Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Suche nach dem Sandkorn im Ozean

07.04.2011
Was Sahara-Staub im Nordatlantik bewirkt, untersuchen Wissenschaftler des Leibniz Institutes für Ostseeforschung (IOW) im Rahmen einer Forschungsreise ins Madeira-Becken vom 15. April bis zum 8. Mai. Die Expedition MSM18/01 mit dem Forschungsschiff „Maria Sibylla Merian“ wird von der Ozeanographin Dr. Joanna Waniek vom IOW geleitet und ist Teil eines Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit Namen „Lithflux“.

Im Madeira-Becken wird eine so genannte Verankerung mit zwei Sinkstofffallen geborgen und wieder ausgelegt. Verankerungen sind am Meeresboden fixierte Seile, an denen in unterschiedlicher Tiefe verschiedene Geräte befestigt sind. Durch Schwimmkörper werden diese Seile nahezu senkrecht im Wasser gehalten.

Im Madeira-Becken ist diese Verankerung 5200 Meter lang und trägt neben den genannten Sinkstofffallen auch Strömungs- und Neigungsmesser. In Sinkstofffallen werden Partikel gesammelt, die von der Meeresoberfläche zu Boden sinken – unter anderem Staubteilchen aus der Sahara, die vom Wind auf den offenen Ozean getragen wurden.

Diese werden am Rasterelektronenmikroskop auf ihre chemische und mineralogische Zusammensetzung hin untersucht. Dadurch kann man bestimmen, woher sie genau stammen. Es lässt sich außerdem ableiten, welche Wirkung diese Staub-Regen auf die Produktion von Biomasse in den entsprechenden Meeresregionen haben. Das Madeirabecken vor Nordafrika gehört zu den nährstoffarmen Gebieten im Atlantik. Der Sahara-Staub könnte als Nährstoff-Lieferant die Biomasse-Produktion und damit die CO2-Aufnahme und O2-Produktion ankurbeln.

Sollte sich diese Hypothese bestätigen, müssten die Erkenntnisse in aktuelle Klimamodelle einfließen. Denn die Sahara ist zwar die größte, aber nicht die einzige Quelle für Staubpartikel, die in die Ozeane sinken. Die im Madeira-Becken beobachteten Phänomene werden durch Staubstürme aus der Wüste Gobi oder über Patagonien auch in anderen Meeresregionen ausgelöst. Und je zahlreicher sie vorkommen, umso größer ist ihr möglicher Einfluss auf das Klima.

Neben diesen Untersuchungen werden die Wissenschaftler an Bord der „Maria S. Merian“ auch neue Geräte für die Meeresforschung testen. Ein am IOW in Zusam-menarbeit mit der TU Berlin sowie den Firmen Enitech und Evologics entwickeltes Unterwasserfahrzeug soll Aufnahmen vom Meeresboden im Madeira-Becken liefern. Außerdem erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse zur Sinkgeschwindigkeit von Partikeln. Der Meerestechniker Siegfried Krüger vom IOW wird aus diesem ersten Einsatz Schlüsse für die Weiterentwicklung des Gerätes ziehen.

Joanna Waniek studierte Ozeanographie an der Universität Kiel und ist Heisen-berg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie arbeitet seit 2005 am IOW. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Wechselwirkungen zwischen physikalischen und biogeochemischen Prozessen im Meer. Diese untersucht sie im Atlantik und seinen Nebenmeeren.

Dr. Barbara Hentzsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.io-warnemuende.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Unterschiedliche Erwärmung von Arktis und Antarktis: Forscher sieht Höhenunterschied als Ursache
18.05.2017 | Universität Leipzig

nachricht Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Bewohner der Arktis aus?
18.05.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie