Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltkarte zeigt Menschen in Erdbebengefahr

16.03.2011
Auch Italien und Balkanländer unter den Risikoregionen

Viele der Ballungsräume unseres Planeten liegen auf Erdbeben-Hochrisikozonen. Das verdeutlicht eine neue Weltkarte von Geografen der Universität Sheffield. "Solange ein Erdbeben keine Schäden anrichtet, ist es trotz hoher Magnitude ein Naturereignis. Fordert es Opfer, ist es eine Naturkatastrophe.


Wo Erdbeben Katastrophen sind: Naturgewalt aus Menschensicht dargestellt (Bild: worldmapper.com)


Zeichnet man die Karte Japans auf Basis seiner Bevölkerung, wird deutlich wie verletzlich das Land gegenüber Naturkatastrophen ist: 80 Mio. Menschen wohnen an der Pazifikküste der Hauptinsel Honshu und können potenziell Opfer von Erdbeben und Tsunamis werden. Copyright: Views of the World/Hennig

Unsere Karte zeigt, wo in der Welt potenziell viele Menschen von Erdbeben betroffen sein können und wo derartige Katastrophen möglich sind", so Benjamin Hennig, Forscher im "Worldmapper"-Projekt und Autor des Kartographie-Blogs "Views of the World" http://www.viewsoftheworld.net , gegenueber pressetext.

Gefährdete Menschen als Ausgangspunkt

Hennig wertete alle größeren Erdbeben seit 2150 vor Christus aus, die sich durch Todesopfer, finanzielle Schäden, eine Magnitude jenseits 7,5, einen Tsunami oder in einer "vernichtenden" subjektiven Wahrnehmung kennzeichneten. Die Basis dafür bildete nicht die Plattentektonik, sondern die Geschichtsschreibung. Nachdem so die Stärke und Häufigkeit der Beben errechnet waren, wurden sie auf eine ebenfalls von Hennig erstellte Weltkarte übertragen, die die Verteilung der Weltbevölkerung zeigt. Die neue Erdbeben-Karte zeigt somit nicht nur, wo das höchste Erdbebenrisiko herrscht, sondern auch, wie diese Gefahr verteilt ist.

Europäer in Erdbebenzone

Viele der extrem dicht besiedelten Gebiete sind Hochrisiko-Zonen für Erdbeben. Das gilt besonders für Regionen am "pazifischen Feuerring" wie etwa Japan, Taiwan, Philippinen, Indonesien, Kalifornien, Mittelamerika und die Andenregion. Für Hennig zeigt dies, wie Menschen Nutzen und Risiko eines Standorts abwägen. "Viele hochaktive Erdbebenregionen sind wie Magnete für den Menschen. Oft sind sie küstennah oder besitzen Vulkane, die mittelfristig für sehr fruchtbare Böden sorgen. In Regionen, die von der Natur auf andere Weise benachteiligt werden - etwa Wüsten und Gebirge - wohnt hingegen kaum jemand."

Leben mit Erdbebenrisiko ist jedoch auch in Europa Thema, macht die Karte deutlich. An der Grenze zwischen der europäischen und der afrikanischen Platte gab es bereits genügend verheerende Beben, allen voran jenes von Lissabon 1755 und von Messina 1908. Auch der Mittelrheingraben besitzt eine Erdbebengeschichte, wenngleich diese von geringerer Natur ist. "Viele wiegen sich in Sicherheit und denken, Europa für einen Ernstfall gut vorbereit. Beides ist falsch - denn das Beispiel Japan zeigt, dass Naturrisiken trotz bester Vorbereitung viele Faktoren nicht vollständig kalkulierbar sind", so Hennig.

Japan: Ballungsräume in Tsunami-Reichweite

Eine zweite Karte ist aus aktuellem Anlass Japan gewidmet. Sie zeigt die Einwohnerverteilung des Inselstaates, die ihn besonders verletzlich für Naturkatastrophen macht. "Am dichtesten besiedelt sind die Regionen an den Küsten und Niederungen. 80 Mio. Japaner leben auf der Pazifikküste der Hauptinsel Honshu. Zusätzlich zur Erdbebengefahr droht hier immer auch jene des Tsunamis, der die Wirkung der Beben noch verstärkt", erklärt der Forscher. Auch die Tiefe des Ozeanbodens wurde in der Karte berücksichtigt, da er über die Ausprägung von Tsunamis entscheidet.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.viewsoftheworld.net

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas
20.04.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Von GeoFlow zu AtmoFlow
20.04.2018 | Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics