Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissen, wo und weshalb die Erde bebt: Forschungsprojekt "World Stress Map"

08.10.2008
Globale Datenbank der tektonischen Spannungen wird von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an das GeoForschungsZentrum in Potsdam überführt - Großer Abschlusskongress berichtet über bisher geleistete Forschungsarbeit

Die "Weltkarte der tektonischen Spannungen" ist eine globale Datenbank, in der Informationen zum gegenwärtigen Spannungszustand der Erdkruste zusammengetragen werden. Durch diese einzigartige Zusammenstellung von globalen Spannungsdaten konnten erstmals lokale und regionale Phänomene zu globaltektonischen Vorgängen in Bezug gesetzt werden.

"Heute sind wir in der Lage, die Rolle der tektonischen Spannungen in geodynamischen Prozessen zu verstehen und die Kenntnis des Spannungsfeldes für die Vorhersage der Stabilität von Untertagebauwerken, bzw. bei der Exploration von Kohlenwasserstoffen zu nutzen", so Dr. Oliver Heidbach, Geophysiker und stellvertretender Forschungsstellenleiter. "Auch im Bereich Katastrophenschutz stellt diese Sammlung einen unschätzbar wichtigen Fundus an Datenmaterial bereit, der uns zuverlässig darauf hinweist, wo mit Erdbeben gerechnet werden muss."

Nach Ablauf der Förderperiode als Forschungsprojekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften wird das Projekt ab 2009 am Helmholtz-Zentrum Potsdam ? Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) weitergeführt. Die dritte internationale World Stress Map-Konferenz, die vom 15.-17. Oktober in Potsdam stattfindet, markiert somit nicht nur den erfolgreichen Abschluss als Forschungsprojekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sondern ist zugleich der Start, um ein neues Kapitel in der erfolgreichen Geschichte des Projektes zu schreiben. Fokus der Konferenz ist es den aktuellen Stand der internationalen Forschung zu präsentieren und zukünftige Herausforderungen zu identifizieren. Am Freitag, den 17. Oktober, hält Prof. Dr. Friedemann Wenzel, Forschungsstellenleiter der WSM, um 19 Uhr in der Landesvertretung Berlin einen Vortrag mit dem Titel "Die Erde unter Spannung - 13 Jahre Weltkarte der tektonischen Spannungen an der Heidelberger Akademie" (um eine Akkreditierung interessierter Journalisten wird gebeten).

Thematische Schwerpunkte der Konferenz sind die Integration der Spannungsdaten mit Datensätzen beispielsweise aus der Satellitengeodäsie und die Simulation der geodynamischen Deformationsprozesse, die unseren Lebensraum nachhaltig verändern. Hierzu gehören kurzzeitige lokale Spannungsentladungen durch Erdbeben, die uns immer wieder verdeutlichen, dass die Erdkruste in einem kritisch vorgespannten Zustand ist. Auch der Eingriff durch den Menschen in den Spannungszustand der Erdkruste - durch Eindringen in das vorgespannte Gestein, die Entnahme von Wasser und Kohlenwasserstoffen und das Entstehen von Kavernen, Tunnel und Minen - beeinflusst massiv den Ablauf des natürlichen Spannungszustandes. Zum Beispiel ist das Verpressen von Wasser zur Erhöhung von Fluidwegsamkeiten für geothermische Kraftwerke und die Rückführung von flüssigem CO2 eine erhebliche lokale Manipulation der Erdkruste. Dies zeigte sich zuletzt an dem Geothermie-Standort bei Basel, wo durch Fluid-Injektion ein Erdbeben induziert wurde.

Zu diesen Themenkomplexen wurden international führende Experten aus der Erdölindustrie und Forschung eingeladen, um Übersichtsvorträge zu halten. So wird Nicolas Deichmann vom Erdbebendienst der ETH Zürich über induzierte Seismizität der Geothermiebohrung bei Basel berichten. Mark Zoback von der Stanford-Universität aus Kalifornien referiert zum aktuellen Stand der Forschungsergebnisse aus der SAFOD-Bohrung durch die San Andreas-Störung, eine Erdbebenzone, von der eine erhebliche seismische Gefährdung ausgeht. Ausgerichtet und organisiert wird die Konferenz von der Forschungsstelle Weltkarte der tektonischen Spannungen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ). Über 120 Wissenschaftler und Industriepartner aus mehr als 30 Ländern haben sich für die Konferenz angemeldet.

Rückfragen bitte an:

Dr. Oliver Heidbach
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telefon: 0331/2 88 28 14
E-Mail: oliver.heidbach@gpi.uka.de
sowie
Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Telefon: 06221 / 54 34 00
Fax: 06221 / 54 33 55
E-Mail: johannes.schnurr@adw.uni-heidelberg.de
sowie
Franz Ossing
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Tel.: 0331/288-10 40
Fax: 0331/288-10 44
E-Mail: ossing@gfz-potsdam.de

Dr. Johannes Schnurr | idw
Weitere Informationen:
http://www.gfz-potsdam.de
http://www.haw.baden-wuerttemberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Expedition ans Ende der Welt
29.11.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lakkolithe können auch während eines Vulkanausbruchs entstehen
24.11.2016 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

UTSA study describes new minimally invasive device to treat cancer and other illnesses

02.12.2016 | Medical Engineering

Plasma-zapping process could yield trans fat-free soybean oil product

02.12.2016 | Agricultural and Forestry Science

What do Netflix, Google and planetary systems have in common?

02.12.2016 | Physics and Astronomy