Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltklimarat legt Sonderbericht vor

11.05.2012
Der Weltklimarat IPCC hat einen ausführlichen Sonderbericht zum Thema „Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel“ veröffentlicht.

Daran waren 220 Wissenschaftler aus aller Welt beteiligt, darunter auch zwei Professoren und ein Privatdozent des Geographischen Instituts der Universität Bonn. Die Druckfassung des Berichts kann nun bestellt werden.

Die Intensität und Häufigkeit von Extremwetterereignissen haben in den vergangenen Jahren zugenommen - dieser Trend wird sich in vielen Regionen der Erde sogar noch verstärken. Der 594-seitige Bericht des Weltklimarats (IPCC) geht allerdings deutlich über die neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Klima- und Wetterereignisse hinaus und thematisiert auch insbesondere soziale und ökonomische Faktoren der Katastrophen- und Risikobewältigung sowie der nachhaltigen Entwicklung.

Mehr als 18.000 Review-Kommentare wurden in den verschiedenen Phasen des Berichts eingebracht und von den Autoren berücksichtigt. Der Spezialbericht bietet eine sehr fundierte Übersicht über den aktuellen Stand des Wissens und ist gleichzeitig ein Portal für zukünftige Forschung.

Die Auswirkungen hängen von der Verwundbarkeit der Gesellschaft ab

„Die Schwere der Auswirkungen von Wetterereignissen und Klimaveränderungen hängt erheblich von dem Grad der Verwundbarkeit und der Exposition der Gesellschaft gegenüber diesen Ereignissen ab“, sagt Dr.-Ing. Jörn Birkmann, Privatdozent am Geographischen Institut der Universität Bonn und Sektionsleiter an der UN-Universität Bonn. Zusammen mit Prof. Dr. Jürgen Pohl vom Geographischen Institut der Universität Bonn bearbeitete er als Leitautor das Kapitel „Determinanten des Risikos“. Das Ausmaß der Schäden, die etwa durch Hitzestress, Überflutungen und Stürme verursacht werden, hänge auch immer von der Besiedlung riskanter Gebiete, der vorhandenen Infrastruktur und den wirtschaftlichen Möglichkeiten der gefährdeten Menschen sowie den privaten sowie staatlichen Vorsorgemaßnahmen ab.

Wie wird aus einem Extremereignis eine Katastrophe?

Folglich sind die Risiken und Auswirkungen nicht allein aus der Intensität oder Häufigkeit von extremen Wettern abzuleiten, sondern insbesondere von der Verwundbarkeit der Gesellschaft. „Diese kann man beeinflussen“, sagt Dr. Birkmann. „Eine geeignete und frühzeitige Risikokommunikation ist zentral für effektive Anpassungs- und Risikominderungsmaßnahmen.“ So seien der Hitzewelle 2003 zahlreiche ältere Menschen zum Opfer gefallen. Diese gegenüber Hitzestress besonders verwundbare Gruppe wird in Zukunft durch die demografische Entwicklung in Deutschland weiter zunehmen. Der Spezialbericht folgert aus den Klimadaten und -modellen, dass eine Zunahme von Hitzestress global und auch in Europa sehr wahrscheinlich ist. „Wir brauchen deshalb unter anderem geeignete Warnsysteme und Vorsorgestrategien“, führt Dr. Birkmann aus. Im Kern gehe es um die Frage, wie verhindert werden kann, dass aus einem Extremereignis eine Katastrophe entsteht.

Bevölkerung in den Entwicklungsländern ist besonders bedroht

„Zu den durch den Klimawandel besonders bedrohten Menschen gehören unter anderem die arme Bevölkerung in Entwicklungsländern, Kinder, Frauen und ältere Personen sowie die Gruppe der Kleinbauern“, sagt Prof. Dr. Hans-Georg Bohle vom Geographischen Institut der Universität Bonn, der zum Kapitel „Managing the Risks from Climate Extremes at the Local Level“ beigetragen hat. Wichtig für die Risikobewältigung und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels auf lokaler Ebene seien soziale Lernprozesse sowie eine aktive Teilhabe der Betroffenen an den erforderlichen Entscheidungsprozessen. „Auch der Schutz fragiler Ökosysteme in besonders kritischen Regionen ist von grundlegender Bedeutung“, sagt Prof. Bohle.

Die Druckfassung des Sonderberichts kann nun über das IPCC-Sekretariat unter www.ipcc.ch bezogen werden. Eine englische Version steht im Internet unter www.ipcc-wg2.gov/SREX. Die offizielle Kurzversion ist in deutscher Sprache unter www.de-ipcc.de/_media/KernaussagenSREX.pdf erhältlich. Dr. Birkmann wird beim 3. Global Forum on Urban Resilience & Adaptation am Sonntag, 13. Mai, im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn Ergebnisse vorstellen (http://resilient-cities.iclei.org/).

Kontakt:

Dr.-Ing. Jörn Birkmann
Privatdozent am Geographischen Institut
der Universität Bonn
Sektionsleiter an der UN-Universität Bonn
Tel. 0228/8150208
E-Mail: birkmann@ehs.unu.edu
Prof. Dr. Hans-Georg Bohle
Geographisches Institut
der Universität Bonn
Tel. 0228/737232
E-Mail: bohle@giub.uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wie viel Biomasse wächst in der Savanne?
16.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung