Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Rolling Stones“ in alpinen Gewässern: Geographen der KU erforschen Sedimenttransport

17.12.2012
Im Spannungsfeld von Naturgefahren, Ökologie, Energiegewinnung und Ressourcennutzung erforscht der Lehrstuhl für Physische Geographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) derzeit den Transport von Sedimenten in der Isar und alpinen Wildbächen.
Die Arbeiten sind Teil des internationalen Projektes „SedAlp“ („Sediment management in Alpine basins: integrating sediment continuum, risk mitigation and hydropower“), das die EU im Rahmen des Alpine Space-Förderprogramms mit insgesamt über 2,5 Millionen Euro fördert.

Auftraggeber für die an der KU betreuten Teilprojekte, auf die rund 200.000 Euro entfallen, ist das Bayerische Landesamt für Umwelt (Referat 61, Hochwasserschutz und Alpine Naturgefahren).
Ziel des bis 2015 laufenden SedAlp-Projektes ist es, einen Beitrag zu einem integrierten Management von Sedimenten in alpinen Einzugsgebieten zu leisten. Wenn man Flüsse künstlich aufstaut, soll damit meist Energie gewonnen oder vor Hochwasser geschützt werden. Der kontinuierliche Transport von Geröll und feinen Sedimenten wird jedoch damit unterbrochen. Das kann stromabwärts dazu führen, dass sich der Fluss tiefer in sein Bett einschneidet und so die Ufer instabil werden oder das Grundwasser absinkt – mit Einfluss auf das Ökosystem im angrenzenden Auenbereich. Andererseits kommt es im Mündungsbereich vieler Wildbäche in die Isar besonders nach Starkregen zu gefährlich starken Gerölltransporten und Murabgängen, die viele Schäden im Tal verursachen können. All diese Aspekte sollen im Rahmen des SedAlp-Projektes Berücksichtigung finden.

Die von der Eichstätter Arbeitsgruppe betreuten Arbeiten befassen sich zum einen mit den Folgen der Geschiebeeinträge durch Wildbäche, den Veränderungen im Flussbett nach dem künstlichen Einbringen von Geschiebe und den Folgen des Rückbaus von Uferverbauungen für die Flussentwicklung. Der zweite Projektschwerpunkt beschäftigt sich mit der Sedimentmobilisierung in steilen Wildbacheinzugsgebieten und dem Umfang der Sedimentlieferung dieser Bäche in die Isar.

In beiden Teilprojekten werden Veränderungen mit hochmodernen Vermessungsinstrumenten kartiert, quantifiziert und analysiert. Das Methodenspektrum umfasst die Aufnahme von Luftbildern für dreidimensionale Auswertungen mittels einer Flugdrohne und die Erstellung hochauflösender digitaler Geländemodelle mit einem terrestrischen Laserscanner und einem differenziellen GPS. Die gewonnenen Daten dienen beispielsweise der Kalibrierung und Verbesserung von Modellen, mit denen die Lieferung von Sedimenten aus den Einzugsgebieten von Wildbächen flächendeckend abgeschätzt werden kann, und der Weiterentwicklung von Konzepten zum Sedimentmanagement in alpinen Flüssen.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter
http://www.alpine-space.eu/projects/projects/detail/sedalp/show
und
http://www.ku.de/mgf/geographie/physische-geographie/forschung

Constantin Schulte Strathaus | idw
Weitere Informationen:
http://www.ku.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Rocky Mountains bewahrten Nordamerikas Tierwelt vor dem Aussterben
30.07.2015 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Durch den Monsun: Flugzeugmission zu Auswirkungen auf Luftqualität und Klimawandel
29.07.2015 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gefangen in Ruhelosigkeit

Mit ultrakalten Atomen lässt sich ein neuer Materiezustand beobachten, in dem das System nicht ins thermische Gleichgewicht kommt.

Was passiert, wenn man kaltes und heißes Wasser mischt? Nach einer Weile ist das Wasser lauwarm – das System hat ein neues thermisches Gleichgewicht erreicht....

Im Focus: Quantum Matter Stuck in Unrest

Using ultracold atoms trapped in light crystals, scientists from the MPQ, LMU, and the Weizmann Institute observe a novel state of matter that never thermalizes.

What happens if one mixes cold and hot water? After some initial dynamics, one is left with lukewarm water—the system has thermalized to a new thermal...

Im Focus: Superschneller Wellenritt im Kristall: Elektronik auf Zeitskala einzelner Lichtschwingungen möglich

Physikern der Universitäten Regensburg und Marburg ist es gelungen, die von einem starken Lichtfeld getriebene Bewegung von Elektronen in einem Halbleiter in extremer Zeitlupe zu beobachten. Dabei konnten sie ein grundlegend neues Quantenphänomen entschlüsseln. Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht worden (DOI: 10.1038/nature14652).

Die rasante Entwicklung in der Elektronik mit Taktraten bis in den Gigahertz-Bereich hat unser Alltagsleben revolutioniert. Sie stellt jedoch auch Forscher...

Im Focus: On the crest of the wave: Electronics on a time scale shorter than a cycle of light

Physicists from Regensburg and Marburg, Germany have succeeded in taking a slow-motion movie of speeding electrons in a solid driven by a strong light wave. In the process, they have unraveled a novel quantum phenomenon, which will be reported in the forthcoming edition of Nature.

The advent of ever faster electronics featuring clock rates up to the multiple-gigahertz range has revolutionized our day-to-day life. Researchers and...

Im Focus: Erster Nachweis von Lithium in einem explodierenden Stern

Erstmals konnte das chemische Element Lithium in der ausgestoßenen Materie einer Nova nachgewiesen werden. Beobachtungen von Nova Centauri 2013 mit Teleskopen des La Silla-Observatoriums der ESO und in der Nähe von Santiago de Chile helfen bei der Aufklärung des Rätsels, warum so viele junge Sterne mehr von diesem Element enthalten als erwartet. Diese Entdeckung liefert ein seit langem fehlendes Teil im Puzzle der chemischen Entwicklungsgeschichte unserer Galaxie und ist ein großer Fortschritt für das Verständnis des Mischungsverhältnisses der chemischen Elemente in den Sternen unserer Milchstraße.

Das leichte chemische Element Lithium ist eines der wenigen Elemente, das nach unserer Modellvorstellung auch beim Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Türme und Maste aus Stahl – Neues aus Forschung und Anwendung

31.07.2015 | Veranstaltungen

Tagung „Brandschutz im Tank- und Gefahrgutlager“ am 16. November 2015 im Essener Haus der Technik stellt praktische Lösungen vor

30.07.2015 | Veranstaltungen

12. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit: Green Economy, Energiewende und die Zukunft der Städte

30.07.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wiederaufladbare Batterien machen sich breit

31.07.2015 | Seminare Workshops

Alles zur Kryotechnik: HDT bietet Seminar zum „Kryostatbau“ an

31.07.2015 | Seminare Workshops

Erster Zug von Siemens für Thameslink‑Strecke in UK angekommen

31.07.2015 | Verkehr Logistik