Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verlässliche Vorhersagen für Monsunregen

13.05.2016

MARUM-Wissenschaftler geben Überblick über aktuelle Monsunforschungen

Um die katastrophalen Folgen von Veränderungen des Monsuns abmildern zu können, sind verlässliche Vorhersagen notwendig. Diese Prognosen auf regionaler Ebene zu verbessern, ist eine Herausforderung in der Monsunforschung.


Monsunregen im Südchinesischen Meer

Foto: MARUM, Universität Bremen; M. Mohtadi


Wesentliche Komponenten eines Sommermonsuns und seine Antriebskräfte

MARUM, Universität Bremen; M. Mohtadi, M. Prange und S. Steinke

Wissenschaftler des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen geben in einem Übersichtsartikel, der jetzt in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature erschienen ist, einen Überblick über die verschiedenen Mechanismen, die Veränderungen in Monsun-Systemen steuern können. Dabei verknüpfen sie Daten aus Messungen und Klimaarchiven mit Ergebnissen aus Computermodellen.

Der Monsun prägt das Klima der Tropen und Subtropen und beeinflusst Regionen, in denen zusammengenommen mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung leben. Ändern sich die Stärke, Dauer oder Zeit der Monsunregenfälle, hat das in Form von beispielsweise Dürren oder Überflutungen oft katastrophale Auswirkungen. Für Milliarden von Menschen sind verlässliche Prognosen des Sommermonsuns daher von zentraler Bedeutung – auch wenn die Regenfälle immer noch schwer vorherzusagen sind.

„Die Schwierigkeit liegt darin, dass die Änderungen in einem Monsun-System von verschiedenen Antriebskräften auf sehr unterschiedlichen Zeitskalen – von Monaten bis zu Jahrhundertausenden – gesteuert werden können. Jedes einzelne Monsun-System reagiert jedoch anders auf den gleichen Impuls“, erklärt MARUM-Wissenschaftler Dr. Mahyar Mohtadi. Der Meeresgeologe ist Erstautor eines Übersichtsartikels, der jetzt online in der Fachzeitschrift Nature erschienen ist.

Zusammen mit seinen Kollegen Dr. Matthias Prange und Dr. Stephan Steinke verfolgt Mohtadi den Ansatz, verschiedene Ursachen für einen Monsun zu erklären – und wie sie sich verändern oder im Laufe der Zeit verändert haben. Dazu gehört zum Beispiel die Erdachsenneigung, aber auch Meeresströmungen oder wie sich Treibhausgase in der Atmosphäre auswirken.

Jede Monsunregion antwortet ganz individuell auf solch einen Antrieb: Erwärmt sich das Oberflächenwasser im Ozean infolge des globalen Klimawandels, würde dies im nordafrikanischen Monsungebiet zu mehr Niederschlag an Land führen. Der gleiche Impuls im indischen Monsungebiet hätte zur Folge, dass die Wolken eher über dem Meer abregnen und es so an Land trockener würde.

In die Nature-Studie sind Ergebnisse aus über 1000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Monsunforschung der vergangenen Jahre eingeflossen, wobei die MARUM-Wissenschaftler sowohl Ergebnisse aus direkten Messungen als auch Daten aus Klimarekonstruktionen mit Ergebnissen aus Computermodellen kombiniert haben.

Sie kommen zu dem Schluss, dass die Daten aus Klimaarchiven wertvolle Einblicke in die regionale Dynamik eines Monsun-Systems geben und den Forschenden helfen können, die internen Rückkopplungsprozesse besser zu verstehen.

„Diese Paläoklimadaten geben Aufschluss darüber, wie und mit welcher Sensitivität ein System in der Vergangenheit auf verschiedene Antriebskräfte reagiert hat. Sie können den Monsunforschenden helfen, die Computermodelle zu verbessern und damit die Unsicherheiten bei den Vorhersagen zu mindern“, so Mohtadi. Die Herausforderung, aber auch die Chance in der Monsunforschung liege in einer Intensivierung der fächerübergreifenden Forschung auf diesem Gebiet.

Weitere Informationen / Interviewanfragen / Bildmaterial:
MARUM- Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0421 218 65540
E-Mail: medien@marum.de

Weitere Informationen:

http://www.marum.de/Verlaessliche_Vorhersagen_fuer_Monsunregen.html

Ulrike Prange | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Einblicke unter die Oberfläche des Mars
21.07.2017 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Tauender Permafrost setzt altes Treibhausgas frei
19.07.2017 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu Sprachdialogsystemen und Mensch-Maschine-Kommunikation in Saarbrücken

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Schreiben mit dem Elektronenstrahl: Jetzt auch Nanostrukturen aus Silber

24.07.2017 | Physik Astronomie