Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Totes Meer starb vor 120.000 Jahren

06.12.2011
Erste Hinweise auf Austrocknung in früheren Wärmeperioden

Das Tote Meer verliert so viel Wasser, dass sein Spiegel jährlich um einen Meter sinkt. In der Vergangenheit war der tiefstliegende See der Welt jedoch bereits viel trockener als heute, hat ein internationales Forscherteam herausgefunden.


Totes Meer: Austrocknung auch ohne menschliches Zutun (Foto: Flickr/Paumier)

"Erstmals konnte gezeigt werden, dass das Tote Meer in früheren Zeiten deutlich weniger Wasser führte oder sogar ausgetrocknet war", erklärt Forschungsleiter Daniel Ariztegui von der Universität Genf http://unige.ch im pressetext-Interview. Veröffentlicht wurden die ersten Ergebnisse im Fachblatt "Eos".

Natürliche Trocknung

Außergewöhnlich ist das Tote Meer nicht nur aufgrund seiner Lage auf derzeit 422 Meter unter dem Nullpunkt, sondern auch wegen des rund 30-prozentigen Salzgehalts. Hauptgründe dieser Konzentration sind die Wasserentnahmen aus den Flüssen der Anrainerstaaten, die landwirtschaftliche Düngung sowie die Verdunstung, die von der künstlichen Salzgewinnung noch deutlich erhöht wird. "Sichtbar wurde nun jedoch, dass es in Warmzeiten auch einen natürlichen Rückgang gibt", betont der Schweizer Geologe.

Die Forscher bohrten in Stellen auf 235 Metern Seetiefe nahe der tiefsten Stelle des Toten Meeres und werteten die Sedimente aus. "Überraschend fanden wir Kieselsteine, die sonst nur an Ufern vorkommen, sowie große Salzzonen. Das deutet darauf, dass der Seespiegel früher auf diesem Niveau und womöglich noch darunter lag", erklärt Ariztegui. Auch Gips, Aragonit, Schlamm und Kalk kam zutage. Die genaue Datierung diese Trockenperiode steht noch aus, die Forscher schätzen sie bisher jedoch auf 120.000 Jahre vor der Gegenwart.

Vorbote für Nahen Osten

"Das Tote Meer ist ein guter Sensor für die Globaltemperatur. In Eiszeiten war sein Wasserstand deutlich höher - vor 25.000 Jahren etwa 260 Meter über dem heutigen Niveau, womit es über das gesamte Jordantal bis hinauf zum See Genezareth reichte. In den Wärmeperioden dazwischen sank der Wasserspiegel jedoch deutlich", so der Forscher. Wichtig sei diese Erkenntnis auch deshalb, da laut heutigen Klimamodellen mehreren Regionen des Nahen Ostens ein vergleichbares Schicksal der Austrocknung bevorsteht.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.unige.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Ursuppe in Dosen
21.06.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften