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Die "Weltkarte der tektonischen Spannungen" ist eine globale Datenbank, in der Informationen zum gegenwärtigen Spannungszustand der Erdkruste zusammengetragen werden. Durch diese einzigartige Zusammenstellung von globalen Spannungsdaten konnten erstmals lokale und regionale Phänomene zu globaltektonischen Vorgängen in Bezug gesetzt werden.
"Heute sind wir in der Lage, die Rolle der tektonischen Spannungen in geodynamischen Prozessen zu verstehen und die Kenntnis des Spannungsfeldes für die Vorhersage der Stabilität von Untertagebauwerken, bzw. bei der Exploration von Kohlenwasserstoffen zu nutzen", so Dr. Oliver Heidbach, Geophysiker und stellvertretender Forschungsstellenleiter. "Auch im Bereich Katastrophenschutz stellt diese Sammlung einen unschätzbar wichtigen Fundus an Datenmaterial bereit, der uns zuverlässig darauf hinweist, wo mit Erdbeben gerechnet werden muss."
Nach Ablauf der Förderperiode als Forschungsprojekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften wird das Projekt ab 2009 am Helmholtz-Zentrum Potsdam ? Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) weitergeführt. Die dritte internationale World Stress Map-Konferenz, die vom 15.-17. Oktober in Potsdam stattfindet, markiert somit nicht nur den erfolgreichen Abschluss als Forschungsprojekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sondern ist zugleich der Start, um ein neues Kapitel in der erfolgreichen Geschichte des Projektes zu schreiben. Fokus der Konferenz ist es den aktuellen Stand der internationalen Forschung zu präsentieren und zukünftige Herausforderungen zu identifizieren. Am Freitag, den 17. Oktober, hält Prof. Dr. Friedemann Wenzel, Forschungsstellenleiter der WSM, um 19 Uhr in der Landesvertretung Berlin einen Vortrag mit dem Titel "Die Erde unter Spannung - 13 Jahre Weltkarte der tektonischen Spannungen an der Heidelberger Akademie" (um eine Akkreditierung interessierter Journalisten wird gebeten).
Thematische Schwerpunkte der Konferenz sind die Integration der Spannungsdaten mit Datensätzen beispielsweise aus der Satellitengeodäsie und die Simulation der geodynamischen Deformationsprozesse, die unseren Lebensraum nachhaltig verändern. Hierzu gehören kurzzeitige lokale Spannungsentladungen durch Erdbeben, die uns immer wieder verdeutlichen, dass die Erdkruste in einem kritisch vorgespannten Zustand ist. Auch der Eingriff durch den Menschen in den Spannungszustand der Erdkruste - durch Eindringen in das vorgespannte Gestein, die Entnahme von Wasser und Kohlenwasserstoffen und das Entstehen von Kavernen, Tunnel und Minen - beeinflusst massiv den Ablauf des natürlichen Spannungszustandes. Zum Beispiel ist das Verpressen von Wasser zur Erhöhung von Fluidwegsamkeiten für geothermische Kraftwerke und die Rückführung von flüssigem CO2 eine erhebliche lokale Manipulation der Erdkruste. Dies zeigte sich zuletzt an dem Geothermie-Standort bei Basel, wo durch Fluid-Injektion ein Erdbeben induziert wurde.
Zu diesen Themenkomplexen wurden international führende Experten aus der Erdölindustrie und Forschung eingeladen, um Übersichtsvorträge zu halten. So wird Nicolas Deichmann vom Erdbebendienst der ETH Zürich über induzierte Seismizität der Geothermiebohrung bei Basel berichten. Mark Zoback von der Stanford-Universität aus Kalifornien referiert zum aktuellen Stand der Forschungsergebnisse aus der SAFOD-Bohrung durch die San Andreas-Störung, eine Erdbebenzone, von der eine erhebliche seismische Gefährdung ausgeht. Ausgerichtet und organisiert wird die Konferenz von der Forschungsstelle Weltkarte der tektonischen Spannungen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ). Über 120 Wissenschaftler und Industriepartner aus mehr als 30 Ländern haben sich für die Konferenz angemeldet.
Rückfragen bitte an:
Dr. Oliver Heidbach
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telefon: 0331/2 88 28 14
E-Mail: oliver.heidbach@gpi.uka.de
sowie
Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Telefon: 06221 / 54 34 00
Fax: 06221 / 54 33 55
E-Mail: johannes.schnurr@adw.uni-heidelberg.de
sowie
Franz Ossing
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Tel.: 0331/288-10 40
Fax: 0331/288-10 44
E-Mail: ossing@gfz-potsdam.de
Dr. Johannes Schnurr | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.gfz-potsdam.de
www.haw.baden-wuerttemberg.de
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