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Wetteranalyse der Universität Wien für die Olympiade in Vancouver

09.02.2010
In Zusammenarbeit mit dem kanadischen Wetterdienst wurde am Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien das Wetteranalyseprogramm VERA (Vienna Enhanced Resolution Analysis) für den Südteil von British Columbia adaptiert, wo die diesjährigen olympischen Winterspiele "Vancouver 2010" stattfinden.

Das VERA-Analyseprogramm ist besonders für Gebirgsregionen geeignet, da es die Darstellung von hochaufgelösten Feldern des bodennahen atmosphärischen Zustands ermöglicht.

Die Dichte der Wetterbeobachtungsstationen in British Columbia ist wesentlich geringer als im Alpenraum. Deshalb können kleinräumige Strukturen, die durch das Gebirge erzeugt werden, nicht direkt aufgelöst werden. Bei VERA wird jedoch ein "Downscaling-Verfahren" angewandt, das diese kleinräumigen Strukturen durch Vorgabe verschiedener physikalisch modellierter Muster in Form eines Variationsverfahren in die Analyse mit einbezieht. Dabei werden eine Reihe von Parametern wie Temperatur, Wind, Luftdruck, Niederschlag und Schneefallgrenze dargestellt.

VERA - Wetteranalysen in Echtzeit

Olympische Spiele, sowohl Sommer- wie Winterspiele, sind Anlässe, um weltweites Know-how in der Wetteranalyse- und Prognosetechnik zu bündeln und die Eignung solcher Verfahren in der Praxis zu überprüfen. Die meisten international verfügbaren hochauflösenden Analyseverfahren verwenden Information von numerischen Prognosemodellen, um die benötigten Feinstrukturen zu erzeugen. Das Neue am VERA-Programm ist hingegen, dass es ohne diese Zusatzinformationen auskommt und deshalb besonders geeignet ist, frühzeitig Differenzen zwischen prognostizierten Feldern und der Realität zu erkennen. Dies hat wiederum wesentliche Konsequenzen für die Einschätzung der momentanen Qualität einzelner numerischer Prognosemodelle. Es kann etwa aus einer Vielzahl von Modellen dasjenige herausgefiltert werden, das dem momentanen Zustand der Atmosphäre am besten entspricht (Echtzeit-Modellvalidierung).

Die VERA-Felder für zwei Ausschnitte von British Columbia, zentriert um Whistler, wo die alpinen Bewerbe der Olympiade stattfinden, sind alle drei Stunden über das Internet frei verfügbar unter: http://www.univie.ac.at/amk/veraxx/verolympic/

Neben der Anwendung des VERA-Programms für die olympischen Winterspiele in Vancouver wird derzeit von der VERA-Arbeitsgruppe unter der Leitung von Reinhold Steinacker, Professor für Meteorologie der Universität Wien, und unter Mitarbeit von Dieter Mayer vom Institut für Meteorologie und Geophysik auch an der Adaptierung dieses Programms für andere Gebirgsregionen der Erde gearbeitet. Damit wird die weitere Verbreitung von österreichischem Know-how auf diesem Gebiet ermöglicht.

Kontakt
O. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Steinacker
Vizedekan der Fakultät für Geowissenschaften,
Geographie u. Astronomie
Universität Wien
1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA II)
T +43-1-4277-537 30
reinhold.steinacker@univie.ac.at
Dipl.-Ing. Dr. Dieter Mayer
Institut für Meteorologie und Geophysik
1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA II)
T +43-1-4277-537 33
dieter.mayer@univie.ac.at

Veronika Schallhart | idw
Weitere Informationen:
http://www.univie.ac.at/amk/veraxx/verolympic/

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