Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit erstes zentrales Bohrkernlager für Seesedimente in Bremen

07.02.2011
Kooperation zwischen dem Deutschen Forschungsbohrkonsortium GESEP und dem Forschungszentrum MARUM

Am Freitag, dem 4. Februar, unterzeichneten Vertreter der Universität Bremen und des Deutschen Forschungsbohrkonsortiums GESEP eine Vereinbarung zur Lagerung von Seesedimenten im Bohrkernlager des MARUM.

Das Bremer Bohrkernlager im MARUM, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen, ist das größte der weltweit drei Bohrkernlager des Integrierten Ozeanbohrprogramms IODP (Integrated Ocean Drilling Program). Hier lagern bei vier Grad Celsius insgesamt über 140 Kilometer Meeresablagerungen aus dem Atlantik, dem Arktischen Ozean und dem Mittelmeer.

Für Proben, die bei wissenschaftlichen Bohrungen an Land gewonnen werden, stand bislang weder national noch international ein solches Bohrkernlager zur Verfügung. Daher initiierte nun das Deutsche Forschungsbohrkonsortium GESEP e.V. (German Scientific Earth Probing Consortium) eine Kooperation mit dem MARUM zur Lagerung von Seeablagerungen.

Bei wissenschaftlichen Bohrungen an Land, wie im internationalen Bohrprogramm ICDP (International Continental Scientific Drilling Program), werden wertvolle Bohrkerne gewonnen, mit denen sich das Klima vergangener Zeiten rekonstruieren lässt. Die Kerne, die aus den Ablagerungen am Grund von Seen erbohrt werden, müssen wie die Kerne vom Meeresboden gekühlt gelagert werden. „Das MARUM bietet daher mit dem gekühlten Bohrkernlager und den dazugehörenden Laboren und modernsten Geräten die perfekte Infrastruktur für die Lagerung und die Untersuchung von Bohrkernen aus Seeablagerungen“, so Dr. Ulrich Harms, Vorsitzender von GESEP. Dr. Ursula Röhl, Leiterin des IODP-Bohrkernlagers, ergänzt: „Das Bremer Bohrkernlager ist ein zentraler Anlaufpunkt für Geowissenschaftler aus dem In- und Ausland, die hier einen wichtigen Teil ihrer Untersuchungen an den Bohrkernen vor Ort durchführen.“

So auch Professor Dr. Thomas Litt aus Bonn, der mit seinem internationalen Wissenschaftlerteam bereits die ersten in Bremen eingelagerten Seesedimente untersucht. Insgesamt drei Wochen verbringen die 25 Wissenschaftler aus vier europäischen Ländern am MARUM. Sie bearbeiten die im Rahmen des ICDP gewonnenen Bohrkerne aus dem türkischen Van-See mit einer Gesamtlänge von 800 Metern zu bearbeiten. „Die Arbeitsbedingungen und die kuratorische Betreuung hier am MARUM sind hervorragend.“ so Projektleiter Professor Litt. „Mit dem Bohrkernlager wird sichergestellt, dass dieses wertvolle Probenmaterial langfristig und professionell archiviert wird und allen Wissenschaftlern weltweit zur Verfügung steht.“

Weitere Informationen / Interviewanfragen / Bildmaterial:

Prof. Dr. Gerold Wefer
Direktor des MARUM
Tel.: 0421 218 65500
E-Mail: gwefer@marum.de
www.marum.de
Dr. Ulrich Harms
Vorsitzender GESEP e.V.
Tel.: 0331 288 1085
Email: u.harms@gesep.org
Jana Stone
MARUM-Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0421 218 65541
Email: jstone@marum.de
MARUM entschlüsselt mit modernsten Methoden und eingebunden in internationale Projekte die Rolle des Ozeans im System Erde – insbesondere im Hinblick auf den globalen Wandel. Es erfasst die Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer und liefert Beiträge für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane. Das MARUM umfasst das DFG-Forschungszentrum und

den Exzellenzcluster "Der Ozean im System Erde".

GESEP e.V. vereint die deutsche geowissenschaftliche Kompetenz auf dem Gebiet der Forschungsbohrungen im terrestrischen und im marinen Bereich. Der Verein initiiert und unterstützt Forschungsprojekte sowohl im wissenschaftlichen als auch im bohrtechnischen Bereich und im Management, unter anderem in einer Funktion als Mittler zwischen Wissenschaft und Industrie.

Albert Gerdes | idw
Weitere Informationen:
http://www.marum.de
http://www.gesep.de/portal/cms/GESEP/Home

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie