Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tektonische Kollision lässt Unterwasserleben aufblühen

01.08.2008
Forscher untersuchen Hotspots der Artenvielfalt in der Erdgeschichte

Jene Unterwasserregionen, die heute als so genannte Biodiversitäts-Hotspots gelten, waren offenbar nicht immer derart gesegnet, berichtet ein australisch-niederländisches Forscherteam. Tektonische Kollisionen während der vergangenen 50 Mio. Jahren haben dazu geführt, dass das reiche Leben mit der Verschiebung der tektonischen Platten mitgewandert ist, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

Untersucht hat das Forscherteam um Willem Renema und David Bellwood den so genannten Indo-Australischen Archipel, der als artenreichste Region für Fische, Mollusken und Korallen weltweit gilt. Während des späten Mittleren Eozäns - vor 39 bis 42 Mio. Jahren - existierte die größte Zahl von verschiedenen Spezies in den Meeresgebieten in Südeuropa, Nordafrika und vor der östlichen Küstenlinie Arabiens. Vor 16 bis 23 Mio. Jahren - im Miozän - gab es dann zwei solcher Regionen mit der größten Artenvielfalt. Die eine lag im Nahen Osten und an der nordwestlichen Küste Indiens, die andere um die Philippinen und dem Norden Australiens. Seit damals ist der Indo-Australische Archipel an der Konvergenzzone der Eurasischen und Australischen sowie der Pazifischen Philippinischen Platte der Hotspot.

"Es hat immer wieder die Annahme gegeben, dass es in dieser Region die größte Artenvielfalt gegeben hat. In der Tat können solche Hotspots allerdings kommen und gehen", meint Bellwood von der australischen James-Cook-University http://www.jcu.edu.au in Townsville. Das Forscherteam hat in seiner Untersuchung die jüngsten fossilen Funde ausgewertet - und auch erstmals DNA-Veränderungen von einzelligen Foraminiferen beschrieben. Ihre Verbreitung korreliert mit der gesamten Biodiversität im tropisch-marinen Umfeld. Genauer unter die Lupe genommen hat das Team auch Fossilien von Mangroven, Korallenriffen, Mollusken und Kaurischnecken-ähnlichen Gastropoden. Die Wissenschaftler kommen auch zum Schluss, dass die Wassertemperatur nur eine mitwirkende aber nicht die primäre Rolle bei der Ausformung der Artenvielfalt spielt.

... mehr zu:
»Artenvielfalt

Studien-Leadautor Renema, Zoologe am Naturhistorischen Museum in Leiden http://www.naturalis.nl , meint, dass die Temperatur sicher die Entwicklung von Artenreichtum erleichtert. "Wäre allerdings nur die Temperatur im Eozän gewesen, müsste es heute im modernen Afrika die höchste Biodiversität geben", erklärt der Experte. "Wir haben bemerkt, dass die Hotspots Regionen sind, wo es zu wesentlichen und sehr komplexen Kollisionen mehrerer Kontinente kommt." Am Anfang einer solchen Kollision werde eine Vielzahl von neuen und sehr verschiedenen Habitaten geschaffen - wie etwa Sand- und Felsküsten oder seichte und tiefe Bassins - und diese werden anschließend von einer Vielzahl von Lebewesen besiedelt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jcu.edu.au

Weitere Berichte zu: Artenvielfalt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht PM des MCC: CO2-Entzug aus Atmosphäre für 1,5-Grad-Ziel unvermeidbar
22.05.2018 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

nachricht Die Ostsee als Zeitmaschine
14.05.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Embryonale Genregulation durch mechanische Reize

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Quantenverschränkung auf den Kopf gestellt

22.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics