Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siedlungsgeschichte interaktiv erleben

15.07.2014

Als jüngstes Produkt seiner online abrufbaren Kartenanwendungen präsentiert das Leibniz-Institut für Länderkunde eine interaktive Deutschlandkarte der Ortsnamen

Die im Internet frei zugängliche Präsentation visualisiert die räumliche Verbreitung der Namen von Städten und Ortschaften und vermittelt so einen Einblick in die zweitausendjährige Siedlungsgeschichte unseres Landes.


Auf -bach endende Ortsnamen in Deutschland

Darstellung: IfL

Musste man dazu bisher in gedruckten Werken blättern oder verstreute Karten miteinander vergleichen, so ist die Bedienung des „Kleinen Atlas der Siedlungsnamen Deutschlands“ ebenso einfach wie wirkungsvoll: Gibt man in das Suchfeld der Anwendung drei oder mehr Buchstaben ein, erscheinen in einer Deutschlandkarte als Punktsignaturen alle Orte, in deren Namen die gewählte Buchstabenkombination vorkommt.

Alternativ lassen sich die vorinstallierten Suchvorschläge nutzen, um alle Siedlungen sichtbar zu machen, deren Namen beispielsweise auf -bach, -feld, -ingen, -leben oder -ow enden. Dabei ergeben sich die unterschiedlichsten räumlichen Verbreitungsmuster, die ihren Hintergrund in der Siedlungsgeschichte oder der Lage der Orte im Naturraum haben können.

Die Spanne reicht vom fast deutschlandweiten Vorkommen der mittelalterlichen Ortsnamenendung „-dorf“ über die auf das einst slawische Siedlungsgebiet im Osten beschränkten -itz-Namen bis zu dem ausschließlich an der Westküste Schleswig-Holsteins verbreiteten Suffix „-koog“ als Hinweis auf die Neulandgewinnung seit dem 18. Jahrhundert. Kurze Begleittexte informieren den Nutzer über die geschichtliche Entstehung und geographische Verbreitung der jeweiligen Ortsnamenendung.

Mit dem Atlas lassen sich indes nicht nur siedlungshistorische Entwicklungen veranschaulichen. Die Anwendung animiert auch zum spielerischen Experimentieren. Ob man den eigenen Namen eingibt, um sich vom Ergebnis überraschen zu lassen, oder sich auf die Suche nach nicht alltäglichen Ortsnamen begibt und Kuriositäten aufspürt wie „Siehdichum“ im östlichen Brandenburg, „Elend“ im westlichen Sachsen-Anhalt, „Oberhosenbach“ in Rheinland-Pfalz, „Welt“ an der Nordseeküste oder „Lämmerspiel“ in Südhessen – der Fantasie des Nutzers sind keine Grenzen gesetzt.

Rund 62.000 Datensätze zu ebenso vielen Orten in Deutschland haben die IfL-Experten aus verschiedenen Quellen zusammengetragen und so aufbereitet, dass das interaktive Kartentool diesen Informationsspeicher bereits während der Sucheingabe filtert und in Echtzeit die entsprechende Darstellung generiert.

Das Werkzeug bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten, etwa im Bildungsbereich, und eignet sich aufgrund seiner einfachen Bedienung beispielsweise auch für die Veranschaulichung siedlungsgeschichtlicher Zusammenhänge in unteren Klassenstufen.

Zu erreichen ist der „Kleine Atlas der Siedlungsnamen Deutschlands“ auf
http://deutschlandkarten.nationalatlas.de/. In der Rubrik „Deutschland interaktiv“ der vom IfL betriebenen Internetseite „nationalatlas.de“ finden sich weitere Kartenanwendungen, die von den Visualisierungsexperten des IfL zu verschiedenen Anlässen entwickelt wurden.

Weitere Informationen:
Christian Hanewinkel
Tel.: (0341) 600 55-150
c_hanewinkel@ifl-leipzig.de

Weitere Informationen:

http://deutschlandkarten.nationalatlas.de
http://www.ifl-leipzig.de

Dr. Peter Wittmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Expedition ans Ende der Welt
29.11.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lakkolithe können auch während eines Vulkanausbruchs entstehen
24.11.2016 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie