Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stalaktiten liefern beste Hinweise über Anstieg des Meeresspiegels

20.11.2012
Schätzungen erstmals bis auf 200 Jahre genau

Stalaktiten in einer Höhle am Roten Meer helfen Klimatologen, ihre Vorhersagen über das Ansteigen des Meeresspiegels genauer zu machen.


Stalaktiten: Anzeiger für Meeresspiegel (Foto: pixelio.de, Sybille Daden)

Laut einer Studie von Wissenschaftlern der University of Southampton scheinen frühere Prognosen den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Das Ansteigen des Meeresspiegels ist eine der gefährlichsten Folgen des Klimawandels. Seine Auswirkungen werden heute bereits in Küstenstädten wie New York spürbar.

Genaue Datierung schwierig

Historische Veränderungen des Meeresspiegels können Hinweise darauf liefern, wie Veränderungen in der Zukunft aussehen werden. Die meisten Aufzeichnungen basieren auf dem chemischen Aufbau von Sedimentkernen, die jedoch schwer zu datieren sind. Schätzungen können sich in einem Spielraum von Tausenden Jahren bewegen. In der Folge ist es auch unklar, wann der Meeresspiegel nach der prähistorischen Erderwärmung begonnen hat zu steigen, wie schnell er gestiegen ist und was daher in der Zukunft zu erwarten ist.

Stalaktiten liefern neue Daten

Das Team um Eelco Rohling verfügte basierend auf die Auswertung von Sedimentkernen bereits über detaillierte Aufzeichnungen zu den Veränderungen des Meeresspiegels am Roten Meer, die rund 150.000 Jahre zurückreichten. Für die aktuelle in Nature http://www.nature.com veröffentlichte Studie wurden diese Daten durch die mit Hilfe von Stalaktiten einer nahegelegenen Höhle verfeinert. Die Datierung erfolgte über die Messung der Menge von im Stein enthaltenen Uran, das bereits zu Thorium abgebaut war. Der chemische Aufbau der Stalaktiten veränderte sich im Lauf der Zeit auf die gleiche Art und Weise wie die Sedimentkerne. Somit können diese Ergebnisse direkt miteinander verglichen werden.

Alarmierendste Prognosen können ausgeschlossen werden

Der Vergleich ermöglicht Schätzungen der Veränderungen des Meeresspiegels mit einer Annäherung von rund 200 Jahren. Dieser Wert gilt laut NewScientist als der bisher genaueste. Die jetzt ermittelten Daten legen nahe, dass die alarmierendsten Vorhersagen ausgeschlossen werden können. Es ist bekannt, dass der Meeresspiegel am schnellsten am Ende der Eiszeiten und zu Beginn der Schrumpfung der großen Eisschichten anstieg. Dieses Ereignis ist in den letzten 150.000 Jahren zwei Mal eingetreten. Dabei stiegen die Werte um mindestens 1,2 wenn nicht zwei Meter pro Jahrhundert.

Frühere Studien waren davon ausgegangen, dass die Meeresspiegel in Zukunft mehrere Meter pro Jahrhundert ansteigen könnten. Rohling schätzt, dass ein Meter pro Jahrhundert das Maximum sein dürfte. Seine Daten zeigen einen ähnlichen Anstieg während der letzten Zwischeneiszeit vor 129.000 Jahren. Damals entsprachen die Meeresspiegel in etwa den heutigen. Rohlings Prognosen folgen damit jenen, die von der Mehrheit der heutigen Klimatologen wie Jerry Mitrovica von der Harvard University http://www.harvard.edu angenommen werden.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.southampton.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen
22.08.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen
18.08.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie