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Das Geothermische Informationssystem für Deutschland (GeotIS) ist seit Anfang Juni unter der Adresse http://www.geotis.de im Internet verfügbar. Es werden kostenlos Informationen über geologische Strukturen und physikalische Parameter des Untergrunds bereitgestellt, die für eine Nutzung der tiefen Geothermie relevant sind. Zusätzlich können alle wichtigen Daten über geothermische Anlagen, bestehende und im Bau befindliche, direkt angezeigt werden.
Das Geothermische Informationssystem ist am Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in mehrjähriger Arbeit aufgebaut worden. Als Partner waren geologische Dienste der Bundesländer, zwei Universitäten und eine Geothermie-Firma beteiligt. Die Basis für dieses anspruchsvolle wissenschaftliche Projekt bildet eine aufwändige Datenakquisition aus verschiedenen verfügbaren Quellen aus Industrie, Behörden und Veröffentlichungen. Eine Homogenisierung der Informationen führt zu einer einheitlichen Internet-Darstellung.
Mithilfe von interaktiven Benutzeroberflächen erhält der Benutzer Einblicke in die Untergrundstrukturen der wichtigen geothermischen Grundwasserleiter. Abgebildet werden Nutzhorizonte im Norddeutschen Becken, im süddeutschen Molassebecken und im Oberrheingraben. In diesen Regionen wird schon heute geothermische Energie zur Fernwärmenutzung und Stromerzeugung eingesetzt.
Anhand von räumlichen Horizontal- und Vertikalschnitten können Interessenten eine erste Bewertung der Chancen zur Nutzung tiefer geothermischer Energie gewinnen. Das System liefert Grundlagen für notwendige Machbarkeitsstudien, die einer Investitionsentscheidung voraus gehen. Für eine geothermische Anlage mit zwei Bohrungen und einer Heizzentrale oder Kraftwerk sind Investitionen von mindestens 20 Mio. Euro nötig.
Das geothermische Informationssystem enthält eine Vielzahl von Datenbank gestützten Informationen: z. B. Art des Grundwasserleiters, seine Tiefenstruktur und Temperaturverteilung. Weitere Aussagen über vorhandene Tiefbohrungen oder seismische Sektionen sowie zur hydraulischen Ergiebigkeit können interaktiv abgerufen werden. Umfangreiche mathematische Modellierungen der geologischen Strukturen und des Temperaturfeldes liefern dreidimensionale Untergrundraster. Der Einsatz aktueller Softwarelösungen hilft dem Nutzer bei der Bedienung des Informationssystems und erlaubt ein zügiges Antwortverhalten.
Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik ist ein eigenständiges Forschungsinstitut für angewandte Geowissenschaften mit geophysikalischer Ausrichtung. Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft wird es als Einrichtung von überregionaler Bedeutung von Bund und Ländern gemeinsam finanziert. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Aufgabe, Strukturen, Zustände und Prozesse im anthropogen beeinflussbaren Untergrund zu untersuchen sowie zur Lösung dieser Fragestellungen neue Gerätesysteme, Messmethoden und Interpretationsverfahren zu entwickeln http://www.liag-hannover.de.
Kontakt Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik:
Frau Dipl.-Geoökol. Sandra Pester Tel.: 0511 / 643-2935
Herr Dipl.-Geol. Franz Binot Tel.: 0511 / 643-3497 oder 0177 644 43 49
Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik Tel.: 0511-643-2302
Belegexemplar erbeten Fax: 0511-643-3665
e-mail: franz.binot@liag-hannover.de
Franz Binot | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.geotis.de
www.liag-hannover.de
www.geozentrum-hannover.de
Weitere Berichte zu: Fernwärmenutzung > Geophysik > Geothermie > geothermische Energie > Geothermisches Informationssystem > Grundwasserleiter > Homogenisierung > interaktive Benutzeroberflächen > Naturschutz > Reaktorsicherheit > seismische Sektionen > Tiefbohrungen
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