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Wissenschaftler des NUI Galway haben bei einer kürzlich beendeten Tiefsee-Expedition am Südende der Porcupine Bank vor der Westküste Irlands ein spektakuläres Tiefsee-Korallenriff entdeckt.
Auf einer Fläche von rund 200 Quadratkilometer befinden sich 40 Riffköpfe auf untermeerischen Hügeln, die vom Meeresgrund hundert Meter emporragen. Dem Forscherteam ist es mit Tauchrobotern gelungen, Aufnahmen von der Rifflandschaft zu machen.
"Das sind die bisher beeindruckendsten Korallenriffe, die ich in mehr als zehn Jahren Studium in den Gewässern Irlands gesehen habe", so Expeditionsleiter Anthony Grehan. Grehan betont, dass diese Kaltwasserriffe für die Artenvielfalt in der gesamten Porcupine Bank wichtig sind, da sie eine Quelle für Larven zahlreicher Lebewesen sei. Der Wissenschaftler betont auch, dass diese Region ein Kandidat für die Errichtung einer speziellen Schutzzone sei. Vor der Küste Irlands gibt es bereits vier solcher Special Areas of Conservation (SAC).
Meeresbiologen haben immer wieder dazu aufgefordert, auch Tiefseekorallenriffe zu schützen. In vielen Regionen wurden solche Korallenriffe durch Grundschleppnetzfischerei zerstört. Aufgrund der stark zerklüfteten Oberfläche ist der Einsatz von solchen Netzen hier nicht möglich, betont Grehan.
Die NUI Galway Studie ist Teil des "CoralFISH-Projekts" http://www.eu-fp7-coralfish.net das zum 7. EU-Rahmenforschungsprogramm gehört. "Das CoralFISH-Projekt beschäftigt sich im Detail mit den Interaktionen zwischen Korallen, Fischen und Fischfang-Industrien", so Grehan. Was den Wissenschaftlern Sorge bereitet, ist die Zerstörung der Tiefseeriffe durch Grundschleppnetze. Umweltgruppen kritisieren diese Art der Fischerei ohnehin seit Jahren, wie Greenpeace Meeresbiologin Antje Helms gegenüber pressetext bestätigt. "Der Meeresboden wird wie ein Acker umgepflügt." Schwere Stahlgewichte, die die Netze halten werden über den Meeresgrund gezogen. Noch drastischer kritisierte der Fischereiexperte Elliot Norse, Präsident des Marine Conservation Biology Institute http://www.mcbi.org in Bellevue/Washington diese Art des Fischfangs: "Fischen mit Grundschleppnetzen ist so, als würde man mit einem Bulldozer in einen Teich fahren, um die Fische zu fangen. Greenpeace schätzt, dass bei einem Schleppnetzeinsatz 95 bis 98 Prozent der Korallenbedeckung ruiniert werden. Das habe auch auf die Bestände der Tiefsee-Fische einen Einfluss.
Vorhergehende Untersuchungen haben auch deutlich gezeigt, dass die Wiederherstellung zerstörter Tiefseeriffe extrem lange dauert. "Verwunderlich ist das nicht, denn in der Tiefsee verlaufen aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen alle Wachstumszyklen deutlich langsamer", meint der Meeresbiologe Michael Stachowitsch von der Universität Wien http://www.univie.ac.at/marine-biology gegenüber pressetext. "Mit den Korallen im Flachwasser haben die Tiefseestöcke ohnehin nur sehr wenig gemeinsam, denn die im tropischen und subtropischen Seichtwasser vorkommenden Korallen leben in enger Symbiose mit Algen, die das Licht zum Überleben brauchen."
Die Expedition mit dem Forschungsschiff Celtic Explorer war eine Kooperation zwischen dem NUI Galway und dem französischen IFREMER-Institut http://www.ifremer.fr . Ein Ziel der Untersuchungen ist, in den bisher unerforschten Tiefseeregionen neue potenzielle Substanzen für die Pharmazie zu finden. Das Marine Institute http://www.marine.ie fördert das Bio-Entdeckungsprogramm "A Marine Knowledge, Research and Innovation Strategy for Ireland 2007 - 2013", das von der NUI Galway durchgeführt wird.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.nuigalway.ie
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