem United Nations Environment Programme (UNEP) eingesetzt, als die Möglichkeit einer globalen Klimaänderung deutlicher wurde. Das IPCC hat die Aufgabe, in regelmäßigen Abständen (etwa fünf bis sieben Jahre) den Zustand des Klimasystems und seine Auswirkungen auf die menschlichen Gesellschaftssysteme festzustellen und Möglichkeiten der politischen Gegensteuerung zu benennen. Das IPCC betreibt keine eigene Forschung, sondern bedient sich der veröffentlichten wissenschaftlichen Literatur, die es umfassend, objektiv, frei und transparent bewertet. Die ersten vier Berichte wurden 1990, 1995, 2001 und 2007 veröffentlicht. Nähere Informationen zum IPCC finden Sie im Internet unter http://www.ipcc.ch.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der sechzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipcc.ch
http://www.awi.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Ursuppe in Dosen
21.06.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften