Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Satellitenbeobachtungen und Ökosystemfunktionen

21.05.2015

Satellitenbeobachtungen liefern zunehmend wertvolle Daten über Veränderungen terrestrischer Ökosysteme. Im EU-Projekt "BACI" werden Satellitendaten und lokale Beobachtungen zusammengeführt und somit neue Variablen der Biodiversität erstellt. Diese sollen neuartige Einblicke in die Funktionsweise und den Zustand von Ökosystemen ermöglichen. Unter-schiedlichen Nutzergruppen wird ermöglicht, Veränderungen in Ökosystemen zu erfassen, sowie deren Auswirkungen auf die regionale Biodiversität.

Weitere Schwerpunkte sind die Zuordnung von Ökosystemveränderungen zu gesellschaftspolitischen Transformationsprozessen und erste Schritte zur Entwicklung eines Frühwarnsystems für Störungen an der Schnittstelle zwischen Landökosystemen und der Atmosphäre.


Schlüsselregionen in Europa and Afrika

BACI


BACI-Logo

BACI

Die kontinuierliche Umgestaltung von Ökosystemen durch eine veränderte Landnutzung und den Klimawandel kann die Aufrechterhaltung regionaler Ökosystemfunktionen und die Artenvielfalt gefährden. Das internationale Netzwerk GEO-BON ("The Group On Earth Observations Biodiversity Observation Network ", http://geobon.org/) fordert und fördert deshalb die Entwicklung eines leicht zugänglichen System zur Erfassung von Veränderungen der Biodiversität und der zu Grunde liegenden Ökosystemeigenschaften. Dieses würde Wissenschaftlern, Nichtregierungs-Organisationen und politischen Entscheidungsträgern ermöglichen, bereits in einem frühen Stadium der Veränderungen neue Managementstrategien zu entwickeln.

Das neue EU-finanzierte BACI-Projekt "Erfassung von Veränderungen wesentlicher Ökosystem- und Biodiversitätseigenschaften – Auf dem Weg zu einem Biosphären-Atmosphären-Index" stellt sich dieser Herausforderung und nutzt hierfür europäische Satellitendaten, insbesondere optische- und Radar-Daten. Ein wichtiges Projektziel ist die inhaltliche Verknüpfung von Daten, die von Satelliten und Bodenstationen gewonnen wurden, um den Status von Ökosystemen besser zu erfassen. Moderne Verfahren des Maschinen-Lernens werden als Schlüsselelemente für die effektive Nutzung der umfangreichen europäischen Daten und zur Ableitung neuer wesentlicher Ökosystemvariablen eingesetzt. Letztere sollen dann verschiedenen Nutzergruppen ermöglichen, Ökosystem- und Biodiversitätsveränderungen zu beobachten und zu interpretieren.

Eine weitere bedeutende Komponente von BACI ist der Aufbau eines Systems, das automatisch kritische Übergänge in Ökosystemen erkennt und diese gesellschaftlichen Veränderungsprozessen zuordnet. Dadurch sollen innerhalb ausgewählter Schlüsselregionen in Europa und Afrika Regionen gravierender gesellschaftlich/ökologischer Wandlungen identifiziert werden, die möglicherweise selbst Umweltveränderungen zuzuschreiben sind.

Das BACI Projekt wird vom Europäischen Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 gefördert und vereint zehn führende europäische Institutionen, die sich gemeinschaftlich um einen Fortschritt in der Erfassung zentraler Schlüsseleigenschaften von Ökosystemen bemühen.

Das Projekt wird vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena (www.bgc-jena.mpg.de) koordiniert; als weiterer deutscher Partner trägt die Friedrich-Schiller-Universität Jena (https://www.uni-jena.de) maßgeblich zu diesem Projekt bei.

Viele der beteiligten Forscher sind auch in das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv, http://www.idiv.de) Halle-Jena-Leipzig integriert, so dass BACI gleichzeitig die regionale Perspektive zur Biodiversitätsforschung weiter stärken wird.

BACI liefert einen neuen Anwendungsbereich für datengetriebene Forschung, wie er speziell in Jena mit dem „Michael Stifel Zentrum für Datengetriebene und Simulationsgestützte Wissenschaften“ (http://www.mscj.uni-jena.de) vorangetrieben wird.

Weiterhin sind folgende Institutionen am Projekt beteiligt: Universität degli Studi della Tuscia (Italien), Eidgenössischen Forschungsanstalt (Schweiz), Universität Wageningen (Niederlande), University College London (Vereinigtes Königreich), Universität Klagenfurt (Österreich), Aarhus Universitet (Dänemark), Rezatec (Vereinigtes Königreich) und Wissenschaft und Technologie Einrichtungen Council (Vereinigtes Königreich).

Vom 19. bis zum 21. Mai 2015 treffen sich die zehn europäischen Partner zum offiziellen Projektauftakt. Das Max-Planck-Institut für Biogeochemie ist neben der Organisation und Ausrichtung des Treffens in Jena für die Koordination und Projektverwaltung verantwortlich, sowie für die Verbreitung der im Projekt erzeugten Ergebnisse.

Innerhalb der kommenden vier Jahre werden die Wissenschaftler eng zusammenarbeiten – auf dem Weg zu einem Frühwarnsystem für Ökosystemveränderungen.

Kontakt
Dr. Miguel Mahecha
Abt. Biogeochemische Integration
MPI für Biogeochemie
07745 Jena
Tel: 03641-57 6265
Email: mmahecha@bgc-jena.mpg.de

Weitere Informationen:

http://www.baci-h2020.eu Projekt-Webseite

Susanne Héjja | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Unter hohem Druck elastisch: Bayreuther Forscher erschließen Zusammensetzung des Erdmantels
30.03.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Von der Bottnischen See bis ins Kattegat – Der Klimageschichte der Ostsee auf der Spur
28.03.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE