Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicheres langfristiges Speichern von CO2 ist möglich

08.11.2013
CO2CARE-Abschlusskonferenz am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ

Internationales Projekt zur geologischen Speicherung von Kohlendioxid erfolgreich beendet. Verfahren zeigt gangbaren Weg.

Anlässlich der Abschlusstagung des EU-Projektes CO2CARE – CO2 Site Closure Assessment Research – am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ vom 04. bis zum 06. November 2013 diskutierten mehr als 60 Experten aus Wissenschaft, Industrie und Regulierungsbehörden aus 13 Ländern Technologien und Verfahren für einen sicheren und nachhaltigen Verschluss von geologischen CO2-Speichern.

Seit 2004 untersucht das GFZ in einem internationalen Forschungsverbund die geologische Speicherung des Treibhausgases. „Unsere Arbeiten am Standort Ketzin haben gezeigt, dass und wie eine geologische CO2-Speicherung im Pilotmaßstab sicher und zuverlässig durchgeführt werden kann“, fasste Axel Liebscher, Projektkoordinator und Leiter des Zentrums für Geologische Speicherung (CGS) am GFZ, die Ergebnisse der Tagung zusammen.

„Die im Projekt CO2CARE gewonnenen Erkenntnisse und neu entwickelten Verfahren und Technologien sind ein zentraler Schritt vorwärts, um die Vorgaben der EU Direktive (DIRECTIVE 2009/31/EC) zur geologischen Speicherung von CO2 und der jeweiligen nationalen CCS-Gesetze umzusetzen und einen sicheren und nachhaltigen Verschluss von geologischen CO2-Speichern zu gewährleisten.“

Das vom GFZ koordinierte EU-Projekt CO2CARE hat in einem integrierten Ansatz experimentelle Labor- und Feldforschung sowie numerische Simulationen miteinander kombiniert und Technologien und Methoden getestet und kommt zu dem Ergebnis, dass die die drei zentralen Forderungen der EU-Direktive für die Übertragung der Verantwortung an die jeweils zuständige Regulierungsbehörde erfüllt werden können: Das modellierte Verhalten stimmt mit dem beobachteten Verhalten des eingespeisten CO2 überein, es gibt keine detektierbare Leckage, und der Speicherstandort entwickelt sich hin zu einem Zustand dauerhafter Stabilität.

Zentraler Baustein des CO2CARE-Projektes ist die standortbezogene Forschung mit einem internationalen Portfolio von insgesamt neun CO2-Speicherprojekten. Neben Sleipner in Norwegen und K12-B in den Niederlanden ist der vom GFZ betriebene Pilotstandort Ketzin einer von drei Standorten, für die im Rahmen von CO2CARE der Verschluss sowie die Übertragung der Verantwortung an die Regulierungsbehörde theoretisch erarbeitet wurde. Am Pilotstandort Ketzin wurde die Einspeicherung von CO2 im August 2013 nach mehr als 5 Jahren erfolgreichem Betrieb eingestellt.

Axel Liebscher: „Mit der nun begonnenen Nachinjektionsphase wird der Pilotstandort Ketzin der erste Speicherstandort sein, der wissenschaftlich begleitet verschlossen wird. Die Ergebnisse des Projektes CO2CARE werden hier direkt umgesetzt werden.“

Aufgrund des weltweit weiterhin steigenden Energiebedarfs insbesondere in Ländern wie China, Indien und Brasilien und des Einsatzes fossiler Energieträger, wird die CCS Technologie weiterhin eine zentrale Rolle bei der globalen Verminderung der CO2-Emissionen spielen. Für Deutschland ist sie insbesondere auch eine Option zur Vermeidung sogenannter prozessbedingter Emissionen aus der Stahl-, Zement- und chemischen Industrie. „Nur wenn wir neben dem sicheren Betrieb auch den sicheren und dauerhaften Verschluss von CO2-Speichern belegen können, wird die CCS-Technologie ihr Potential entfalten können“, so Axel Liebscher abschließend.

Weitere Informationen finden sich unter: www.co2care.org.
Multimedia unter: http://www.co2care.org/Sections.aspx?section=611

Franz Ossing | GFZ Potsdam
Weitere Informationen:
http://co2care.org
http://www.co2care.org/Sections.aspx?section=611
http://www.gfz-potsdam.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern
18.01.2017 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

nachricht Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise