Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Seltene Metalle müssen nachhaltiger genutzt werden

01.11.2010
Unsere Gesellschaft ist von seltenen Metallen abhängig wie nie zuvor: Mobiltelefone, Flachbildschirme, Digitalkameras, Autos und Windkraftwerke wären ohne diese Rohstoffe heute kaum herstellbar.

Obwohl die Schweiz keine Primärressourcen hat, sollte sie sich stärker für eine nachhaltige Nutzung der seltenen Metalle einsetzen. Dies geht aus einer neuen Publikation der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) hervor.

Mit dem Begriff «seltene Metalle» bezeichnet man metallische Stoffe, die in der Erdkruste in einer Konzentration von weniger als 0,01 Gewichtsprozenten vorkommen. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden seltene Metalle kaum als Rohstoffe für Technologien eingesetzt.

Dies hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark geändert: Seltene Metalle spielen heute bei verschiedenen Anwendungen eine zentrale Rolle, da sie über spezifische Eigenschaften verfügen. Platin beispielsweise benötigt man für die Herstellung von Autokatalysatoren, Tantal für die Produktion von Flugzeugturbinen sowie von Mikrokondensatoren bei Mobiltelefonen.

Indium ist in Verbindung mit Zinn als transparenter Stromleiter ein wichtiges Element bei der Herstellung von Flachbildschirmen und Lithium wird für die Herstellung von wieder aufladbaren Batterien benötigt.

Versorgungsengpässe sind möglich
Die SATW hat eine Publikation herausgegeben, in der sie anhand von fünf Beispielen – Lithium, Seltene Erden, Indium, Platingruppenmetalle und Tantal – darstellt, wie sich Angebot und Nachfrage in den letzten Jahren entwickelt haben und welche aktuellen Herausforderungen bestehen. Die Beispiele zeigen, dass die Nachfrage innert wenigen Jahrzehnten rasant gestiegen ist und kritische Versorgungssituationen künftig möglich sind, in Abhängigkeit von geologischen, geopolitischen, technologischen, ökonomischen, sozialen und ökologischen Faktoren.
Nutzung nachhaltiger gestalten
Wissen vertiefen, Handlungsoptionen entwickeln und diese international institutionell verankern – dies sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Nutzung der seltenen Metalle. Die Schweiz sollte ein grosses Interesse daran haben, sich daran zu beteiligen, ist sie doch von den Zukunftstechnologien stark abhängig. Die Schweiz ist zudem ein Land, in dem sich neue Technologien meist sehr früh verbreiten. Daraus ergibt sich eine Mitverantwortung bei den ökologischen und sozialen Auswirkungen, die sich durch den Abbau der Primärressourcen in den entsprechenden Ländern ergeben. Erste Schritte hat die Schweiz bereits gemacht: So hat sie vor rund 15 Jahren Rücknahmesysteme für ausgediente Elektro- und Elektronikgeräte eingeführt. Im Juni 2009 hat sie sich zudem dazu entschlossen, die «Extractive Industries Transparency Initiative» finanziell zu unterstützen. Diese Initiative will die Einnahmen aus Bergbaukonzessionen in Entwicklungsländern und deren Verwendung transparent machen und dazu beitragen, dass die Prinzipien einer guten Unternehmensführung im Rohstoffsektor beachtet werden. Weitere Schritte sollten folgen: Die Schweiz sollte sich für eine nachhaltigere Nutzung der seltenen Metalle engagieren und aufzeigen, wie diese Rohstoffe durch weniger problematische Elemente ersetzt werden können.

Dr. Béatrice Miller | idw
Weitere Informationen:
http://www.satw.ch

Weitere Berichte zu: Flachbildschirm Lithium Metall Mobiltelefon Primärressourcen Rohstoff Tantal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie