Anzeige
Klimawandel und Veränderung der Biodiversität – wie haben die Ökosysteme im Erdaltertum darauf reagiert? Ein neues internationales Forschungsprojekt „Climate change and biodiversity patterns in the Mid-Palaeozoic“ (MPBCC) untersucht die Lebenswelt des mittleren Erdaltertums. Damit ist es Senckenberg-Wissenschaftlern zum dritten Mal seit 2004 gelungen, ein UNESCO-gefördertes Geoforschungsprojekt des renommierten International Geoscience Programme (IGCP) bewilligt zu bekommen.
Welche Auswirkungen hat ein Wandel des Klimas? Wie und unter welchen Bedingungen verändert sich die Biodiversität? Dies sind aktuelle Fragen, die ein internationales Team von Geowissenschaftlern für das Erdaltertum beantworten möchte, um daraus Schlüsse für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen. „Klima- und Biodiversitätsveränderungen sind ein vielschichtiges Problem. Da gibt es nicht nur ein oder zwei Stellschrauben. Unser Vorteil in der Paläontologie ist, dass wir sehr lange Zeiträume betrachten können und dabei sehen: Mit Hilfe von Fossilien lassen sich Veränderungen in der organismischen Vielfalt erkennen, die häufig mit Klimaveränderungen einhergehen. Die entscheidende Frage ist, ob die Veränderungen einer Systematik unterliegen“, sagt der Senckenberg-Wissenschaftler Dr. Peter Königshof, Leiter des auf fünf Jahre angelegten Projekts „Climate change and biodiversity patterns“ (MPBCC).
Das Paläozoikum, das Erdaltertum, begann vor ca. 542 Millionen Jahren mit dem Kambrium und dauerte bis zum Perm an. Insgesamt umfasst es einen Zeitraum von 290 Millionen Jahren, in dem Kontinente zerbrachen, Meere entstanden, Gebirge in die Höhe gedrückt wurden. Die mittlere Phase des Paläozoikums war geprägt von einem starken Zuwachs an Biomasse: Immer mehr Pflanzen besiedelten das Land und nahmen CO2 auf. Durch die Zunahme der Biomasse veränderte sich nicht nur die Atmosphäre, sondern auch die Sedimentation an Land und in den Meeren. Welche Veränderungen stattfanden, können Wissenschaftler aus Fossilien und Sedimentschichten ablesen: Welche Arten vorkamen, ob und wann es Eiszeiten oder erhebliche Meeresspiegelschwankungen gab oder wann es zu großen Aussterbe-Ereignisse kam. Eine Datenbank soll langfristig das Wissen bündeln und den Informationsaustausch erleichtern. Speist man all diese Daten in Computermodelle ein, ergibt sich ein Bild von Klimaveränderungen sowie deren Ursachen und Folgen vor Hunderten von Millionen von Jahren. „Die sorgfältige Analyse der erdgeschichtlichen Vergangenheit hilft uns, die Mechanismen des Klimawandels zu verstehen“ meint Königshof, „Die Erdgeschichte kann damit helfen, Handlungsempfehlungen für heute zu finden.“
MPBCC ist das 596. Projekt des geowissenschaftlichen Programms der UNESCO. Bereits 1972 ins Leben gerufen, hat dieses International Geoscience Programme (IGCP) seither die geologische Forschung weltweit erfolgreich vernetzt. Die Fördersumme von maximal 10.000 Euro pro Jahr für ein IGCP-Projekt ist an die Verpflichtung gebunden, weitere Drittmittel zu akquirieren sowie international zu arbeiten. So werden Forscher von mehreren Kontinenten sowohl aus Industrienationen wie auch aus Schwellen- und sich entwickelnden Ländern eingebunden. IGCP-Projekte werden auch von Ländern unterstützt, die sich sonst gegenüber internationalen Vorhaben eher verschlossen zeigen: „Das IGCP-Logo ist über die Jahre hin zum Türöffner geworden.“, meint Königshof, der auch Vorsitzender des deutschen Landesausschusses im IGCP ist. Neben Königshof waren Wissenschaftler aus fünf Ländern an der Antragstellung des MPBCC beteiligt.
Bei Senckenberg waren zuletzt die Projekte 497 (The Rheic Ocean: Its Origin, Evolution and Correlation) und 499 (Devonian Land-Sea Interactions: Evolution of Ecosystems and Climate) angesiedelt. (rba)
Bilder zur Pressemeldung finden Sie zum Download unter www.senckenberg.de/presse.
Die Webseite zum aktuellen Projekt finden Sie hier:
www.senckenberg.de/igcp-596
Für Rückfragen – eingehende Informationen:
Dr. Peter Königshof
Sektionsleiter
Abteilung Paläontologie und Historische Geologie Sektion Historische Geologie und Faszieskunde
Tel: 069/97075-1686
Fax: 069/97075-1120
Mobil: 0160-3007533
peter.koenigshof@senckenberg.de
Pressekontakt:
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Dr. Sören Dürr
Tel.: 069- 7542 1580
Fax: 069- 7542 1517
E-Mail: soeren.duerr@senckenberg.de
Doris von Eiff
Pressereferentin
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Rechtsfähiger Verein gemäß § 22 BGB
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt
mobil: 0173 54 50 196
Tel.: +49(0)69/75 42 1257
Fax: +49(0)69/75 42 1520
Email: doris.voneiff@senckenberg.de
Doris von Eiff | Quelle: Senckenberg
Weitere Informationen: www.senckenberg.de
Weitere Berichte zu: Biodiversität > Biomasse > Erdaltertum > Erdgeschichte > Evolution > Fossil > Geologie > Geoscience > IGCP > Klimaveränderung > Klimawandel > Kontinent > Königshof > Lebewelt > MPBCC > Naturforschung > Paläontologie > Paläozoikum > UNESCO
NASA's TRMM satellite sees heavy rainfall in Tropical Storm Bud
24.05.2012 | NASA/Goddard Space Flight Center
NASA sees Tropical Storm Sanvu continue to intensify
24.05.2012 | NASA/Goddard Space Flight Center
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten