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Auf dem Weg zu einer grenzüberschreitenden Klimaschutz-Strategie für die Alpen

20.04.2012
Mit der Übergabe eines Förderbescheids im Umfang von 876.500 Euro gab Bayerns Umweltminister am 19. April 2012 auf der Zugspitze grünes Licht für ein Projekt der USF Schneefernerhaus, das die enge Vernetzung und Zusammenarbeit der Höhenforschungsstationen aller Länder des Alpenraums zum Ziel hat.

Seit Januar 2009 gehört die Universität Augsburg zum Konsortium der Umweltforschungsstation (UFS) Schneefernerhaus. Unter der Federführung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit hat dieses Konsortium seit 2005 auf der Zugspitze ein weltweit anerkanntes Kompetenzzentrum für Höhen-, Klima- und Umweltforschung geschaffen.

Im Rahmen des am 19. April 2012 im Schneefernerhaus von Staatsminister Dr. Marcel Huber offiziell gestarteten Projekts "Virtuelles Alpen-Observatorium (VAO)" will die UFS nun die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Vernetzung der Höhenforschungsstationen in den Alpen im Interesse einer abgestimmten Klimaschutz-Strategie befördern.

Grenzüberschreitende Höhenforschungsvernetzung im Interesse einer umfassenden Alpen-Klimaschutz-Strategie

"Anspruch ist die Schaffung einer grenzüberschreitenden Strategie zum Klimaschutz in der besonders sensitiven Alpenregion", erläutert der Klimaforscher Prof. Dr. Jucundus Jacobeit vom Institut für Geographie der Universität Augsburg. Zu diesem Zweck soll die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit anderen europäischen Höhenforschungsstationen ausgebaut und intensiviert werden: In die seit 2011 bereits bestehende Kooperation zwischen der UFS und dem österreichischen Sonnblick-Observatorium sollen zunächst die schweizerische Höhenforschungsstation Jungfraujoch und Gornergrat (Schweiz) und die Europäische Akademie Bozen (Italien) einbezogen werden, weiterhin dann die Stationen Haute Provence (Frankreich) und Krvavec (Slowenien). Diese auf intensivierter wissenschaftlicher Zusammenarbeit beruhende Vernetzung der Höhenforschungsstationen im Alpenraum soll in einen Europäischen Observatorienverbund münden. Ihm ist die Funktion des Trägers und Motors der anvisierten übergreifenden Alpen-Klimaschutz-Strategie zugedacht.

876.500 Euro für das Virtuelle Alpen-Observatorium

Ein erster Schritt in diese Richtung wurde heute im Schneefernerhaus mit dem offiziellen Start des Projekts "Virtuelles Alpen-Observatorium (VAO)" durch Staatsminister Dr. Marcel Huber vollzogen. Die dabei an die UFS überreichten Fördermittel in Höhe von 876.500 Euro dienen dem weiteren Ausbau der Infrastruktur der Station und der gezielten Vorbereitung auf die internationale Vernetzung, die die zehn UFS-Konsortialpartner nun zielstrebig forcieren werden.

Zehn Konsortialpartner

Neben dem Freistaat Bayern gehören dem Konsortium der UFS Schneefernerhaus an: der Deutsche Wetterdienst, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das HelmholtzZentrum München, die Ludwig-Maximilians-Universität München, das Karlsruhe Institute for Technology, die Max-Planck-Gesellschaft, die Technische Universität München, das Umweltbundesamt und die Universität Augsburg.

"Augsburger" Schwerpunkt ist die Hydrologie

Letztere ist durch ihr Institut für Geographie und durch ihr Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) an den integrierten Forschungsarbeiten auf der Zugspitze beteiligt. Die Augsburger Forscher widmen sich dabei insbesondere der Hydrologie. Die große Bedeutung dieses Themas ergibt sich aus den weitreichenden Veränderungen, denen der alpine Wasserhaushalt unter den Bedingungen eines fortschreitenden Klimawandels ausgesetzt ist.

Ansprechpartner an der Universität Augsburg:

Prof. Dr. Jucundus Jacobeit
Lehrstuhl für Physische Geographie und Quantitative Methoden
Telefon 0821/598-2670
jucundus.jacobeit@geo.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-augsburg.de

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