Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltgrößter Krater vor Indiens Küste entdeckt

16.10.2009
40-Kilometer-Asteroid könnte Dinonsauriersterben ausgelöst haben

Nicht auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan, sondern vor der indischen Küste könnte der Asteroid eingeschlagen haben, der vor 65 Mio. Jahren das Ende der Dinosaurier eingeleitet haben soll. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Texas Tech University am Jahrestreffen der US-amerikanischen Geologen.


Der Shiva-Krater im indischen Ozean ist der größte seiner Art (Bild: Texas Tech University)

Die Wissenschaftler um Sankar Chatterjee fanden Hinweise, dass das sogenannte "Shiva-Becken" im Indischen Ozean der Einschlagskrater eines 40-Kilometer-Asteroiden ist, der seinen mexikanischen Kollegen an Größe um das vierfache übertraf.

Der Krater besitzt im Zentrum eine Erhebung, die als "Bombay High" schon bisher als Abbaugebiet für Öl und Gas bekannt war. Umgeben ist er von mehreren Ringen, deren äußerster einen Durchmesser von über 500 Kilometern besitzt. Der Krater befindet sich zur Gänze auf der indischen Kontinentalplatte und ist vom Ozean verdeckt, Teile der Ringe berühren jedoch auch Festland und zeigen sich dort durch hohe Klippen, aktive Bruchlinien und heiße Quellen. Laut den Forschern handelt es sich um den größten Krater der Erde.

Der Einschlag dürfte die Erdkruste, auf die der Asteroid traf, verdampfen und ultraheißes Bodenmaterial in die Höhe schießen haben lassen. Die Forscher spekulieren, dass dadurch die Aktivität der Vulkanregion Dekkan Trapp in Westindien verstärkt wurde. Besonders soll der Einschlag jedoch dazu geführt haben, dass die Seychelleninseln von der indischen Platte abgebrochen sind und seither Richtung Afrika driften.

These neu in der Geologie

"Französische Wissenschaftler haben schon bisher vermutet, dass die starke vulkanische Aktivität der Dekkan-Region ein Grund für das Aussterben der Saurier war. Dass ein Asteroideneinschlag im indischen Ozean der Auslöser dafür sein konnte, war bisher nicht in Diskussion", erklärt Bernhard Steinberger vom deutschen Geoforschungszentrum Potsdam http://www.gfz-potsdam.de , im pressetext-Interview.

Steinberger beschäftigt sich schon länger mit der Modellierung der vulkanischen Bewegungen in der Dekkan-Region. "Die Region ist reich an Flutbasalt, der nur entsteht, wenn es binnen kurzer Zeit zu viel Vulkanismus kommt. Das einst vulkanische Gebiet ist eine halbe Mio. Quadratkilometer groß und hat eine bis zu zwei Kilometer dicke vulkanische Bedeckung." Die Vulkane Westindiens seien just zur Zeit des Sauriersterbens vor 65 Mio. Jahren aktiv gewesen, über eine relativ kurze Zeitspanne von einer Mio. Jahren. "Damals war Indien dort wo sich heute La Réunion befindet. Heute gibt es nur mehr auf dieser Insel Vulkanismus."

Dass sich am Meeresboden Krater befinden, die bisher noch nicht entdeckt wurden, ist für Steinberger nachvollziehbar. Zwar kenne man die Topografie des Meeresbodens sehr genau, doch beruhten diese Aufzeichnungen meist nur auf Schwerefeld-Messungen durch Satelliten. "Es ist durchaus möglich, dass Krater im Lauf der Zeit mit Sedimenten verdeckt wurden. In diesem Fall bringen erst seismische Experimente Aufklärung", so der Potsdamer Forscher.

Weitere Forschungen geplant

Um weitere Beweise für einen Asteroiden-Einschlag zu finden, wollen die US-Geologen nun Felsen im vermuteten Kraterzentrum anbohren. "Durch zerstörtes und geschmolzenes Gesteinsmaterial hoffen wir, nähere Details über den Einschlag zu finden. Insbesondere gilt es zu überprüfen, ob es Vorkommen von Naturbeton, Quarz oder Iridium-Anomalitäten gibt", so Forschungsleiter Chatterjee. Asteroiden sind reich an Iridium, weshalb solche Unregelmäßigkeiten einen wichtigen Hinweis darstellen können.

Kurzfassung des Statements von Chatterjee unter http://gsa.confex.com/gsa/2009AM/finalprogram/abstract_160197.htm

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ttu.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie