Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Schlammvulkanen auf der Spur

24.10.2013
Mittelmeer-Expedition mit dem Forschungsschiff POSEIDON

Am 28. Oktober startet das MARUM eine vierwöchige Expedition mit dem Forschungsschiff POSEIDON. Vom türkischen Hafen Izmir wird das 61 Meter lange Schiff ins östliche Mittelmeer auslaufen.


Das Forschungsschiff POSEIDON
Foto: M. Nicolai, GEOMAR

Ziel der Untersuchungen sind vier Schlammvulkane, die unter anderem mit dem Tauchfahrzeug MARUM-SEAL erkundet werden. Es wird in 1.600 bis 2.000 Meter Wassertiefe operieren und Daten für die Produktion hochpräziser Karten der Schlammvulkane liefern. In deren Gipfelbereichen lagern Methanhydrate, die mit Hilfe der Karten besser erfasst werden sollen.

Elf Wissenschaftler des MARUM und zwei türkische Kollegen sind auf den beiden Fahrtabschnitten der Expedition im Einsatz. Das Ziel der Reise, die Schlammvulkane, wartet mit einer Besonderheit auf. Es sind die einzigen Lokationen im Mittelmeer, in denen bisher Methanhydrate nachgewiesen wurden. Diese festen, eisartigen Verbindungen aus Wasser und Methan entstehen nur unter hohem Druck bzw. niedrigen Wassertemperaturen.

Auch darf der Salzgehalt des Meerwassers nicht zu hoch sein. Im Mittelmeer sind diese Bedingungen kaum einmal erfüllt. Nur die Kuppen der Schlammvulkane bieten Voraussetzungen, dass sich aus MethanGashydrat bilden kann. Methan ist ein sehr potentes Treibhausgas, das 30mal stärker wirkt als Kohlendioxid. Würden sich die Bedingungen in den Tiefen des Mittelmeers also ändern, könnte das Methan eventuell entweichen und u.U. den Treibhauseffekt anfachen.

„Wir waren bereits 2006 mit dem Forschungsschiff METEOR in der Region unterwegs“, sagt Expeditionsleiter Prof. Gerhard Bohrmann. „Seitdem hat es in den Meeresforschungstechnologien große Fortschritte gegeben. Mit dem MARUM-SEAL verfügen wir jetzt über ein Tauchfahrzeug, dessen Echolote Meeresbodenkarten von bisher nicht gekannter Genauigkeit liefern.“

MARUM-SEAL ist ein fünfeinhalb Meter langes, torpedoförmiges Fahrzeug, das bis in Tiefen von 5.000 Meter abtauchen kann. Einmal zu Wasser gelassen operiert es für maximal 19 Stunden autonom. Bordeigene Navigationssysteme und verschiedene Sensoren sowie ein Kontrollrechner halten das Fahrzeug auf Kurs. So fährt es wenige Zehnermeter über dem Meeresboden einen vorprogrammierten Kurs ab und tastet diesen mit seinen Echoloten und Sonaren ab.

„Die sehr genauen topografischen Karten, die wir so erhalten, werden nicht nur für diese Expedition wichtig sein“, sagt Prof. Bohrmann. „Wir planen zurzeit eine weitere Reise in das Gebiet mit dem Forschungsschiff METEOR. Dabei wollen wir das Tauchfahrzeug MARUM-QUEST einsetzen, um die Schlammvulkane zu beproben.“ Schließlich sind die Schlammvulkane im östlichen Mittelmeer nicht nur wegen der dort lagernden Methanverbindungen von Interesse. „Dort tobt – auf Grundlage mikrobieller Aktivitäten – das Leben“, sagt der MARUM-Forscher. Dichte Kolonien von Bartwürmern, Muscheln und anderen Organismen bilden ein ganz besonderes Tiefsee-Ökosystem, das zu erforschen sich sehr lohnt.

Geplant ist, dass die POSEIDON den zweiten und letzten Abschnitt dieser Expedition, der von Dr. Gerrit Meinecke geleitet wird, nach einem Zwischenstopp in Antalya am 21. November in Izmir beendet.

Weitere Informationen:
Albert Gerdes
MARUM Public Relations
Tel. +49-421 – 218-65540
Email: agerdes@marum.de
www.marum.de
https://twitter.com/marum_de
Weitere Informationen:
http://www.sailwx.info/shiptrack/shipposition.phtml?call=DBKV
- Position POSEIDON
http://www.marum.de/FS_Poseidon_P462_28.10._-_21.11.2013_Izmir_-_Izmir.html
- Expeditionswebseite
http://www.marum.de/MARUM_SEAL.html
- Webseite MARUM-SEAL

Albert Gerdes | idw
Weitere Informationen:
http://www.marum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Ursuppe in Dosen
21.06.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften